: Malte Rubach
: Die Ökobilanz auf dem Teller Wie wir mit unserem Essen das Klima schützen können
: S.Hirzel Verlag
: 9783777629568
: 1
: CHF 14.10
:
: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der ökologische Fußabdruck im Speiseplan Wie viel CO? verursacht eine Portion Spaghetti bolognese? Etwa 1,5 Kilogramm!- Dieses Beispiel führt uns vor Augen, was die Tierwirtschaft und Lebensmitteltransporte für die Ökobilanz unseres Essens bedeuten. Doch ist es mit dem Umstieg auf Fleisch- und Milchalternativen oder Regionalkost getan? Malte Rubach schaut genauer hin und liefert eine Bestandsaufnahme unseres Ernährungssystems sowie von dessen Auswirkungen auf das Klima. Wir leben in einer Gesellschaft, die durch Technisierung und steigenden Ressourcenverbrauch geprägt ist. Rubach plädiert für einen maßvollen Genuss und zeigt, was wir in Deutschland guten Gewissens noch essen können.

Dr. Malte Rubach beschäftigt sich als Referent und Buchautor seit mehr als 15 Jahren mit den Themen Ernährung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Innovation. Seine Arbeiten wurden in internationalen Fachzeitschriften und Fachbüchern veröffentlicht, zum Beispiel The New York Times und der Folha de S.Paulo. 2020 erschien vom ihm im Hirzel Verlag »Die Ökobilanz auf dem Teller«.

So, nun ist es so weit. Jetzt lassen wir endlich die Hosen runter. Wie wir im ersten Teil des Buches gesehen haben, hat die industrielle Revolution und die schon einige tausend Jahre zuvor erfolgte landwirtschaftliche Revolution vor allem eines bewirkt: eine Bevölkerungsexplosion!

Sie haben aber auch dazu geführt, das heute sogar mehr Menschen von einem Landwirt ernährt werden können und der Lebensstandard von Milliarden Menschen heute höher liegt als vor dem Industriezeitalter. Zu welchem Preis wir diesen Lebensstandard erkaufen, wissen wir auch. Dass Ressourcen endlich sind, selbst wenn sie sich regenerieren können, ist ein Naturgesetz, das bereits bei der Energie beginnt. Physiker kennen den Energieerhaltungssatz, der alles andere als Esoterik ist. Der Energieerhaltungssatz besagt, dass Energie zwar innerhalb eines Systems, auch des Erdsystems, unterschiedliche Formen annehmen kann, aber die gesamte Energie im System immer zu einem Gleichgewicht strebt. Das gilt selbstverständlich auch für die biochemische Energie, die unseren Körper und auch den aller anderen Lebewesen antreibt. Das schon angesprochene Prinzip der planetaren Grenzen, wenn es um die optimale Anzahl von Menschen auf der Erde geht, ist im Prinzip auch nichts anderes als ein Erhaltungssatz – sozusagen der »Mensch-Erhaltungssatz«. Auch wir werden regelrecht vor, während und nach unserem Leben durch unterschiedliche chemische Elemente zusammengebaut, ständig umgebaut und schließlich wieder abgebaut. Auch wenn dies den Leugnern der Urknall- und Evolutionstheorie nicht gefällt, all diese Bauprozesse benötigen Energie, die letztlich aus Pflanzen stammt, egal ob wir vegan, vegetarisch oder alles essend leben. Der Club of Rome nennt das in seinem aktuellen Bericht den »metabolischen Durchsatz«. Nur Pflanzen sind in der Lage, durch den Prozess der Photosynthese Sonnenenergie und Kohlenstoffdioxid in eine Energieform umzuwandeln, die uns Menschen, Tieren und Insekten sowie manchen Bakterien erst die Kraft zum Leben liefern. Diese Pflanzen-Power ist nichts anderes als ein langkettiges Zuckermolekül, die sogenannte Stärke. Stärke besteht aus vielen Tausenden Einzelbausteinen von Traubenzucker. Traubenzucker ist das primäre Kohlenhydrat, das in unserem Körper durch die Blutbahn zirkuliert und schließlich in jeder einzelnen Zelle in biochemische Energie umgewandelt wird. Bei dieser Umwandlung entsteht wiederum Kohlenstoffdioxid, das wir ausatmen, und Wasser, das wir über die Nieren und dann den Urin ausscheiden sowie ein bisschen ebenfalls über die Atemluft. Beides steht dann wieder für Pflanzen zur Verfügung, und deshalb heißt dieser Austausch von Energie in Form von Kohlenstoffdioxid auch Kohlenstoffkreislauf. Daran nehmen natürlich nicht nur wir Menschen teil, sondern wie gesagt alle Lebewesen, die irgendeine Art von Zucker oder Kohlenhydrat als Nahrung brauchen, Tiere also auch. Auch Fett wird aus Zucker aufgebaut und am Ende wieder zu Kohlenstoffdioxid und Wasser abgebaut. Der Aufbau von Nährstoffen kostet also Energie, ebenso die weitere Verwertung von Lebensmitteln. Der biologische Stoffwechsel setzt die Energie wieder frei, indem die Lebensmittel und Nährstoffe zersetzt werden. Mit der Zunahme der Erdbevölkerung und der Tierbestände liegt es auf der Hand, dass der Kohlenstoffkreislauf eine ziemlich große Dimension erreicht hat, er überdreht regelrecht. Wie wir wissen, nicht nur aufgrund des Kohlenstoffs, der durch die Nahrung im natürlichen Kohlenstoffkreislauf ausgetauscht wird, sondern auch Kohlenstoff aus fossilen Energieträgern, die wir für unseren sonstigen Konsum verfeuern. Das komm