Die ersten Jahre
Ich erinnere mich an eine Situation, als ich fast zwei Jahre alt war, wo ich im Kinderhochstuhl saß und einen Brei aß, wobei ich auf die Bilder am Boden des Tellers neugierig war. Da ich in dieser Erinnerung in einem Kinderhochstuhl in der Mitte eines größeren Raumes saß und dabei auch einige flache Möbel oder Betten um mich herum in Erinnerung habe, wird dieser Ort in dem Krankenhaus gewesen sein, wo ich mit eineinhalb Jahren für einige Zeit wegen einer Infektion war. Dabei sah ich auch aus den breiten obenliegenden Fenstern und sah die Wolken, die sich schnell bewegten. Ich erinnere mich daran, dass die Wolken für mich wie Tiere aussahen, die vorbeiflogen und mir zulächelten. Ich erinnere mich auch an meine Mutter, die wohl zu einem Besuch kam, als ich wieder einmal auf diesem Hochstuhl saß.
Als ich etwa 3 Jahre alt war, ging ich mit meiner Mutter auch mal einkaufen. Wir gingen dazu einen kleinen Parkweg entlang und kamen dabei an einem Kartoffelverkäufer kurz vor der großen Einkaufsstraße vorbei. Er hatte ein Dreirad-Laster und eine alte Kartoffelwaage, die ein großes Gewicht auf der einen Seite hatte und einen viel größeren Kartoffelsack auf der anderen Seite. Bei jedem Gang mit meiner Mutter habe ich diese Waage mit großen Augen angesehen. Sie hatte mich damals sehr beindruckt.
Als meine Mutter einige Zeit später meine kleine Schwester erwartete, bekam sie Schmerzen und musste kurz vor Weihnachten ins Krankenhaus. Mein Bruder und ich wurden vom Süden West-Berlins im Dezember 1958 zu meiner Oma südlich von Berlin im Bereich der damals noch erreichbaren DDR gebracht. Dort hatte ich eine Menge erlebt. Ich war dreieinhalb Jahre alt und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Dort habe ich auch mit Hühnern, einem Hund und einer Katze gespielt. Die Reste der alten Villa meiner Großeltern und einige Nebenhäuser waren als Fundamente noch erkennbar. Das Wohnhaus war eine ummauerte Holzbaracke mit einer Reihe von Zimmern. Zu dem Haus gehörte ein sehr großer Garten, in dem ich gerne auf den Sandwegen lang gegangen bin. Ich hatte damals viele Eindrücke, die ich erst viel später verstand. Ein Geschenk zu Weihnachten erhielt ich dort auch. Es war eine sehr kleine Holzeisenbahn mit Personenanhängern, die mir damals sehr gefiel. Meine Gefühle während dieser Zeit empfand ich damals als sehr stark und auch tragisch. Vor Ort in meinem jungen Alter konnte ich diese Gefühle nicht konkreter zuordnen. Später konnte ich mir diese Gefühle aus dieser Zeit oft besser erklären, die mir auch Einsichten über die Folgen des Krieges für unsere Familie vermittelt hatten. Mein Vater holte meinen Bruder und mich nach Weihnachten wieder nach Hause und wir haben dann etwas verspätet Weihnachten gefeiert. Meine Schwester A. wurde dann im Sommer 1959 geboren.
Meine Eltern hatten damals in Ihrem Schlafzimmer auch einen alten Wohnzimmerschrank mit einem Glasteil in der Mitte. Ich musste in diesem Zimmer allein schlafen, wenn ich mal krank war. Mein Vater zeigte mir in dem Schrank dann einmal seine geerbten Akten und erzählte dazu, dass diese sehr alte und besondere Akten unserer Vorfahren waren. Unsere Vorfahren seien sehr bedeutend gewesen. In dem Glasmittelteil waren auch andere geerbte Gegenstände, die mein Vater immer wieder benutzt hatte und die ich auch später