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»Es sind einfach zu wenig Hinweise.« Tamae schnaubte kurz. »Solange du nicht weißt, wer der Mann ist, mit dem diese Frau Kiewitz liiert war und wohin er wollte, wirst du nicht weiterkommen. Ich habe mir mal die üblichen sozialen Plattformen angesehen. Aber im Gegensatz zu vielen anderen, die alles Mögliche posten, hat sich diese Frau offensichtlich nicht öffentlich dargestellt.«
Das hatte Lena natürlich auch schon gemacht, sicherlich auch die Polizei. Wenn Tamae nichts gefunden hatte, gab es vermutlich auch nichts.
»Kennst du niemanden, der mit dieser Frau befreundet war?«
Lena schüttelte den Kopf. Im selben Moment fiel ihr doch noch etwas ein.
»Das Grillfest letzten Sommer. Da haben sich einige Bewohner der Häuser zu einem Kennenlernen zusammengetan«, murmelte sie. »Vielleicht war auch Tobys Mutter dabei.«
Tamae beugte sich vor, ihr Gesicht füllte nun fast den ganzen Bildschirm aus. »Gibt es dazu einen Namen? Jemand, der das Ganze organisiert hat? Jemanden, von dem du weißt, dass er oder sie dabei war?« Nein. Sie hatte keine Ahnung. Lena war an dem Tag eher zufällig zu dem Grillfest gestoßen. Sie konnte sich kaum daran erinnern, wen sie dort getroffen hatte. Nun gab sie passende Begriffe in die Suchleiste ihres Browsers ein und erhielt viel zu viele Treffer.
»Die Leute geben sich ja heutzutage die merkwürdigsten Spitznamen im Internet. Vielleicht hatte diese Frau Kiewitz ja einen Account unter einem Fantasienamen?«, mutmaßte Tamae, die noch immer nicht aufgegeben hatte.
Ja, nur dass Lena keine Ahnung hatte, welcher das sein könnte. Die folgenden Stunden verbrachte sie am PC, sie ging jeder noch so kleinen Verbindung nach, begann mit Hashtags wie Dietzenbach, Spessartviertel, gab dazu eine ganze Reihe von Namen ein. Alles Menschen, mit denen sie dort bereits einmal beruflich zu tun gehabt hatte. Irgendwann kam sie nicht mehr weiter. Sie fand keine Fotos von dem Grillfest und keine von Angelika Kiewietz. Vielleicht verbarg sie sich einfach gut?
Bei Facebook hatte sich Lena aus innerer Überzeugung nie angemeldet, jetzt tat sie es doch, wobei sie ihren zweiten Vornamen und den Geburtsnamen ihrer Mutter, sowie eine alte Adresse aus Teenagerzeiten angab. Dergestalt hoffentlich unsichtbar konnte sie nun etliche Profile noch etwas genauer durchforsten. Es war ihr schon immer unbegreiflich gewesen, mit welcher Naivität sich Menschen im Netz präsentierten, manche gaben mit einem peinlichen Eifer noch die b