: Gudrun Leyendecker
: E-Mail an den Papst Eine Familiensaga in der Toskana
: Books on Demand
: 9783751975469
: 1
: CHF 8.40
:
: Erzählende Literatur
: German
: 420
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Familie d` Ala führt ein großes Weingut in der Toskana. Großvater Teso, der mit den Familien seiner vier Kinder und sieben fast erwachsenen Enkeln auf dem Anwesen lebt, teilt mit ihnen Freud und Leid. Da gibt es zum Beispiel Capira, die Schwiegertochter, deren Mann Ernesto auf mysteriöse Weise ums Leben kam, und deren Tochter Wellis an einer seltsamen Krankheit leidet, der aber bisher kein Arzt helfen konnte. Die Geschichte der Familie erlebt teilweise dramatische Wendungen vor dem Hintergrund einer kritischen Auseinandersetzung mit Zeitgeist und Kirche in der modernen Zeit. Doch eins schweisst die Familie zusammen. Es ist ihr unerschütterlich fester Glaube an Gott. Zwölf Kapitel, die den Zeitraum der Jahre 2001 bis 2006 mit historischem Hintergrund in etlichen Dialogen schildern, bieten dem Leser am Ende viele berechtigte Hoffnungen.

Gudrun Leyendecker ist seit 1995 Buchautorin. Sie wurde 1948 in Bonn geboren, siehe Wikipedia. Sie veröffentlichte über 30 Bücher, unter anderem Sachbücher, Kriminalromane, Liebesromane und Satire. Leyendecker schreibt auch als Ghostwriterin für namhafte Regisseure. Sie ist Mitglied in schriftstellerischen Verbänden und in einem italienischen Kulturverein. Erfahrungen für ihre Tätigkeit sammelte sie auch in ihrer Jahrzehnte langen Tätigkeit als Lebensberaterin.

1. Kapitel ( Frühling 2001 )


Großvater Teso hob seinen Blick. Einen kurzen Moment lang schloss er die Augen. Er wartete auf ein Bild, dass sich unter seinen Augenlidern entfalten sollte, aber es kam nichts, nichts dem er Bedeutung beimessen konnte. Da war nur Dunkelheit, Leere, sein inneres Auge wurde in einen Teer farbenen Strudel gezogen, in einen Sog fragwürdiger Tiefe.

Vergeblich suchte er irgendeinen Ausweg, ein Licht, ein Zeichen, doch die erwarteten Bilder

blieben aus, seine Vorstellungen eines erleuchtenden Momentes verebbten in grauen Nebeln.

Mit einem kurzen Stoßseufzer auf den Lippen, der fast wie ein Schluchzen klang, öffnete er die Augen, sein Blick glitt aus dem Fenster, fiel auf die grauen Steinmauern des kleinen Hauses, das seinem ältesten Sohn gehört hatte und nun, seit dem ebenso tragischen wie rätselhaften Tode seines Sohnes Ernesto von seiner Schwiegertochter Capira und seiner Enkelin Wellis bewohnt wurde.

Wohnen? Großvater Teso berichtigte seinen gedachten Satz.

Das, was sich Tag und Nacht im grauen Haus abspielte, konnte er wahrlich nicht als Wohnen bezeichnen. Die körperlichen und seelischen Schmerzen seiner Enkelin Wellis bestimmten nicht nur den Tagesablauf seiner blässlichen Schwiegertochter, deren Angesicht stets vor seinem inneren Auge zerfloss, wenn er sich darauf zu konzentrieren versuchte, nicht allein das von Schmerzen bestimmte Leben der neunzehnjährigen Wellis,

nein, es interessierte, irritierte und ängstigte seiner Meinung nach mittlerweile Tausende von Menschen in farbenreichen und differenzier