: Stefan Selke
: Einladung zur öffentlichen Soziologie Eine postdisziplinäre Passion
: Springer-Verlag
: 9783658311124
: 2
: CHF 26.70
:
: Sozialwissenschaften allgemein
: German
: 751
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Öffentliche Soziologie jenseits von Michael Burawoy und For Public Sociology - wie geht das? Nach einer differenzierten Bestandsaufnahme des Diskurses macht der Autor Lust auf alternative Pfade. Er sucht den Weg ins Freie und entwickelt eine eigene Haltung zu öffentlicher Soziologie zwischen Profession und Passion. Ausgangspunkt sind hierbei drei Prämissen: Die Verbindung von Wissensform und Lebensform authentischer Persönlichkeiten, die Produktion ästhetisch, kommunikativ und kognitiv anschlussfähigen öffentlichen Wissens sowie das Verständnis öffentlicher Soziologie als transformative Wissenschaft. Damit gelingt dem Autor die postdisziplinäre Einbettung einer disziplinären Praxis. Öffentliche Soziologie wird fu?r Lehre, Forschung, öffentliche Bu?hnenarbeit, Medienpräsenz und narratives Schreiben ausbuchstabiert - auch auf der Basis persönlicher Erfahrungen des Autors. Dieser Panoramablick schließt Überlegungen zu Hochschulen im Kontext neuer akademischer Verantwortungskulturen mit ein und wird durch die Idee einer Slow University abgerundet.



Prof. Dr. Stefan Selke lehrt Soziologie und gesellschaftlichen Wandel an der Hochschule Furtwangen. Er ist Forschungsprofessor fu?r Transformative und Öffentliche Wissenschaft. Als disziplinärer Grenzgänger, Redner, Buchautor und Blogger sowie Interviewpartner für die Medien ist er regelmäßig auch jenseits der Wissenschaft präsent.
Inhalt5
Einladung zur öffentlichen Soziologie. Eine postdisziplinäre Passion. Vorwort zur 2. Auflage12
Prolog: Entschuldigung, ich bin Soziologe!25
»It takes two to tango …«25
Verstörendes Fremdschämen27
»Wie jedermann weiSS …«28
Positive Wunschbilder29
TEIL I Aufbruch: Auf dem Weg zur öffentlichen Soziologie als Passion31
Platz am Tisch der Wissenschaften32
Wissenschaft und Leben mit Haltung40
Alternative kulturelle Positionen von Wissen45
Forschung, Lehre und Engagement im Kontext progressiver Wissenschaftsnarrative47
Auf dem Weg ins Freie entsteht Zugluft48
Öffentliche Soziologie als ›enfant terrible‹50
Wichtige Lesehinweise54
TEIL II Bestandsaufnahme: ›For Public Sociology‹ zwischen Programmatik und Paradoxie57
Zeitalter der Konsequenzenlosigkeit58
Unbehagen in der disziplinären Komfortzone59
Hochschulen als Abklingbecken für Kreativität60
Selbst-Pathologisierung als Lustgewinn64
Rettung in letzter Minute?71
Revitalisierungsversuche einer Disziplin74
Prototypen der Gelehrsamkeit76
Ruf nach Relevanzsteigerung77
Ur-Vision soziologischer Vorstellungskraft80
Mythos der ›Berkeley Sociology‹82
Öffentliche Soziologie als Tanzkurs – ›For Public Sociology‹ als Taktgeber?85
Die »vier Gesichter« der Soziologie91
Zwischen Podest und Schützengraben98
Dialogkultur mit Wiedererkennungseffekten101
Botschaft auf Reisen – ›For Public Sociology‹ auf Welttournee105
Lob und Applaus für Burawoy106
Öffentliche Soziologie in globaler Perspektive107
Öffentliche Soziologie im deutschsprachigen Kontext109
Ärger auf der Dinnerparty – Kritik an ›For Public Sociology‹113
Im Rausch der Kreuztabellen118
Reflexivitätsneid123
Moralitätsüberschuss127
Marxistische Überpolitisierung133
Theorie statt soziale Praxis136
Wissenslücken einer Engagiertheitssoziologie139
De-Professionalisierungsängste142
Rhythmusstörungen zwischen Engagement und Karriere147
Instrumentalisierungs- und Korrumpierungsgefahr155
Brotlose Kunst und Karrierekiller158
Zur Unverzichtbarkeit öffentlicher Soziologie – Alternativen zu Burawoy163
Initiatoren öffentlicher Krisenexperimente im Labor Gesellschaft168
Disruptive Denker und öffentliche Intellektuelle173
Rückeroberer des öffentlichen Terrains179
Diskursiv engagierte öffentliche Soziologen184
Exkurs: Jean Ziegler – Öffentliche Soziologie als Diskurs der Subjektivität186
Idealistische Weltverbesserer und lokale Aktivisten189
Humanistische öffentliche Soziologen191
Sichtbare und ›nützliche‹ Wissenschaftler194
Dialogische Komplizen für weltverändernde Tätigkeiten198
TEIL III Plädoyer: Wütende Wissenschaft als diszipliniertes Grenzgängertum204
Prämisse 1: Wissensform und Lebensform – Öffentliche Soziologie für authentische Persönlichkeiten205
Öffentliche Soziologie als Haltung210
Entzauberung der soziologischen Perspektive213
Habituelle Entspannung220
Moralische Verantwortung und ethische Beteiligung222
Ästhetik des Eingreifens226
Der vorgeschaltete humanistische Blick229
Öffentliche Soziologie als Ausdruck biografischer Authentizität231
Kohärenz ohne Abspaltung232
Wahl zwischen Lebenslauf und Biografie235
Fachliche Grundierung ethischer Positionen241
Öffentliche Soziologie als lebensdienlicher Motivkanon243
Konvivialität im Wissenschaftssystem243
Selbstwirksamkeit durch Weil-Motive246
Wissen im Seins-Modus249
Von Irritationsagenten zu Irritationsrezipienten253
Öffentliche Soziologie als empathischer Weltzugang256
Politik der Wahrheit256
Hermeneutik des Hungers257
Wut als Ressource262
Passionierte Soziologie267
Soziologie als Kampfsport269
Prämisse 2: Anschlussfähiges Wissen – Beitrag zu einer kollaborativen Wissenschaftspraxis275
Alternative kulturelle Positionen von Wissen276
Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Praxis277
Erweitertes Verständnis von Wissensformen280
Narrative Kooperation und Sympraxis283
Von der passiven Ausweichsprache zur eigenen Stimme285
Relevante und anschlussfähige Themen293
Resonanzfähige Kontaktsprache294
Von der Erzählung zum verallgemeinerbaren Wissen299
Erzählerische Wahrheit als Wirklichkeitsbezug301
Bedürfnis nach Erinnerung302
Selbstgewählte Illoyalität303
Wahrheit beim soziologischen Schreiben304
Die Existenz des Publikums310
Das Verlangen der Publika310
Öffentlichkeit ist kein Notausgang317
Das Denken der Anderen320
Prämisse 3: Vom Wissen zum Handeln – Öffentliche Soziologie im Kontext progressiver Wissenschaftsnarrative325
Legitimation disziplinären Grenzgängertums326
›For Public Sociology‹ als Rationalitätsmythos328
Gegenaffirmative Wissenschaftsauffassungen329
Elastische Regeln331
Ende des Reinheitsgebots334
Die dreidimensionale Wissenschaftsauffassung340
Postdisziplinarität als »grosse Synthese« der Wissenschaften343
Öffentliche Soziologie in Nebenfolgengesellschaften350
Wandel der Wissensproduktion351
Entgrenzte und »verhexte « Probleme353
Der soziologische Overview-Effekt357