: Karina Halle
: Deluxe Nights
: MIRA Taschenbuch
: 9783745752632
: Dumont-Saga
: 1
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Wenn du die Frau triffst, für die du alles ändern würdest ...
Keiner der Dumont-Sprösslinge genießt so einen Ruf wie Pascal: arrogant, eiskalt und ein Playboy. Jetzt steht er an der Spitze des Luxus-Modeimperiums und braucht eine neue Hausangestellte. Als Gabrielle, die früher mit ihrer Mutter für die Familie gearbeitet hat, nach Paris zurückkehrt, stellt er sie ein. Sie fasziniert ihn wie keine Frau zuvor. In ihrer Nähe spürt er ein verzehrendes Verlangen, das Gabrielle erwidert. Aber sie lässt ihn so viel mehr fühlen, sie berührt in ihm eine längst verloren geglaubte Seite. Kann er sich für Gabrielle ändern und ein besserer Mensch werden? Was Pascal nicht ahnt: Auch sie verbirgt etwas vor ihm - und das kann die Dumont-Dynastie zu Fall bringen.

Das dramatische Finale der »Dumont«-Saga



<p>Karina Halle führt zusammen mit ihrem Mann ein kleines Bed and Breakfast an der kanadischen Küste, wo man hervorragend schreiben kann. Die Wintermonate verbringt die New-York-Times-Bestsellerauto in am liebsten in Kalifornien oder auf Kauai, wo sie nicht nur die Sonne genießt, sondern sich auch Inspiration für ihre Romane holt. Ihre Werke sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.</p>

PROLOG

Gabrielle

»Du hast keinen Grund, dich vor mir zu fürchten«, erklärt er.

Ich erstarre. Ich habe ihm den Rücken zugekehrt, ich dachte, in der Küche, wo uns jeder sehen kann, wäre ich sicher. Aber natürlich stimmt das nicht.

In diesem Haus ist es nirgendwo sicher.

Besonders um diese Zeit nicht.

»Gabrielle.« Er sagt meinen Namen. Diesmal klingt seine Stimme sanfter und daher noch gemeiner. In den vergangenen Jahren hat er diese Stimme so oft bei mir eingesetzt. Einst, als ich kleiner und somit tabu war, bekam ich lediglich ein Lächeln. Ich wünschte, ich hätte gewusst, wie viel Bosheit sich hinter diesem Lächeln verbarg.

Ich will mich nicht umdrehen, doch natürlich muss ich das. Ich will nicht, dass er mich überrumpelt, wie er es schon so oft getan hat.

Ich drehe meinen Oberkörper und schaue über die Schulter. »Kann ich Ihnen helfen, Monsieur?«

»Ich hätte gern eine Flasche1986er Bordeaux auf mein Zimmer. Und ich möchte, dass du mir Gesellschaft leistest und ein Glas mit mir trinkst.«

Ich kenne diese Tour. Ich habe schon versucht, Nein zu sagen, allerdings funktioniert das nie. Es macht ihn nur wütender. Es macht das Leiden schlimmer.

»Ich weiß nicht, ob Ihrer Frau das gefallen würde«, sage ich langsam, und mir wird im gleichen Moment klar, dass das ein Fehler war.

Hinter mir ist Stille, angespannte Stille, wie sie vielleicht in einem Wald herrscht vor einem Vulkanausbruch, der jeden Baum verbrennen wird.

Ich drehe mich um und entdecke ihn im Türrahmen stehen. Seine Silhouette zeichnet sich vor dem Licht aus dem Flur ab, sein Gesicht ist nicht zu erkennen. Das macht ihn jedoch nicht weniger Furcht einflößend.

»Du solltest sie besser nicht erwähnen«, meint er, und seine Stimme trieft vor Gehässigkeit.

Mein Herz hämmert mir in den Ohren, immer schneller, wird zum Trommelwirbel, und der Schmerz, den ich in den letzten Tagen mit mir herumgeschleppt habe, bringt mich fast dazu, dass ich mich krümme. Ich kämpfe dagegen an und drücke die Fingernägel in die Handflächen. Ich fühle nichts außer Narbengewebe, weil ich das schon so oft gemacht habe.

Ich habe eine Scheißangst.

Ich kann das nicht schon wieder durchmachen.

»Tut mir leid, Monsieur«, sage ich leise, obwohl das nicht stimmt. Mir tut nur leid, dass ich nicht schnell genug war. Ich hätte auf mein Zimmer rennen sollen, als ich noch die Chance dazu hatte. Allerdings kann ihn nichts aufhalten, wenn er entschlossen ist.

Er seufzt laut und