: Karina Halle
: Deluxe Dreams
: MIRA Taschenbuch
: 9783745752557
: Dumont-Saga
: 1
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Ei legendäres Modeimperium, eine Familie, umgeben von dunklen Geheimnissen, und eine Liebe, so tief und echt ...
Ihre Rucksacktour führt Sadie an die Riviera, doch sie erlebt Nizza nicht von der Sonnenseite. Als sie überfallen wird, eilt ihr ein attraktiver Fremder zu Hilfe. Ihr Retter ist Olivier Dumont, der begehrteste Junggeselle Frankreichs und Erbe des Modeimperiums. Olivier zieht sie in seinen Bann - und in eine Welt voller Glamour, Luxus und Leidenschaft. Er erfüllt ihr all ihre Träume und erobert ihr Herz. Schon bald jedoch muss Sadie erkennen, wie zerbrechlich ihr Glück ist. Denn hinter der glitzernden Fassade der Dumont-Dynastie lauern Abgründe und Gefahren, die ihre und Oliviers Liebe für immer zerstören könnten ...
Der mitreißende Auftakt der »Dumont«-Saga



<p>Karina Halle führt zusammen mit ihrem Mann ein kleines Bed and Breakfast an der kanadischen Küste, wo man hervorragend schreiben kann. Die Wintermonate verbringt die New-York-Times-Bestsellerauto in am liebsten in Kalifornien oder auf Kauai, wo sie nicht nur die Sonne genießt, sondern sich auch Inspiration für ihre Romane holt. Ihre Werke sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.</p>

KAPITEL EINS

Sadie

Nizza, Frankreich

Gegenwart

Zugticket?

Check.

Handy?

Check.

Lächerliche Reisebrieftasche zum Anschnallen ans Bein?

Ähm.

Mist.

Ich durchwühle die Fächer meines Rucksacks, krame in meiner Umhängetasche, schaue mich in dem leeren Schlafsaal um und versuche verzweifelt, mich daran zu erinnern, wo ich das verdammte Ding gelassen habe. Schließlich befinden sich mein Geld, meine Kreditkartenund mein Reisepass darin.

Den Vormittag habe ich damit verbracht, an der Promenade zu joggen, und da hatte ich nur ein paar Euro für einen Kaffee nach dem Laufen dabei. Die restliche Zeit hing ich im Aufenthaltsraum rum und futterte mich durch die Reste von der Grillparty des Hostels am Vorabend. An solchen Tagen, an denen ich kein Geld fürs Essen ausgeben muss, kann ich mir etwas anderes gönnen. Ich bin wie ein Schakal mit Lippenstift.

Doch wenn ich meinen Geldgürtel nicht mehr finde, kann ich mir keinen neuen Lippenstift leisten.

Dann fällt mir ein, dass ich nach zu vielen Drinks an der Bar zu meinem Bett gestolpert bin und plötzlich allen in dem Raum misstraut habe.

Ich strecke die Hand aus und hebe die Matratze am Rand an.

Tada! Mein Geldgürtel.

Seufzend greife ich danach und drücke ihn mir an die Brust.

Nach der zweimonatigen Rucksacktour durch Europa könnte man glauben, mir fielen bessere Möglichkeiten ein, meine Sachen aufzubewahren, aber, hey, zumindest war ich nach einer Flasche Wein noch wachsam. Ich habe genügend Horrorgeschichten von meinen bisherigen Reisebekanntschaften gehört, um zu wissen, dass man immer mit dem Schlimmsten rechnen musste.

Mein Worst-Case-Szenario wäre im Augenblick der Verlust meines Reisepasses oder meiner Geldbörse, daher trage ich diesen hässlichen und unbequemen Geldgürtel um meine Wade geschnallt. Kommt mir ein Hostel zu unsicher vor, nehme ich ihn beim Schlafen nicht ab. Gestern Abend habe ich es offensichtlich für einen guten Mittelweg gehalten, die Reisegeldbörse unter meiner Matratze zu verstecken.

Ich ziehe ein Bein meiner weiten und unglaublich zerknitterten Leinenhose nach oben und schnalle mir den Gürtel um, bevor ich mich noch einmal in dem schmutzigen, schäbigen Zimmer mit den durchhängenden Matratzen umschaue. Es stinkt nach den beiden ungeduschten Schweizern, die gestern angekommen sind. Wahrscheinlich sind sie jetzt in irgendwelchen Clubs unterwegs, ihr säuerlicher Geruch hängt allerdings noch in der Luft.

Nur gut, dass ich gleich aus diesem Loch rau