: Franz Grieser
: Gut genug statt perfekt Perfektionismus loslassen - entspannter leben
: Junfermann Verlag
: 9783749501366
: 1
: CHF 19.90
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 152
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es ist ein Fehler, keine Fehler machen zu wollen! In gesundem und verträglichem Ausmaß können Ehrgeiz und Genauigkeit in vielen Lebensbereichen von Vorteil sein, z.B. im Beruf. Nachteilig sind jedoch zu hohe Anforderungen an sich selbst, überkritische Beurteilungen und die Abhängigkeit von der Meinung anderer. Damit wird Perfektionismus schnell zur Blockade, die Erfolg und Wohlergehen behindert. Ziel dieses Selbstcoachings ist:• sich immer mehr von dem inneren Zwang zu befreien, Perfektes leisten zu müssen, und so seine Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.• in jeder Situation frei entscheiden zu können, wie viel Anstrengung für eine Aufgabe angebracht ist.• sich von den negativen Aspekten des Perfektionismus wie Aufschieben, Blockaden, Stress, Burnout und Ängsten zu befreien.• die positive Seite des Perfektionismus, also das Streben nach Spitzenleistung, zu behalten.• zu spüren, dass man nicht perfekt sein muss, um von anderen akzeptiert zu werden.

Franz Grieser ist Buchautor, Schreib-Coach und Gestalttherapeut. Er beschreibt sich selbst als 'entspannten Perfektionisten' und weiß aus eigener Erfahrung um die Herausforderungen seiner Leser*innen.

Einführung


Da du1 dieses Buch gekauft hast, gehe ich davon aus, dass du Schwierigkeiten mit deinem Perfektionismus hast und deshalb etwas verändern willst. Genauer gesagt: Du willst die negativen Seiten ablegen und positive Aspekte behalten (ja, Perfektionismus hat auch positive Seiten).

Was Perfektionismus ist und was daran problematisch ist, werde ich gleich erklären. Zuerst einmal zwei Beispiel für ganz unterschiedliche Seiten von Perfektionismus.

Fallbeispiel 1: der Buchautor, der sich selbst im Weg stand

Dieses Buch ist das 26. Buch, das ich unter meinem Namen veröffentliche. Viele Bücher habe ich geschrieben, weil ich mehr über das Thema wissen wollte; die anderen, weil ich mein Wissen zum Thema weitergeben wollte. Bei einigen meiner Bücher, die ich als Experte geschrieben habe, habe ich das (für Perfektionisten typische) Hochstapler-Phänomen am eigenen Leib erlebt. Ich wollte unbedingt alles, was es zum Thema gibt, ins Buch packen. Ich wollte um alles in der Welt vermeiden, dass auch nur ein einziger Leser mich dafür kritisiert, ich hätte etwas Falsches geschrieben oder etwas Wichtiges übersehen – denn dann wäre ich ja nicht der Experte, sondern einer, der nur so tut.

Als ich die erste Version dieses Buchs vor drei Jahren schrieb, bin ich in diese selbst gestellte Falle getappt. Im Lauf des Schreibprozesses wurde mir klar, welch hohen Anspruch ich an mich selbst habe: „Wenn ich ein Buch über Perfektionismus schreibe, muss ich meinen Perfektionismus zu 100 Prozent überwunden haben. Sonst darf ich das gar nicht schreiben. Wie will ich denn sonst als Autor glaubhaft sein – oder auch als Coach, der Perfektionisten begleitet?“

Über diesen Anspruch bin ich dann tatsächlich gestolpert. Allein schon der Anspruch („zu 100 Prozent“) ist ja typisch für einen Perfektionisten. Und als Perfektionist dürfte ich das Buch ja gar nicht schreiben. Ich wollte es dann erzwingen, das ging aber nicht: Ich habe von Lektion zu Lektion länger gebraucht für das Schreiben – bis ich dann inLektion 4 stecken blieb.

Nach ein paar Tagen Verschnaufpause habe ich mich für eine neue Vorgehensweise entschieden: „O. k., ich habe offensichtlich noch eine Menge perfektionistischer Züge in mir. Dann probiere ich doch mal die Methoden aus dem Buch von diesem Franz Grieser aus. Mal sehen, ob ich damit lernen kann, besser mit meinem hohen Anspruch und meiner Angst vor Kritik zurechtzukommen. Ob ich damit in der Lage bin, mein Buch ohne diesen Druck gut zu Ende zu schreiben. Mal sehen, was dieser Franz draufhat. ;-)“

Was soll ich sagen: Da du dieses Buch gerade liest, ist es mir offenbar gelungen.

Fallbeispiel 2: die un-perfekte Gastgeberin

Für Katja (die in Wirklichkeit nicht Katja heißt) war nichts im Leben wichtiger, als die perfekte Gastgeberin zu sein. Jedes Mal, wenn sie Freunde oder Verwandte eingeladen hatte, putzte sie vorher stundenlang die gesamte Wohnung, inklusive der Fenster. Nicht selten passierte es, dass sie, während sie dabe