: Ingolfur Blühdorn, Felix Butzlaff, Michael Deflorian, Daniel Hausknost, Mirijam Mock
: Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet
: Transcript Verlag
: 9783839454428
: X-Texte zu Kultur und Gesellschaft
: 1
: CHF 15.90
:
: Soziologie
: German
: 350
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Auch wenn die Dringlichkeit einer sozial-ökologischen Transformation zur Nachhaltigkeit längst von praktisch allen Seiten anerkannt wird - moderne Gesellschaften verteidigen ihren Wohlstand und Lebensstil entschiedener denn je. Beharrlich wird eine sozial und ökologisch zerstörerische Politik der Nicht-Nachhaltigkeit betrieben. Die Konjunktur des Rechtspopulismus signalisiert, wie sehr das ökologisch-demokratische Projekt vergangener Jahrzehnte brüchig geworden ist. Und die Corona-Pandemie verschiebt die Prioritäten erneut in Richtung Wachstumspolitik und Konsumstimulation.

Dies r Band stellt grundlegende Annahmen der Nachhaltigkeitsforschung und Umweltsoziologie in Frage. Er skizziert neue sozialwissenschaftliche Forschungsperspektiven, um die eigenartige Fortdauer der Nicht-Nachhaltigkeit zu erhellen.



Ingolfur Blühdorn, geb. 1964, ist Professor für soziale Nachhaltigkeit und Leiter des Instituts für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Soziologie, Gesellschaftstheorie, der Wandel moderner Demokratien und umweltpolitische Theorie. Von 1995 bis 2015 lehrte er Politische Soziologie an der University of Bath (GB) und hatte Gastprofessuren an verschiedenen internationalen Universitäten inne.
Felix Butzlaff, geb. 1981, ist Universitätsassistent am Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er hat Politikwissenschaften, VWL und Öffentliches Recht an den Universitäten Göttingen und Santiago de Chile studiert und arbeitet zu Themen der Demokratieentwicklung sowie dem Wandel von politischen Parteien und sozialen Bewegungen.
Michael Deflorian, geb. 1990, ist Research and Teaching Associate am Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er hat in Uppsala Umweltgeschichte und in Berlin Politikwissenschaft studiert und beschäftigt sich mit neuen urbanen Bewegungen sowie der Transformation der Wachstumsgesellschaft.
, geb. 1975, ist Assistenzprofessor am Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er hat Politikwissenschaft und Philosophie in Wien studiert und an der Keele University (GB) promoviert. Er arbeitet vorrangig zu Fragen der Transformationsfähigkeit und Nachhaltigkeit moderner demokratischer Systeme und des kapitalistischen Staats.
Mirijam Mock, geb. 1989, ist Research and Teaching Associate am Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie hat in Wien Soziologie studiert und einen Master in Development Studies erworben. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Praxistheorie, Sharing Economy, nachhaltiger Konsum und Theorien moderner Gesellschaften.

Cover1
Inhalt5
Im Zeichen des VirusVorwort zur zweiten Auflage9
Repolitisierung12
Hoffnungserzählungen14
Simulative Politik18
Sehnsucht nach Normalität20
Soziologie der Nicht-Nachhaltigkeit22
Am Anfang …27
Haben wir es gewollt?Vorüberlegung31
Kein gutes Leben für Alle!Annäherung an einen Paradigmenwechsel47
Der singuläre Moment und seine Vorgeschichte52
Zivilgesellschaft, Staat und Parteien60
Vernunft, Mündigkeit und Verantwortung65
Ein sozialwissenschaftlicher Perspektivenwechsel68
Die Gesellschaft der Nicht-NachhaltigkeitSkizze einer umweltsoziologischen Gegenwartsdiagnose83
Erfolg und Scheitern des Nachhaltigkeitsparadigmas89
Neue Entschlossenheit?100
Unsere Freiheit, unsere Werte, unser Lebensstil113
Das nicht-nachhaltige Ich123
Zwischenbilanz133
Politik der Nicht-Nachhaltigkeit139
Die gläserne Decke der TransformationStrukturelle Blockaden im demokratischen Staat161
Die Unmöglichkeit eines Nachhaltigkeits-Imperativs165
Lebensweltliche Nachhaltigkeit und systemischeNicht-Nachhaltigkeit171
Die soziale Konstruktion der gläsernen Decke der Transformation175
Mögliche Zukünfte182
Der Verlust des GestaltungsanspruchsÜber Parteien als programmatische Avantgarde einer gesellschaftlichen Transformation191
Gestaltungsfähigkeit und Willensbildungsaufgaben194
Steuerungsansprüche und Innenorientierung – Aufgaben von Programmprozessen und politischen Zieldiskussionen202
Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit in Parteiprogrammen206
Sind Parteien noch Schools of Democracy? Zukünftige Forschungsaufgaben214
Transformative Bewegungen?Nischenaktivismus zwischen Management und Überwindung der sozial-ökologischen Krise223
Neue soziale Bewegungen und das Vorher-bilden einer alternativen Gesellschaft228
Die spätmoderne Gesellschaft und das flüchtig-flüssige Ich230
Das Immer-wieder-bilden eines autonomen und integrierten Selbst233
Denkblockaden und Forschungsaufgaben238
Verantwortliches Individuum?Die (Un-)Haltbarkeit der Erzählung von der Konsument*innenverantwortung245
Grüne Konsument*innen – die schlafenden Riesen?247
Zur Problematik der Erzählung der Konsument*innenverantwortung252
Interventionen in nicht-nachhaltige Konsumpraktiken?259
Gesellschaftstheoretische Annahmen ernst nehmen264
Transformation durch Demokratisierung?Wertewandel und neue Konfliktlinien273
Der Wandel des Wertewandels hat schon begonnen278
Identitäre Sehnsucht und neue Ängste283
Exklusionsbestrebungen und neue Gemeinschaften289
Denkblockaden und Forschungsaufgaben294
Demokratie der Nicht-NachhaltigkeitBegehung eines umweltsoziologischen Minenfeldes303
Entzauberung und anti-demokratisches Gefühl308
Dialektik der Demokratie315
Dysfunktionalität und Metamorphose321
Metakritik und Systemaffirmation329
Autoren und Autorinnen345