: York Heinrich
: Der Wirklichkeit ausgesetzt Neunzehn Protokolle zur Positionierung
: Books on Demand
: 9783752612837
: 1
: CHF 4.40
:
: Philosophie
: German
: 160
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dieses Buch ist eine Hinwendung zum Individuellen in der jeweiligen Umgebung. Es wird eine Hochkultur, die unter den besonderen Bedingungen möglich ist, beschrieben. Lange waren die Menschen als Partner von der Natur akzeptiert worden. Nun würde die Erde energiereicher und wärmer werden. Die persönliche Abgabe, der Energieausgleich, der Schutz vor einem fieberhaften Kollaps wird immer schwerer. Eine peridisziplinäre Philosophie soll daher eine individuelle Positionsbestimmung zur Orientierung in diesem komplexen Zusammenhang darstellen. Diese Philosophie geht von einer geheimnisvollen Wirklichkeit aus. Sie zielt darauf, in deren ständigen Stoffwechsel kulturelle Standpunkte zu stellen, eine passende Stoffwechsellage, ein Zustand, auf den ein Energiestoffwechsel regelmäßig zurückkommen kann, ein mögliches Plateau menschlicher Entwicklung. Aber Wirklichkeit will ständige Veränderung. Ist das auf Erden der Kreislauf? Die peridisziplinäre Philosophie ist die Fähigkeit, in den persönlich überschriebenen Begriffen auszusagen, was man in seiner aufgesuchten Position wahrnimmt, worin sie sich von Anderem, umgebenden Könnerschaften oder dem Fremden, unterscheidet und was als analog betrachtet werden kann. Informationen verteilen sich in verschiedenen Individuen und in diversen Räumen unterschiedlich. Die Wahrnehmung soll am Ganzen teilhaben können, aber man soll auch die Wahl haben, sich in ein persönliches Umfeld zurückzuziehen, die Perspektive zu wechseln.

"Der Wirklichkeit ausgesetzt" ist die fünfte Publikation des Autors York Heinrich. Von ihm erschienen bislang"Auf der Suche nach dem idealen Satz" (2014),"Sauermachers Übergang: Ein Buch für alle, die noch etwas zu geben haben" (2015),"Der große Moment" (2017)" sowie Humane Algorithmen" (2018).

Menschlichkeit heißt, die Umwelt in die
Köpfe zu holen


Vier Menschen aus unmittelbarer Nachbarschaft, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, trafen sich an einem schönen Sommerabend zur Vorbereitung auf ein gemeinsames Abendessen. Jeder der vier ging abends mit diversen Ängsten oder Freuden ins Bett und wachte mit verschiedenen Aufgaben für den kommenden Tag wieder auf. Und dennoch herrschte an diesem Abend eine friedliche Stimmung.

Die vier Freunde, sie hatten sich mit jedem Treffen etwas mehr angefreundet, zwei Männer und zwei Frauen, hatten frische Pasta zubereitet aus Wasser, Mehl, Salz sowie Eiern. Von jeder Zutat etwas, und es war seinem Freund gelungen, sich in fremder Küche ohne Verletzungen der Prozedur der Zubereitung zu widmen. Der Teig war gelungen. Die Zutaten waren ihm von den anderen gereicht worden. Ob er Zucker oder Salz nutzte, war in seinem Fall eine Frage des Geschmacks und Vertrauens, denn er konnte nichts sehen, aber in besonderer Weise schmecken, riechen, tasten, hören und denken.

Das Abmessen des Wassers gelang ihm, wie immer, mit einem Finger im Glas, genau in der richtigen Höhe, um eine Überfüllung des Behältnisses zu verhindern. Er hatte viele dieser Tricks auf Lager, und ihm zuzuschauen, mit welcher Sicherheit er sich mit seinem weißen Langstock im Quartier bewegte, war ein Vergnügen. Das Instrument zur Orientierung diente anderen wiederum als Zeichen, auf ihn Rücksicht zu nehmen. Der begabt Sehende beobachtete ihn oft aus dem Kaffeehaus am Platz.

Für viele andere Handlungen kam ihm sein erweitertes Gehirn mit den verschiedensten Anwendungen zu Hilfe, oft einfach App genannt. Eine dieser technischen Algorithmen beschrieb nach einem Foto, das mit einem intelligenten Telefon gemacht wurde, als sogenannte Erkennungshilfe eine Person mit ihren Merkmalen.

Der verblüfft Sehende wurde fehlerhaft um sechs Jahre jünger geschätzt, aber zu seinem Bedauern als neutral aussehend. So hätte er sich natürlich selbst nicht beschrieben. Er hatte ein bestimmtes Bild von sich abgespeichert, wahrscheinlich wie die meisten seiner Mitmenschen. Genauso hatte er sich Bilder der Menschen, die ihm bisher begegnet waren, gemacht. Mit diesen Bildern im Kopf sah man seine Mitmenschen in bestimmten Kategorien, häufig unter Nutzung allgemeinster Begriffe. Damit beging er sicherlich auch Fehler, indem er dem Gesehenen häufig nicht zu