: Klaus Ruthenberg
: Säuren - eine kleine Kulturgeschichte wissenschaftliche Veröffentlichungen der Hochschule Coburg
: A7-24 Aumann
: 9783956260384
: 1
: CHF 11.50
:
: Allgemeines, Lexika
: German
: 162
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wir kennen Säuren in unserem Alltag, z. B. in Form von Milchsäure, Kohlenstoffsäure, als Zitronensäure oder in Autobatterien. 'Säuren - eine kleine Kulturgeschichte' zeigt das historische Werden einer zentralen chemischen Stoffgruppe. In diesem Band kann kurzweilig an einem Stück Chemiegeschichte teilgenommen werden und auch am Forschergeist über viele Jahrhunderte. Der Bogen spannt sich von den Säuren in der Antike und der Alchemie, der Beschreibung einzelner Säuren bis hin zu modernen bioanalytischen Errungenschaften. Ergänzt wird der Band durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis und mit vielen Abbildungen und Skizzen, die die Texte illustrieren. Der Band ist das erfreuliche Ergebnis eines Projekts mit Studierenden der Bioanalytik des zweiten Studienjahres an der Hochschule Coburg. Ein gut lesbares Werk für alle an Wissenschaftsgeschichte Interessierte, die über das Studium der Chemiegeschichte auch etwas über die Chemie selbst lernen wollen.

Säuren in der Alchemie


Fabienne Reiß& Tamara Schreiner


Alchemy has been a precursor of modern chemistry particularly with respect to the knowledge about stuff transformations. Andreas Libavius has been one of the most central figures of late alchemy. His work marks a turning point in history in that he described systematically the preparation of important substances, among which the acids played a dominant role.

Abb.3Deckblatt der Alchemia von Andreas Libavius

Säuren in der Alchemie


Fabienne Reiß& Tamara Schreiner


Einführung


Das Verständnis der Alchemie hat sich durch die Zeit verändert - von der antiken, über die mittelalterlich/arabische bis hin zur neuzeitlichen Alchemie, die dann durch die Chemie, so wie sie heute verstanden wird, abgelöst wurde.15

Geprägt wurden die oben unterteilten Epochen der Alchemie vor allem durch ihre Anhänger, deren Vorstellungen und neuen Erkenntnissen. In der Alchemie gab es ein breit gestreutes Themenspektrum. Eine wichtige Unterdisziplin zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte der „Vorläufer-Wissenschaft der Chemie“: Die Transmutation, d. h. die Vervollkommnung unedler Metalle in edle wie zum Beispiel Gold und die Mittel durch welche dieses ermöglicht werden sollte. Vor allem die Säuren standen über die Zeit im Verdacht die Metallumwandlung zu ermöglichen, weshalb sich einige Forscher mit dieser Stoffklasse besonders auseinandersetzten, so wie auch Libavius.

Als mit Libavius die Darstellung der Mineralsäuren abgeschlossen und festgehalten wurde, kennzeichnete dies einen enormen Erfolg in dieser Wissenschaftsdisziplin. Es standen nunmehr nicht nur die Kenntnisse über Ressourcen, die die Natur für die Säureherstellung liefern konnte, sondern die Rezepte für die „scharfen Wässer“ zur Verfügung, und machten das Forschen nach der Metallumwandlung erheblich einfacher.

Der Name Alchemie hat verschiedene Ursprünge. Zunächst wurde die Wissenschaft als göttliche, heilige Kunst bezeichnet. Später wurden die Niederschriften mit „chymeia“ oder „chemeia“ betitelt und durch den arabischen Präfix „al“ bzw. die lateinische Prägung entstand der „Wissenschaftsname“ al-kimiya/ Alchemia/ Alchimia und zu Deutsch Alchemie.

Alchemie in der Antike


Ihren Anfang nahm die Alchemie spätestens im 1. Jh. n. Chr. in der Zeit des Hellenismus in Ägypten. Praktikabel war diese „Prä-Wissenschaft“ allerdings nur in Tempeln, deren Werkstät