2. Coaching – Hilfe zur Selbsthilfe
Ein Coach ermöglicht die Hilfe zur Selbsthilfe und steuert den Prozess, der zum Ziel führt. Er selbst ist kein Lösungsanbieter. Akzeptanz, Vertrauen und Diskretion sind wichtige Grundpfeiler in der Zusammenarbeit zwischen Klienten und Coach.
Es geht für den Coach nicht darum, schnelles Geld mit menschlichen Befindlichkeiten zu erwirtschaften, sondern so gezielt und effektiv wie möglich und auftragsgebunden auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens, der Fähigkeiten, der Talente, des Wissens, des Glaubens, der Wertvorstellungen, der Persönlichkeit, der soziologischen Rollen und Systemzugehörigkeiten, der Sinnfindung mit der anvertrauten Person zu arbeiten.
Wir Coaches sollten daher über eine solide Ausbildung als Grundlage für unser Arbeiten verfügen, denn das sind wir den Klienten schuldig. Auch wenn das Coaching wie in meinem in der Einleitung geschilderten Beispiel trotz allem immer wieder zu unerwarteten Ergebnissen führen kann.
Sich nach einem Prozess, der einen unzufrieden zurücklässt, auf die Suche nach den Ursachen zu begeben bringt Experten oft in Kontakt mit eigenen Mustern und fordert dazu heraus, die eigene Medizin zu kosten: Fragen zu stellen und zu beantworten, Denkmuster zu durchbrechen, Motive zu ergründen, Zielsetzungen neu zu definieren und sich vielleicht sogar selbst coachen zu lassen.
Diese Suche kann deutlich machen, dass in der Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedliche Blickwinkel auf die Welt, das Problem und den Prozess einerseits nötig sind und andererseits aber auch die Dynamik des Ablaufs beeinflussen.
Coaching ist wie eine Art Tanz: einContemporary, bei dem die Schrittfolge im Bewegungsablauf entsteht und auf dem Vertrauen basiert, dass derjenige, der führt, weiß, was er tut. Es geht um das Hineinspüren und das Gefühl für den Rhythmus. Wenn sich beide Protagonisten darauf einlassen, entsteht Resonanz. Aber das Ganze funktioniert nur dann, wenn der Führende weiß, was er tut, und der Folgende darauf vertrauen kann.
2.1 Erstkontakt – die tragfähige Grundlage
Alles beginnt mit dem Kennenlernen, denn hier wird der Grundstein für die Zusammenarbeit gelegt. Nicht nur fachliche Kompetenz und der Bezug zum Klientenumfeld, also die Erfahrung, die der Coach mitbringt, um mit dem Klienten an dessen Problem zu arbeiten, sondern auch Sympathie spielt eine erhebliche Rolle. Sympathie bedeutet hier nicht, dass man sich gleich vorstellt, beste Freunde werden zu können, sondern sie ist vielmehr das Fundament des Vertrauens. Kann man sich „riechen“? Auch das ist metaphorisch zu sehen, denn nicht immer besteht die Möglichkeit, ein Erstgespräch wirklich von Angesicht zu Angesicht durchzuführen. Manchmal lernt man sich während eines Telefonats kennen oder während einer Videokonferenz. In meinem Erfahrungsumfeld ist das Kennenlerngespräch immer kostenfrei, denn es ist sowohl für den Coach als auch für den Coachee ein wichtiger Gradmesser: Beide müssen miteinander „können“!
Es geht also bei diesem Gespräch nicht nur um die Auftragsklärung, sondern auch um eine erste Klärung auf der Beziehungsebene. Beide beteiligte Parteien haben dann die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie miteinander arbeiten wollen und können. Wenn es für eine Seite nicht passt, sollte