: Thorsten Roelcke
: Geschichte der deutschen Sprache
: Verlag C.H.Beck
: 9783406733109
: Beck'sche Reihe
: 2
: CHF 8.90
:
: Sprache: Allgemeines, Nachschlagewerke
: German
: 128
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Thorsten Roelcke geht es in diesem Buch um die geschichtliche Entwicklung der deutschen Sprache - und um die Frage, warum das Deutsche heute so ist, wie es eben ist. Dabei steht die Entwicklung des sprachlichen Systems im Deutschen selbst im Vordergrund und wird auf ihren sozialen und kulturellen Bedingungen hin betrachtet. Es werden die verschiedenen Ebenen der sprachlichen Entwicklung verfolgt, wie die von Laut und Schrift, Grammatik, Wortschatz oder Mundart und Standardsprache.

Thorsten Roelcke ist Leiter des Fachgebiets und des Studiengangs Deutsch als Fremd- und Fachsprache sowie Wissenschaftlicher Leiter der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen (ZEMS) an der Technischen Universität Berlin.

1. Woher kommt die deutsche Sprache?


1.1 Indoeuropäisch


Woher kommt eigentlich das Deutsche: Von welcher Sprache stammt es ab und mit welchen Sprachen ist es verwandt? Auf diese Fragen eine befriedigende Antwort zu finden, war und ist für viele Germanisten eine große Herausforderung. Zum einen deshalb, weil mit ihrer Beantwortung unser Platz unter den Sprachen und Völkern dieser Erde überhaupt erst deutlich wird, und zum anderen auf Grund dessen, dass hierzu kaum sprachliche Zeugnisse vorliegen, auf die man zurückgreifen könnte. Und so wird die Vorgeschichte der deutschen Sprache in zweifachem Sinne zu einem spannenden Thema, dem man sich von wissenschaftlicher Seite mit viel kriminalistischem Spürsinn gewidmet hat.

Vergleicht man beispielsweise das deutsche WortVater mit bedeutungsgleichen Ausdrücken anderer moderner Sprachen in Europa, stellt man rasch gewisse Ähnlichkeiten fest – so etwa im Falle von englischfather oder italienischpadre. Aus solchen und zahlreichen weiteren Beispielen kann man dann schließen, dass all diese Sprachen ganz offensichtlich miteinander verwandt sind und eine gemeinsame Geschichte haben. Ein Blick in die Vergangenheit bestätigt dies für das genannte Beispiel sofort: So lauten bereits die entsprechenden Bezeichnungen im Lateinischenpater oder im Gotischenfadar. Doch solche Gemeinsamkeiten, wie sie durch die sog.Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft festgestellt werden, reichen noch weit über die neueren und älteren Sprachen Europas hinaus – etwa, wenn man (um bei dem Beispiel zu bleiben) innerhalb der altindischen Sprache dem Wortpitar begegnet. Diese und viel