: Grischa Vercamer
: Hochmittelalterliche Herrschaftspraxis im Spiegel der Geschichtsschreibung Vorstellungen von »guter« und »schlechter« Herrschaft in England, Polen und dem Reich im 12./13. Jahrhundert
: Harrassowitz Verlag
: 9783447199742
: Deutsches Historisches Institut Warschau
: 1
: CHF 87.00
:
: Mittelalter
: German
: 805
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Die wichtige historische Epoche der 'Renaissance des 12. Jahrhunderts' oder auch der 'Anfänge nationaler Geschichtsschreibung' ist nicht nur durch entscheidende Veränderungen sozialer, politischer und wirtschaftlicher Natur gekennzeichnet, sondern in dieser Zeit wurden aufgrund der historischen Rahmenbedingungen Schreibtraditionen zur guten und schlechten Herrschaft begründet, die teils bis heute reichen. Grischa Vercamer untersucht in seiner Studie vergleichend die Vorstellungen hochmittelalterlicher Chronisten bezüglich praktischer Herrschaftsausübung in England, Polen und dem Heiligen Römischen Reich. Mittelalterliche Chronisten bzw. Historiographen beschreiben Herrschaft nicht abstrakt oder theoretisch, sondern anhand konkreter Personen und konkreter Handlungen. Dadurch lässt sich ein fundierter Eindruck davon gewinnen, wen damalige Autoren als 'guten' oder 'schlechten' Herrscher ansahen und auf welchen Handlungen sie ihr teils unbewusstes, teils verschleiertes Urteil begründeten. Es werden diffuse Ordnungs- und Rechtsvorstellungen fassbar, die eine Alternative zu herkömmlichen Rechtsquellen bieten. Der hier angewendete systematisch-analytische Zugriff auf die Werke mithilfe von soziologischen und narratologischen Werkzeugen ermöglicht es, ein ganzheitliches, belastbares Bild von Herrschaft aus den Chroniken herauszuarbeiten. Zudem wird nach eventuell vorhandenen Verschiedenheiten bei der Wahrnehmung von Herrschaft bezüglich der im Hochmittelalter sehr unterschiedlichen Nationen gefragt. Überraschend lassen sich dabei durchaus signifikante Unterschiede feststellen.
Cover1
Titelseiten4
Inhalt6
Vorwort10
1. Einleitung14
1.1. Überlegungen zu Zeit und Ort19
1.1.1. Eigenheiten des 12./beginnenden 13. Jahrhunderts19
1.1.2. Vergleich England, Polen und das Reich22
1.2. Herrschaft: Theorien im Mittelalter und in der Moderne24
1.2.1. Soziologische Forschung zur Herrschaft und Macht25
1.2.2. Forschungsansätze in der Mediävistik zur Herrschaft33
1.2.3. Theorien von Herrschaft bei den Autoren des 12./13. Jahrhunderts41
1.2.4. Herrschaft in der Sprache der Chroniken/Quellen46
1.3. Rituale: Theorie (Exkurs)47
1.4. Vorstellungsgeschichte/Narratologie: Theorie50
1.4.1. Geschichtsschreibung/Vorstellungsgeschichte52
1.4.2. Neuere Theorien zur Erzählstruktur/Narratologie und zum unbewussten Schreiben58
1.5. Vorlagen für die Darstellung von Herrschaft (herrschaftliche Idealtypen in Antike/Frühmittelalter) – Problem der Topik und der virtutes62
1.6. Methodologisches Vorgehen zur Sichtbarmachung von Herrschaftsdarstellung in Chroniken – Arbeitsweise68
1.7. Erfassung und Auswertung der Quellenstellen in einer Datenbank72
2. Quellenauswahl76
2.1. Welche Kriterien wurden an die historiographischen Werke angelegt, um sie zur Grundlage der vorliegenden Arbeit zu machen? Kriterien76
2.2. Welche Auswahl an Texten findet sich in den drei zugrunde gelegten Nationen und wie/warum wurden die sechs Chroniken gewählt?77
2.2.1. England77
2.2.2. Polen84
2.2.3. Reich85
2.3. Welche Arten der Geschichtsschreibung gilt es zu unterscheiden? Welche davon finden sich in den ausgewählten Quellen?91
2.4. Besprechung der benutzten historiographischen Werke93
2.4.1. England93
2.4.2. Polen106
2.4.3. Reich122
3. Herrschaftspraxis: Voraussetzungen und Strukturen134
3.1. Einleitung134
3.2. Allgemeine Strukturen in England, Polen und dem Reich135
3.2.1. England135
3.2.2. Polen145
3.2.3. Reich165
4. »Tätigkeitsfelder der Herrschaftspraxis« – Analyse der Vorstellungen von Herrschaft in den Chroniken176
4.1. Einleitung176
4.2. Der Fürst als Richter178
4.2.1. Wilhelm von Malmesbury181
4.2.2. Roger von Howden181
4.2.3. Gallus Anonymus183
4.2.4. Vincent Kad?ubek185
4.2.5. Otto von Freising/Rahewin187
4.2.6. Historia Welforum190
4.2.7. Zusammenfassung: ‚Fürst als Richter’ in den sechs Geschichtsschreibungen191
4.3. Der Fürst als Verwalter bzw. Herrschaft durch Administration193
4.3.1. Wilhelm von Malmesbury195
4.3.2. Roger von Howden197
4.3.3. Gallus Anonymus201
4.3.4. Vincent Kad?ubek203
4.3.5. Otto von Freising/Rahewin204
4.3.6. Historia Welforum205
4.3.7. Zusammenfassung:‚Fürst als Verwalter’ in den sechs Geschichtsschreibungen206
4.4. Der Fürst als Politiker/Diplomat in Beratungssituationen208
4.4.1. Wilhelm von Malmesbury211
4.4.2. Roger von Howden213
4.4.3. Gallus Anonymus215
4.4.4. Vincent Kad?ubek217
4.4.5. Otto von Freising/Rahewin218
4.4.6. Historia Welforum220
4.4.7. Zusammenfassung: ‚Fürst als Politiker’ in den sechs Geschichtsschreibungen222
4.5 Der Fürst als Gesetzgeber226
4.5.1. Roger von Howden227
4.5.2. Vincent Kad?ubek227
4.5.3. Otto von Freising/Rahewin228
4.5.4. Zusammenfassung: ‚Fürst als Gesetzgeber’ in den drei Geschichtsschreibungen228
4.6. Der Fürst als Repräsentant von Herrschaft/Inszenierung von Macht230
4.6.1. Wilhelm von Malmesbury233
4.6.2. Roger von Howden233
4.6.3. Gallus Anonymus236
4.6.4. Vincent Kad?ubek237
4.6.5. Otto von Freising/Rahewin239
4.6.6. Historia Welforum240
4.6.7. Zusammenfassung: ‚Fürst als Re