KAPITEL 1
Liebe auf den ersten Blick, genau das war es; berauschend, lebensverändernd, pulsbeschleunigend. Etwas Vergleichbares war ihr zuvor nur zweimal passiert, dieses Gefühl des Wiedererkennens, dass etwas so absolut richtig für sie war. Sie hatte keine Sekunde gezögert, keine Spielchen gespielt, nicht gesagt, sie würde es sich überlegen. Doch nach einem Blick auf ihre Uhr hatte sie gemerkt, dass sie zu spät zur Vorstandssitzung kommen würde, und war nach einer äußerst knappen Verabschiedung aus dem Lokal gehastet.
Im Taxi rief sie als Erstes ihren Mann an. Das tat sie immer, denn er musste Bescheid wissen, sofort davon erfahren. Sein Leben wurde von ihren Entscheidungen genauso stark beeinflusst wie das ihre. Er freute sich wie erwartet für sie und sagte, sie würden sich beim Abendessen weiter unterhalten. Es würde spät werden, erinnerte sie ihn, worauf er nur leise seufzend meinte, er freue sich trotzdem auf sie, wann immer sie käme.
Sie konnte sich glücklich schätzen, einen solchen Mann zu haben, dachte sie.
»Gut gelaufen.« Hugh Bradford lehnte sich zurück und bestellte einen Brandy. Sonst trank er mittags keinen Alkohol; er hatte sich während des Essens auf Wasser beschränkt und lediglich mit einem Glas Champagner auf den Deal angestoßen, obwohl er Lust auf mehr gehabt hätte. Und auch Bianca hatte nur ein paar Schlückchen von dem Champagner getrunken, um einen klaren Kopf zu bewahren.
Hugh fragte sich kurz, ob diese attraktive Frau sich jemals gehen ließ, und kehrte dann wieder in die Realität zurück. Solche gedanklichen Ausflüge hatten in seiner Beziehung zu Bianca keinen Platz.
»Ja, ausgezeichnet«, pflichtete ihm Mike Russell, sein langjähriger Kollege, mit einem anerkennenden Blick auf die Brandyflasche bei. »Jetzt müssen wir sie nur noch der Familie verkaufen.«
»Der bleibt keine andere Wahl«, sagte Bradford. »Aber ich glaube, sie werden sie mögen. Oder zumindest dieVorstellung von ihr. Bestimmt finden sie sie besser als einen Mann. Wir sollten ein Treffen für Anfang nächster Woche vereinbaren.«
»Oder noch diese? Wir haben nicht viel Zeit.«
»Ich werde die Familie und die Unternehmensleitung von Farrell am Freitag kennenlernen«, sagte Bianca an jenem Abend zu ihrem Mann. »Am Freitagnachmittag. Ich kann’s kaum erwarten. Das Ganze ist einfach irre, Patrick, als hätte Hollywood die Story dazu geschrieben.«
»Tatsächlich?«
»Ja. Natürlich gibt’s eine Matriarchin – in der Kosmetikbranche wirkt im Hintergrund fast immer eine Matriarchin …«
»Tatsächlich?«, fragte Patrick noch einmal.
»Ja. Elizabeth Arden, Estée Lauder, Helena Rubinstein …«
»Ich glaube nicht, dass ich interessante Gedanken zur Kosmetikindustrie beitragen kann«, bemerkte Patrick. »Da kenne ich mich nicht so gut aus. Doch vermutlich wird sich das bald ändern.«
»Könnte gut sein. In diese Branche mu