: Henryk Sienkiewicz
: Mit Feuer und Schwert. Historischer Roman in vier Bänden. Band I Der Aufstand
: apebook Verlag
: 9783961302727
: 1
: CHF 0.50
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
Die Reihe MIT FEUER UND SCHWERT Erleben Sie schwer gepanzerte Husaren im Kampf gegen stolze Kosaken und wilde Tataren! Epische Schlachten vor 400 Jahren, in einem Königreich des Ostens, von dem kaum jemand etwas weiß. Und mittendrin: das Schicksal zweier Verliebter, die in den Wirren des Krieges nicht zueinander finden. Als historischer Liebesroman steht MIT FEUER UND SCHWERT Werken wie 'Ivanhoe' von Sir Walter Scott oder 'Die drei Musketiere' von Alexandre Dumas in nichts nach. Und als ernsthafter historischer Roman kann die Tetralogie durchaus mit 'Krieg und Frieden' von Tolstoi konkurrieren. Henryk Sienkiewicz ist einer der großen Erzähler der Belletristik und erhielt für sein episches Schaffen den Nobelpreis für Literatur. Der Historische Roman umfasst über 1000 Seiten und liegt hier in einer überarbeiteten Neuauflage als Tetralogie vor. Dieses ist der erste von vier Bänden. Der Umfang des ersten Bandes entspricht ca. 250 Buchseiten. Die Reihe DAS ÖSTLICHE KÖNIGREICH Die Tetralogie MIT FEUER UND SCHWERT ist die erste eigenständige Sequenz der übergeordneten und insgesamt 13 (bzw. 17) Teile umfassenden Reihe DAS ÖSTLICHE KÖNIGREICH, die aus drei solcher eigenständigen Sequenzen besteht: MIT FEUER UND SCHWERT (4 Teile), DIE SINTFLUT (6 Teile) und RITTER WOLODYJOWSKI (3 Teile). Darüber hinaus kann die eigenständige vierteilige Reihe DIE KREUZRITTER, die im 14. und 15. Jahrhundert spielt, als chronologisches Prequel von DAS ÖSTLICHE KÖNIGREICH betrachtet werden. Insgesamt etwa 5.000 Seiten voller Abenteuer, Tragik, Liebe und Heldentum.

2. Kapitel


Als Herr Skrzetuski den nächsten Tag früh in Tschechryn eintraf, nahm er Quartier im Hause des Fürsten Jeremias, wo er sich eine Zeitlang aufhalten wollte, um die Leute und Pferde nach der langen Reise aus der Krim, welche infolge des hohen Wasserstandes und der starken Strömung des Dniepr, die eine Fahrt mit Flußkähnen stromaufwärts durchaus unmöglich machten, also zu Lande gemacht werden mußte, verschnaufen zu lassen. Skrzetuski selbst pflegte sich eine Weile, dann erst ging er zu Herrn Sazwilichowski, dem früheren Kommissarius des Freistaates, welcher ein guter Soldat, wenn auch nicht in Diensten des Fürsten Jeremias, doch ein vertrauter Freund Skrzetuskis war. Der Statthalter war begierig zu hören, ob für ihn keine Dispositionen aus Lubnie gekommen waren. Der Fürst hatte nichts Besonderes hinterlassen. Er hatte dem Statthalter sagen lassen, daß für den Fall, daß die Antwort des Khans eine günstige wäre, er langsam heimkehren solle, damit Pferde und Menschen möglichst geschont würden. Die Angelegenheit mit dem Khan war aber folgende: Es handelte sich um die Bestrafung einiger schwarzer Tataren, welche sich widerrechtlich in seine Hinter-Dnieprschen Besitzungen eingedrängt, und welche er selbst schon tüchtig zusammengehauen hatte. Der Khan hatte auf seine diesbezüglichen Klagen wirklich eine günstige Antwort gegeben. Er hatte versprochen, die Ungehorsamen zu strafen, im April einen besonderen Gesandten zu schicken, und da ihm daran lag, sich die Geneigtheit eines so berühmten Kriegers, wie der Fürst war, zu erwerben, so sandte er demselben durch Herrn Skrzetuski ein Pferd edelster Rasse. Skrzetuski war froh, längere Zeit in Tschechryn verweilen zu können, nachdem er seine Botschaft so ehrenvoll durchgeführt hatte, eine Botschaft, deren Zweck allein schon eine ehrenvolle Auszeichnung für ihn war. Dafür war Herr Sazwilichowski sehr bekümmert um das, was seit einiger Zeit in Tschechryn vorging. Sie gingen also zusammen zu dem Walachen Dopula, welcher in der Stadt eine Ausspannung und Weinstube hielt, und dort trafen sie trotz der frühen Stunde eine Menge Adlige, denn es war Markttag. Außerdem hielten an diesem Tage in Tschechryn zahlreiche Viehherden Rast, welche in das Lager des Kronenmilitärs getrieben wurden, was wieder eine Ansammlung von vielen Fremdlingen mit sich brachte. Die Adligen nun versammelten sich am Markte in dem sogenannten Glockenviertel bei Dopula. Es waren dort Pächter der Koniezpolski, Tschechryner Beamte, und Besitzer privilegierter polnischer Ländereien, unabhängiger seßhafter Adel, ferner landwirtschaftliche Beamte, einige Kosakenhauptleute und polnischer Kleinadel, teils in Stellungen, teils auf eigenen Höfen lebend.

Die einen wie die anderen nahmen die Bänke längs der langen eichenen Tische ein, sich laut unterhaltend von der Flucht Chmielnizkis, welche in der Stadt große Bewegung hervorgerufen hatte. Skrzetuski und Sazwilichowski setzten sich abseits in einen Winkel, und der Statthalter fing an zu fragen, wer denn dieser Chmielnizki sei, daß alle von ihm sprächen.

»So wißt Ihr das nicht?« antwortete der alte Soldat. »Es ist der Schreiber der Saporogen-Regimenter, der Besitzer von Subotowo und – setzte er leiser hinzu – mein Gevatter. Wir kennen uns schon lange. Manche Not haben wir gemeinschaftlich durchgemacht, immer erreichte er sein Ziel, was er besonders bei Cecora bewies. Einen in Militärsachen erfahreneren Menschen gibt es kaum noch in der Republik. Man darf nicht laut davon sprechen, aber das ist ein echter Führer, ein kluger, willensstarker Mensch; ihm gehorcht das gesamte Kosakenvolk mehr als allen Hauptleuten und Feldherren. Er ist ein Mensch, welchem auch Tugenden nicht fehlen, aber stolz, unruhig, und wenn Haß ihn befällt, so kann er erschreckend grausam sein.«

»Was ist ihm denn geschehen, daß er aus Tsc