1. Kapitel
In meinen Händen fühlte sich die Blüte der Rose „Elbflorenz“ wie kühle Seide an. Der Duft dieser altrosa blühenden Knospe erinnerte mich an die frischen Himbeeren und Aprikosen aus dem Garten meines Großvaters. Während sich meine Gedanken in die Vergangenheit verloren und durch den Blumengarten auf dem Venusberg spazierten, rief mich das Quietschen des Gartentores wieder in die Gegenwart zurück.
Ich stieß einen kleinen Freudenschrei aus, als ich die junge Frau mit den langen blonden Haaren erkannte, die eilig auf mich zu lief. „Hanna! Wie kommst du denn hierher?!“
Meine Nichte strahlte mich an. „Mit einem der wenigen Busse, die zu dir führen.“
Einen Augenblick später lagen wir uns in den Armen.
„Ich habe gedacht, du bist mit deinem Freund Max im Schwarzwald“, fragte ich sie verwundert.
Das Strahlen verschwand aus ihrem Gesicht. „Das war ich auch. Aber Max ist plötzlich verschwunden. Und dafür gab es überhaupt keinen Grund. Wir haben uns nicht einmal gestritten.“
„Komm erst einmal mit herein. Soll ich dir ein Kaffee kochen? Dann kannst du mir alles gleich in Ruhe erzählen.“
Sie folgte mir ins