: Harald Müller
: Zwölf Tage im Mai
: myMorawa von Dataform Media GmbH
: 9783991101628
: 1
: CHF 2.60
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: Erzählende Literatur
: German
: 184
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Leben von Johannes Schweiger, einer fiktiven Person, neigt sich seinem Ende zu. Schließlich ist er beinahe neunzig Jahre alt. Die meisten Alten erwarten sich nicht mehr viel vom Leben, schon gar nicht von einer Zukunft; sie geben (sich) auf, schalten in den Vergangenheitsmodus und versuchen, die längst vorbei geflogenen Tage in schönsten Bildern zu malen. Schwaiger ist anders; er denkt anders. Für ihn liegt die Zukunft geheimnisvoll und spannend vor ihm. Er plant sie nicht; er lässt sie auf sich zukommen. Eines hat er gelernt: Alles hat einen Sinn; die Freude wie das Leid, das Glück und auch das Unglück. Das, was er in der Vergangenheit hatte, konnte er immer nur mit den Augen der damaligen Gegenwart beurteilen. Doch die danach folgenden Jahre relativierten vieles. Für Johannes Schwaiger liegt klar auf der Hand: Von längst vergangenen Ereignissen, Beobachtungen und Erfahrungen lerne, die Gegenwart - ein Wimpernschlag - genieße mit allen Sinnen, auf die Zukunft freue dich!

Harald Müller, Jahrgang 1945, emerit. Grundschulpädagoge Als einer, der nicht nur in die Hungerjahre, sondern auch in die Schweigejahre hinein geboren wurde, versuche ich mit meinen Recherchen, über jene Zeit mehr zu erfahren. Die Vergangenheit - unser aller Vergangenheit - zu kennen, ohne sich darin zu verfangen oder sie zu verherrlichen, ist von eminenter Bedeutung für unser gegenwärtiges Leben. Nur wenn ich die Vergangenheit kenne, kann ich die Gegenwart richtig verstehen, und vielleicht gelingt es mir dann, die Zukunft besser gestalten. Bisherige Publikationen: Die Nixen aus dem Krotenbach, eine Sammlung von Kunstsagen Tatort Brunn, wahre Kriminalfälle in eine Erzählung verpackt Zahlreiche religionsphilosophische Aufsätze Gespräche mit Gott

Donnerstag, 2. Mai 2019

Er sieht die Zeitung, die noch ungelesen auf dem Tisch vor ihm liegt. Ach, die sollte ich auch noch durchblättern. Sein Blick bleibt an der

Überschrift hängen, und viele Gedanken kommen in ihm hoch.

Die letzten vier Jahrzehnte waren von einer unglaublichen Durchmischung der Völker und Kulturen geprägt. Vielleicht wird man in dreihundert Jahren diese kurze Epoche mit „Zweite Völkerwanderung“ bezeichnen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts – der Alte erinnert sich; da war er gerade einmal 70 – kam es durch die Freizügigkeitsregeln in der Europäischen Union zu einer echten Völkergemeinschaft im Handel und am Arbeitsmarkt. Zusehends wurden die ehemaligen Gastarbeiter durch Arbeitskräfte aus Osteuropa verdrängt. Viele, vor allem Menschen aus den Balkanstaaten, gingen zurück in ihre Heimatländer, die in der Zwischenzeit einen höheren Standard erreicht hatten. Aber dann passierte das, was viele Menschen vorausgesehen hatten. Eine unglaubliche Häufung von kleinen politisch und religiös bedingten Kriegen im vorderasiatischen und im afrikanischen Raum führte zu massiven Flüchtlingsströmen ins „Gelobte Land“ Europa. Die von den Kolonialmächten einst ausgeraubten Gebiete in Afrika waren verödet. Die Landwirtschaft auf dem Niveau des europäischen Mittelalters. Mühsam und grausam wurde von den dereinst Rechtlosen und Unterdrückten versucht, demokratisc