Als ich an diesem Abend zu Bett ging, geschah es mit der Gewissheit, wieder etwas Boden unter meinen Füßen verloren zu haben. Ich lag auf der linken Seite des Ehebettes, dort, wo der kühle Lufthauch des leicht geöffneten Fensters das Bett streifte, horchte in die Dunkelheit, suchte den Schlaf, konnte ihn jedoch lange nicht finden. Das milchig-kalte Mondlicht zeichnete Ringe in die vielfältigen Verzweigungen des Astes, der vor dem Schlafzimmerfenster in die regnerische Herbstnacht ragte und bei jedem Windstoß an die Scheiben klopfte. Von Zeit zu Zeit trug der Wind den dünnen, weinenden Ton einer Geige ins Zimmer.
Obwohl es nicht sonderlich kalt war, zitterte ich. Mit hochgezogener Decke rollte ich mich zusammen. Ich musste mein Leben wieder in den Griff bekommen! Wie ich das anstellen sollte, wusste ich allerdings nicht.
Am nächsten Morgen stand ich früher auf als sonst. Es war Samstag, aber es hielt mich nicht mehr im Bett. Die Oktobersonne spiegelte sich in der wassergefüllten Schüssel mit den Rosenknospen, fröhlich tanzend