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Als es dämmerte, fuhren wir kollektiv in die Höhe, weil jemand die Schiebetür des Busses aufriss.
Man hatte uns gefunden.
„Was glaubt ihr, was ihr hier tut?“, fragte Papas zornige Stimme.
Ich blinzelte angestrengt und brauchte einen Moment, um klar zu sehen. Mein Vater steckte den Kopf zur hinteren Tür herein und musterte uns mit bösem Blick. Papa, sonst die Gutmütigkeit in Person, zeigte sich mehr als erbost. Ein riesiger, wütender Berg von einem Mann.
„Wo kommst du denn her?“, wollte Joshua verschlafen wissen. Seine kurzen Haare standen nach allen Richtungen ab.
Papa schimpfte: „Aus Heidelberg, woher denn sonst? Ich hab euch die ganze Nacht gesucht, verdammt noch mal! Spinnt ihr eigentlich? Ihr könnt doch nicht einfach abhauen!“
Ich konnte verstehen, dass er nach einer solchen Nacht seinem Zorn Luft machen wollte, aber wir hatten gute Gründe für unser heimliches Fortgehen gehabt. Wir hatten Papa, Oma, Matthias und Irmgard aus der Gefahrenzone entfernt, indem wir mit dem Weltenschlüssel weggegangen waren. Die Vehemenz, mit der man uns verfolgt hatte, zeigte mir, wie richtig diese Entscheidung gewesen war. Und wir besaßen ihn noch immer. Trotzig reckte ich das Kinn und sah meinem Vater herausfordernd in die Augen. Es tat mir weh, dass wir in letzter Zeit selten einer Meinung sein konnten, dass ich irgendwann aufgehört hatte, Papas kleines Mädchen zu sein.
Manchmal vermisste ich das beschauliche Familienleben vor all dem, als ich keinen magischen Schlüssel besesse