Einführung
Von John Dicey, weltweiter Geschäftsführer und leitender Therapeut von Allen Carr’s Easyway, Co-Autor
- Verspüren Sie den unablässigen Drang, immer wieder auf Ihr Handy zu schauen, wenn Sie im Zug, mit Freunden in der Bar oder vor dem Fernseher sitzen?
- Verspüren Sie ein gutes Gefühl, wenn Sie zum Handy greifen, obwohl Sie es eigentlich gar nicht brauchen?
- Verbringen Sie täglich mehrere Stunden mit Online-Spielen?
- Befürchten Sie, dass Sie etwas verpassen könnten, wenn Sie nicht alle paar Minuten nachsehen, ob sich auf Ihren Social-Media-Accounts etwas Neues getan hat, und reagieren Sie verärgert oder gereizt, wenn das nicht möglich ist?
All das sind Anzeichen für die Internet- oder digitale Sucht, die in unserer Gesellschaft immer weiter um sich greift, jedoch erst ganz allmählich als Gefahr erkannt wird. Dass wir in allen Lebensbereichen immer stärker auf digitale Geräte angewiesen sind, bringt ein nie dagewesenes Maß an Stress, Isolation, Arbeitsvermeidung, Schlafstörungen und Antriebslosigkeit mit sich.
Smartphones sollen uns ganz gezielt süchtig machen. Das soll nicht heißen, dass die klugen Köpfe, die dahinterstecken, uns mit Absicht schaden wollen. Die Sucht wird durch genau die Eigenschaften ausgelöst, die Smartphones so einfach und nutzerfreundlich, intuitiv und nützlich machen. Wenn wir diese Geräte angemessen einsetzen, können sie uns das Leben mit ihren unzähligen effektiven und sinnvollen Funktionen erheblich erleichtern – schließlich bieten sie Möglichkeiten, die noch zu Beginn des Jahrtausends nach Science Fiction geklungen hätten.
Bei unangemessener Nutzung dagegen geben wir die Kontrolle aus der Hand. Dann lassen uns die Geräte keine Ruhe und verlangen nach Aufmerksamkeit, wenn wir uns mit etwas anderem beschäftigen. So geraten wir allmählich in die Falle, geben nach und lassen uns letztendlich rund um die Uhr von ihnen steuern. Das liegt an den chemischen Abläufen in unserem Gehirn. Handys sind gezielt so konzipiert, dass wir immer wieder danach greifen. Mit ständigen Benachrichtigungen und Hinweisen verhindern sie, dass wir uns ungestört einer Tätigkeit oder anderen Menschen widmen können. Unsere Geräte verlangen unablässig nach Aufmerksamkeit.
Ein Erwachsener verbringt im Durchschnitt fast zehn Stunden pro Tag vor digitalen Bildschirmen: Smartphones, Tablets, Laptops, Desktops, Fernseher. Das erscheint uns mittlerweile normal, doch für viele Menschen ist die digitale Welt, in der sie leben, zwanghaft und obsessiv geworden, sodass sie das wahre Leben verdrängt und eine ernste Gefahr für die Gesundheit darstellt. Dabei gefährdet übermäßige Bildschirmzeit nicht nur die psychische Gesundheit und zwischenmenschliche Beziehungen, sondern kann auch zu Fettleibigkeit, Schlafmangel und schweren Augenschäden führen. All das wissen Sie natürlich schon, denn aus diesem Grund lesen Sie dieses Buch. Deshalb ersparen wir Ihnen endlose Ausführungen über die negativen Folgen der digitalen Sucht und über das Schicksal, das Ihnen in der »Technikfalle« droht.
Tatsache ist, dass die digitale Technik unser Gehirn beeinflusst und uns süchtig macht. Die Symptome sind die gleichen wie bei herkömmlichen Süchten:
- Unkontrollierbarer Konsum
- Beeinträchtigung anderer Lebensbereiche (Arbeit und Beziehungen)
- Kein Interesse mehr an anderen Aktivitäten (Sport, Sex, zwisc