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WER EIN FAHRZEUG FÜHRT, DARF NUR SO SCHNELL FAHREN, DASS DAS FAHRZEUG STÄNDIG BEHERRSCHT WIRD
»Die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen beträgt achtzig Stundenkilometer«, sagt Dad.
»Tut mir leid, aber … ich hab’s eilig.« Ich schaue in den Rückspiegel. Hatte geglaubt, ein Martinshorn zu hören, aber ich sehe weit und breit kein Polizeiauto.
Meine liebste Terry,
als Erstes sollst du wissen, dass du nichts hättest ändern können. Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Die Angst jagt meine Gedanken im Kreis herum, immer schneller, bis ich keinen einzigen mehr zu fassen kriege.
»Hab ich dir schon mal erzählt, wie Frank Sinatra in mein Taxi gestiegen ist?«, fragt Dad.
»Nee, hast du nicht.« In den Gesprächen mit meinem Vater lüge ich ziemlich häufig.
»Es war Freitagnacht, und ich fuhr die Harcourt Street entlang. Der Verkehr war furchtbar wegen diesem Zeug … diesem … Wasser …«
»Regen?«
»Ja, Regen und …«
Und als Zweites sollst du wissen, dass du nichts hättest ändern können. Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Die Ampel wird rot, und ich halte abrupt. Die Bremsen quietschen. Nächsten Monat muss der Wagen zum Verkehrstest, ich muss ihn vorher noch zur Inspektion bringen. Brendan meint, ich soll mir ein neues Auto zulegen, so einen kleinen Flitzer, mit dem ich leichter einen Parkplatz finde. Aber ich mag den wuchtigen Volvo. Stimmt natürlich, dass er sich demnächst nicht mehr gut verkaufen lässt. Aber ich fühle mich so sicher darin, und er hat mich noch nie im Stich gelassen.
»Und ich hab zu Frank gesagt, ich kenne die Texte von all Ihren Songs und …«
Aus dem Augenwinkel sehe ich Iris’ Brief auf meiner Handtasche liegen. Ich habe ihn zusammengeknüllt.
… Aber bitte akzeptiere, dass ich diese Entscheidung lange und ausführlich erwogen habe. Und ich werde sie nicht bereuen …
Ich war noch nie zuvor am Hafen von Dublin und parke auf einem Behindertenparkplatz, obwohl ich keine Erlaubnis dafür habe.
»Dad, bleibst du bitte im Wagen? Ich … ich muss schnell was erledigen.«
»Natürlich, Liebes, kein Problem.«
»Versprichst du mir ganz fest, dass du hier sitzen bleibst?«
»Holst du deine Mutter ab?«
»Schwör, dass du hierbleibst, bis ich wieder da bin.«
… und es mag zu viel verlangt sein, dich zu bitten, diesen Schritt zu verstehen. Aber ich hoffe, dass es dir gelingt, denn deine Meinung ist mir wichtig, und …
Mein