: Jürgen Ehlers
: Durch die kalte Nacht Liebe und Verrat in den besetzten Niederlanden, 1943-45
: Books on Demand
: 9783750478633
: Liebe und Verrat in den besetzten Niederlanden
: 3
: CHF 2.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 424
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Fallschirmagent Gerhard Prange gibt vor, für die deutsche Abwehr zu arbeiten. Aber als das Funkspiel mit England aufgegeben wird, wird auch Gerhard verhaftet. Seine Freundin Sofieke bemüht sich um seine Freilassung. Der zwielichtige Agent Christmann verspricht zu helfen, aber Sofieke vertraut ihm nicht. Zum Glück scheint jedenfalls die achtjährige Sara in Sicherheit zu sein. Aber niemand ist sicher in diesen Zeiten. Und neugierige Nachbarn gibt es überall: »Warum hängt bei euch Kinderwäsche auf der Leine?«

Jürgen Ehlers wurde im Mai 1948 in Hamburg geboren. Er war als Geowissenschaftler beim Geologischen Landesamt Hamburg tätig und hat zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze und mehrere Fachbücher zum Thema Eiszeit geschrieben. Im Jahre 1992 erschien seine erste veröffentlichte Kriminalerzählung. Für »Weltspartag in Hamminkeln« wurde Ehlers mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Seit 2005 schreibt er historische Kriminalromane, die überwiegend auf echten Kriminalfällen beruhen. Im März 2019 erschien sein neuester historischer Kriminalroman »Im Haus der Lügen«. Im Januar 2020 folgte »Durch die kalte Nacht«, der dritte Band der Holland-Trilogie. Jürgen Ehlers ist Mitglied im Syndikat und in der Crime Writers' Association. Er lebt mit seiner Familie in einem Dorf unweit von Hamburg.

Juni 1943


Während die Deutsche Wehrmacht nach dem Rückschlag in Stalingrad auf neue Erfolge an der Ostfront hofft, geht das Leben in den besetzten Niederlanden seinen normalen Gang. Vom Durchgangslager Westerbork werden in zwei Zügen am 6. und 7. Juni 1266 jüdische Kinder nach Sobibór gebracht und direkt nach ihrer Ankunft vergast.

Dienstag, 15. Juni 1943

Sofieke betrat die Gaststätte »De Eikelaar« in Den Haag und sah sich suchend um. Ihr war klar, dass sie sofort die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich ziehen würde. Eine Frau ging nicht allein in ein Café.

»Hier bin ich!« Richard Christmann stand an der Theke und hielt ein Glas Bier in der Hand. »Komm, wir setzen uns hier rüber.«

»Moffenmeid«, sagte jemand. Sofieke tat, als habe sie das nicht gehört. Sie war jetzt 21 Jahre alt und lebte seit gut zwei Jahren unter falschem Namen in Den Haag. Bis jetzt war alles gutgegangen. Sie hatte ihre Haare blond gefärbt, und ihr falscherpersoonsbewijs war so gut wie echt. Niemand konnte ahnen, dass sie eine Jüdin war.

Zu dieser Tageszeit waren die meisten Tische im Lokal noch frei.

Sofieke wünschte, Gerhard wäre hier. Ihr deutscher Freund. Aber G