: Sebastian Schaefer
: Anonym
: G.O.T.T. Sciencefiction Roman
: Eridanus Verlag
: 9783946348269
: 1
: CHF 4.40
:
: Science Fiction
: German
: 100
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
' ein Weg war, ist und wird mühsam, aber wenn es dann zum Ende kommt, dann wird es ein gutes sein, da bin ich mir sicher.' Der Klang goldener Fanfaren hallt durch die Galaxien. Permana, die kleine, einem funkelnden Saphir gleiche Welt, ruft zum bedeutendsten Turnier des Universums und die Champions aller Völker eilen herbei, um den Schatz der Dynastie und mit ihm immerwährenden Ruhm zu erlangen. Noch ahnt niemand, dass für den Sieg weit mehr nötig sein wird als Kampfgeschick und Tapferkeit. Fernab des Wettstreits taumelt ein gesichtsloser Reisender im verschmutzten Sartre-Anzug durch Raum und Zeit und stellt sich einer entsetzlichen Bedrohung, welche die gesamte Schöpfung ins Chaos stürzen könnte. Die Schicksalsfäden von elf Charakteren, die unterschiedlicher kaum sein könnten, werden in G.O.T.T. auf höchst unerwartete Weise miteinander verwoben und schließlich zu einem großen Finale geführt. Das bildgewaltige SF-Spektakel bringt ein Wiedersehen mit den unsterblichen Wjui, dem Kult von Aszlil und den Gepps - diesen kleinen, neugierigen Nagetieren, die allzu gern Verwirrung stiften, indem sie mit ihren beherzten Pfoten am großen Rad des Schicksals drehen. Sebastian Schaefer erschuf mit G.O.T.T. ein weiteres Kapitel seiner bildgewaltigen Space Opera. Der Initialroman für dieses Werk, »Der letzte Kolonist«, wurde für den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar und den Deutschen Science-Fiction-Preis nominiert.

Sebastian Schaefer wurde im Sommer 1977 in Münster geboren. Er ist verheiratet, Volljurist, Schriftsteller und Abenteurer und lebt seit jeher in der Stadt Essen. Er liebt seine Frau und sein Heim, die See und das Erzählen von Geschichten. Im Literarischen hat er sich mit Gedichten, Kurzgeschichten und Romanen insbesondere im Sciencefiction- und Fantasybereich umgetan. Veröffentlichungen: - G.O.T.T. (Eridanus Verlag 2020) - Der letzte Kolonist (Eridanus Verlag 2018) - Das Bronzetor (Neuauflage von Hand am Hort im Heyne Verlag (2008) - Hand am Hort (Fantasy Productions / Pabel Moewig Verlag (2003)

Durch Verdammnis und Trostlosigkeit

 

Das blutrote Wasser perlte an der knöchernen Staude herab und formte dabei ein Gebilde aus groben Adern, die den Anschein erweckten, als wäre noch irgendeine Art von Leben in dem versteinerten Leib der urwüchsigen Ishtiria. Auf den klebrigen Tropfen des dunklen Regens glitzerten die Lichter der elektrischen Nebel, die über den dampfenden Mooren aus verfaulten Algen und den unsichtbaren Fundamenten ausgelöschter Geschichte aufstiegen. Hin und wieder manifestierten sich festere Strukturen in dem Dampf aus Energie und gespenstischem Leuchten. Ab und zu würde man komplexere Gebilde in ihnen erkennen können. Manche von ihnen glichen Trichtern oder Röhren, deren Konturen deutlich zu sehen und durchscheinende, schimmernde Oberflächen so verfestigt waren, dass sich der von der stickigen Atmosphäre verfärbte Niederschlag in ihnen sammeln konnte. Nicht selten bildeten sich auf diese Weise glitzernde Rinnsale, die sich durch das Gewirr venöser Kanäle ihren Weg in die Tiefe bahnten, um dort unten Seen aus düsterem Karmesin entstehen zu lassen.

Wenn sich diese unwirklich wirkenden Tümpel aus Flüssigkeit und dem Staub einer entsetzlichen Vergangenheit irgendwann so sehr anfüllten, dass sich ihre immer mehr verdichtenden Körper nicht länger von den vergänglichen Formen elektrisierter Schwaden im Zaum halten ließen, zerrissen ihre instabilen Hüllen. Das verfestigte Innere der Tümpel und Teiche zerbrach ihr Gefängnis und fiel gleich herrlich leuchtenden Rubinen hinunter, um in den Sümpfen der vor den schroffen Gebirgshängen liegenden weiten Ebenen bis in alle Ewigkeit zu verschwinden. Das, was sich hinter dem dunstigen Areal des morastigen Plateaus abzeichnete, war nicht etwa klobiges Gestein oder verwaschener Fels, auch wenn es auf einen ersten Blick den Anschein erweckte. Es waren die geschmolzenen Überreste einer riesigen Metropole, die einstmals Milliarden von Lebewesen sicheres Obdach gewährt hatte. Heute waren jede Sicherheit und jeder Schutz verloren und einem Höllenpfuhl aus verstrahltem Schutt und ätzenden Gewässern gewichen, der noch weniger zu ertragen war als das, was die wahr gewordene Apokalypse nicht mit aller Gewalt getroffen und in den Abgrund der Vernichtung gerissen hatte. Aber auch dort, wo nicht das Zentrum der tödlichen Vernichtung gelegen hatte, gab es kaum noch etwas, das auf die Zeit hindeutete, in der noch alles ganz anders gewesen war. Die Vegetation war verdorrt und vergangen, mumifiziert wie die Ishtiria oder zu sterilen Einöden geworden wie die einst in goldener Pracht blühenden Titanweizenwälder an den vormals tosenden Wasserfällen der weit im Süden gelegenen Täler. Das, was die Zivilisation zustande gebracht hatte, war zerbrochen wie dünnes Glas. Es war einfach nicht fähig gewesen, Widerstand zu leisten gegen etwas, auf das es nicht gefasst gewesen war. Die Natur hatte sich dem Übermächtigen gebeugt und dort in Ehrfurcht verneigt, wo das übrige Leben aufrecht und starr geblieben war und so das eigene Ende hatte kommen sehen können. So gab es weder Augen noch Ohren, die Zeuge von dem wurden, was sich nun ereignete, auch wenn es nicht unbemerkt bleiben würde.

Blitze zuckten durch die verregnete Nacht voller Schwärze und erhellten die verstümmelten Überreste dieser Welt. Ihr gleißendes Feuer nahm an Intensität zu, als sie den Himmel in Brand setzten und eine klaffende Wunde in die alptraumhafte Realität schlugen, die das Schicksal hier hinterlassen hatte. Der Horizont zerbarst in schrillen Farben und ein triefender Körper wurde hervorgeschleudert.

Die humanoide Gestalt, die einen vormals weißen, aber jetzt zerkratzten, verrußten und vollkommen verschmierten Schutzanzug trug, rollte sich geschickt auf dem schlüpfrigen Boden ab und sprang auf die Beine, um eine breitläufige Massekanone von der Schulter zu reißen und durchzuladen. Das blasse Licht der Munitionsanzeige spiegelte sich auf dem glatten, kugelförmigen und vollkommen blickdichten, schwarzen Helm. Die Gestalt stand geduckt und wandte sich ruckartig zu allen Seiten, so als wartete sie nur darauf, von etwas angefallen zu werden. Nur zögerlich richtete sie sich langsam auf und zog sich vorsichtig einen kleinen Tornister von den Schultern, der nur den oberen Teil ihres Rückens verdeckt hatte. Noch im