: Erica Binder
: Was für mich zählt Lebensorientierung durch Werte
: Junfermann Verlag
: 9783749500789
: 1
: CHF 23.50
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 176
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Werte sind Leuchttürme im Strudel der Zeit Das Bewusstsein für die eigenen Werte ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe, um authentisch zu leben und Entscheidungen selbstbewusst zu treffen. Der Begriff 'Werte' wird in der Gesellschaft jedoch immer häufiger bemüht, obwohl die wenigsten Menschen diesen Begriff weder definieren noch spontan ihre fünf wichtigsten Werte nennen können. In diesem Selbstcoachingbuch begeben sich die Leser*innen auf die Suche nach diesen Wegmarken, die ihnen die Richtung zu einem erfüllten und sinnhaften Leben weisen. Impulse und Anleitungen zur Reflexion helfen dabei, konkret zu bestimmen, was wirklich zählt, und zugleich Wege für die Umsetzung der eigenen Werte zu finden. Das Buch eignet sich als Orientierungs- und Umsetzungshilfe für die persönlichen Werte in verschiedenen Lebensphasen - seien dies Umbruch- oder Krisenzeiten oder die kleinen Momente im Alltag, in denen man sich fragt: 'Ist es mir das (noch) wert?'

Erica Binder studierte als Primarlehrerin auf dem zweiten Bildungsweg Pädagogik und Psychologie. Sie war zehn Jahre lang als Dozentin in der Ausbildung von Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen tätig sowie als Supervisorin. Seit 2005 arbeitet sie in eigener Coaching-Praxis für das Berufs- und Privatleben in Bern.

2. Mein Werte-Navi


„Ein jeder ist so viel wert,
wie die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist.“

(Marc Aurel)

Werte in mir und um mich … Wie kommen wir nur klar mit all diesen unterschiedlichen Werten, Normen und Gesetzen?Abschnitt 2.1 präsentiert unseren kleinen Helfer aus Kindertagen: ein internes Navi, das uns zu richtigem (d. h. wertvollem) Verhalten anleiten und vor falschen Wegen bewahren sollte. Woher dieses Navi stammt („Werkeinstellung“) und durch wen es die Programmierung erfuhr, mit diesen Fragen beschäftigt sich dieses Kapitel. Auch wenn das Navi nur eine Metapher ist, so führt uns diese doch zu den wichtigen Fragen eines wertvollen Lebens.

Abschnitt 2.2 entführt uns auf eine virtuelle Reise in unsere Kindheit. Wir betrachten die Werte-Entwicklung im Laufe unseres Lebens. Ziel dieser virtuellen Reise ist das Sammeln unserer Werteperlen. Zuerst betrachten wir dazu unsere moralische Entwicklung in unserer Kindheit, um zu verstehen, wie unser Navi programmiert wurde. Danach wenden wir uns unserer Jugend und Adoleszenz zu, indem wir uns fragen, welche Werte wir selbst entdeckt oder von den Peers kopiert und auf unserem Navi abgespeichert haben, quasi als Update. Weiter geht die virtuelle Reise mit einem Blick aufs Erwachsenenalter und einem Ausblick ins Alter.

Nach dieser virtuellen Reise in die Vergangenheit betrachten wir inAbschnitt 2.3 mögliche Folgen des Kinder-Navis im Allgemeinen und für uns persönlich.

Wo finden sich welche Werte?

2.1 Programmierung des Werte-Navis


Wir alle beurteilen, entscheiden und handeln aufgrund unserer Werte – auch der Einbrecher, der unsere Wohnung ausräumt, oder der Verkehrsrowdy, der uns die Vorfahrt nimmt … Wie aber sind wir zu unseren Wertvorstellungen, zu unserer Handlungs-Orientierung gekommen? Warum ist die eine Handlungsoption für uns wertvoller als die andere? Wir scheinen ein internes Navi zu haben, das uns steuert. Ein Navi zeigt uns den Weg zu einem bestimmten Ziel. Unsere Eltern und Bezugspersonen sagten uns einst auch, wo es langgeht – und programmierten dadurch unser inneres Navi, die Orientierung, welcher Weg der „richtige“ und somit auch welcher der „falsche“ ist. Und woher wussten unsere Eltern, was gut, richtig und wertvoll ist? Ebenfalls von ihren Eltern und Bezugspersonen – eine endlose Geschichte also. Es sind eigentliche kulturelle Programme – oft → Meme genannt. So wirkt die Vergangenheit in uns allen nach. Und dieses Sammelsurium übermittelter sozialer, kultureller, historischer Werte ist quasi die Werkeinstellung unseres Navis. Auf der Basis dieser Werkeinstellung programmieren dann die Eltern die Werte, diesie wichtig und wertvoll finden, um in der aktuellen Gesellschaft gut überleben zu können. Ohne diese Programme wären wir gar nicht fähig, Entscheidungen zu treffen oder zwischen „wahr“ und „falsch“ zu untersch