: Adrienne Mayor
: Götter und Maschinen Wie die Antike das 21. Jahrhundert erfand
: Philipp von Zabern in der Verlag Herder GmbH
: 9783805352253
: 1
: CHF 5.30
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: Altertum
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Antike und künstliche Intelligenz - das hört sich an wie ein Sci-Fi-Roman. Aber tatsächlich bevölkern gigantische Androiden, Techno-Hexen und böse Fembots die Mythen von Griechen und Römern, die uns scheinbar so vertraut sind. Schon seit Homer stellen Menschen sich Roboter-Diener oder animierte Statuen vor. Mythische Maschinen treten in Geschichten über Jason und die Argonauten, Medea, Daedalus, Prometheus und Pandora auf. Tatsächlich wurden in der Antike sogar schon einige ausgeklügelte animierte Geräte gebaut, in Alexandria, dem ursprünglichen Silicon Valley. In diesem fesselnden Buch erzählt Adrienne Mayor uns die noch nie erzählte Geschichte darüber, wie einige der fortschrittlichsten Innovationen in der Robotik und Künstlichen Intelligenz von heute im antiken Mythos vorweggenommen wurden. Sie zeigt, wie die Wissenschaft immer von der Phantasie angetrieben wurde. Dies ist die Mythologie des Zeitalters der KI!

Adrienne Mayor erforscht Antike Wissenschaftsgeschichte und Folklore an der Stanford University. In den Jahren 2018-19 war sie Berggruen Fellow am Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences, Stanford. Ihr Buch 'The Poison King: The Life and Legend of Mithradates, Rome's Deadliest Enemy' war Finalist des National Book Award.

Einführung
Geschaffen, nicht geboren


Wer kam als Erster auf die Idee von Robotern, Automata, von Ergänzungen des Menschen und Künstlicher Intelligenz? Historiker führen die Idee des Automaton gern auf Handwerker des Mittelalters zurück, die selbstbewegende Maschinen entwickelten. Werfen wir aber unseren Blick noch weiter zurück, nämlich mehr als 2000 Jahre, so finden wir in der Mythologie eine ungewöhnliche Fülle an entsprechenden Ideen und Vorstellungen. Diese Geschichten zeigen, wie man das natürliche Leben nachahmen, steigern und sogar übertreffen kann – durch Hilfsmittel, die man alsBiotechne bezeichnen könnte, als „handwerklich geschaffenes Leben“. Wir finden also in der griechischen Antike die frühesten Andeutungen auf unsere heutige Biotechnologie.

Lange, bevor im Mittelalter die ersten Uhrwerke und im frühmodernen Europa die ersten Automata aufkamen, und selbst Jahrhunderte vor den technologischen Innovationen aus dem Zeitalter des Hellenismus in Gestalt raffinierter, selbstbewegender Apparate, existierten in griechischen Mythen bereitsVorstellungen über die Herstellung künstlichen Lebens – und auch Skrupel deswegen. Wesen, diegeschaffen, nicht geboren waren, tauchten in den Erzählungen über Iason und die Argonauten auf, in denen über den bronzenen Roboter Talos, die „Techno-Hexe“ Medea, den genialen Erfinder Daedalus (in Transkription des Griechischen eigentlich: Medeia und Daidalos), den Feuerbringer Prometheus und Pandora, den von Hephaistos – dem Gott der Erfindung – geschaffenen bösen, humanoiden, weiblichen Roboter. Diese Mythen sind der früheste Ausdruck des zeitlosen S