: Tatjana Gelwig
: Flüstern um Mitternacht Eine Dokumentation des Bundesamtes für magische Wesen über schwule Balzrituale und erotische Interaktionen postpubertierender Mitglieder endemischer Werwolf-Populationen
: Bundeslurch Verlag
: 9783963503214
: 2
: CHF 10.60
:
: Fantasy
: German
: 540
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Mikael, ein junger Werwolf mit russischen Vorfahren, hat die Schnauze gestrichen voll. Daniel, ein aufdringlicher Alphawolf und unter anderem auch noch sein Rudelführer, hat beschlossen, dass Mikael ihm gehören soll, womit Mikael nicht im Geringsten einverstanden ist. Denn der Teenwolf möchte seine kostbare Freiheit nicht aufgeben, und seiner Meinung wollen Alphas genau das: Ihn für immer an sich binden und wie eine Trophäe zuhause lagern, bis er einstaubt. Nach einer unglücklichen Party beschließt Mikael, dass ein Leben in Stuttgart keine Option ist. Zusammen mit seinem Cousin Justin zieht er nach Aachen zu ihrer Tante. In deren Rudel sind die Gesetze der Werwölfe wesentlich beta-freundlicher. Dort trifft er auf Shayn, beziehungsweise auf sein Auto, das von dessen jüngeren Bruder gefahren wird und ihn erst mal ins Krankenhaus befördert. Von hier an beginnt sein neues Leben, das zwar nicht unbedingt Mikaels Erwartungen entspricht, aber wesentlich angenehmer scheint als sein altes Dasein in Stuttgart. Shayn, der zukünftige Rudelführer und Oberhaupt eines alten dämonischen Wolfsclans mit britischer Herkunft, findet unerwartet Gefallen an Mikael und an seiner aufbrausenden und direkten Art, die für einen Betawolf eher unüblich ist. Was mit Freundschaft beginnt, endet in einem chaotischen Haufen an Missverständnissen, bei denen sich beide Parteien das Leben so gut es geht erschweren, weil keiner von ihnen in der Lage ist, vernünftig über Gefühle zu reden.

Tatjana Gelwig ist hauptberuflich Grafikdesignerin und lebt im Dreiländereck, in dem auch die Handlung von 'Flüstern um Mitternacht' teilweise angesiedelt ist. Seit ihrem zwölften Lebensjahr schreibt sie Geschichten und ist mit ihrem im Bundeslurch Verlag erscheinenden Debütroman über einen jungen Werwolf und sein Rudel nun im Gay Fantasy Genre angelangt. Wenn sie nicht gerade Geschichten verfaßt, geht sie ihren Hobbys, darunter Fotografie und Cosplay nach.

Kapitel 1: Liebevolles Beast


»Ist das dein Ernst? Du verlässt das Rudel?!«, fährt Daniel mich an und presst mich gegen die Tür einer Kabine. Ich bereue es jetzt schon, gedacht zu haben, alleine aufs Klo gehen zu können, nachdem ich meinen Austritt angedeutet habe.

»Das geht dich einen Scheißdreck an, Daniel«, knurre ich, stoße ihn von mir weg, sodass er gegen die gegenüberliegende Tür knallt, und sehe ihn wütend an.

»Und wie mich das was angeht! Ich bin dein Rudelführer!«, knurrt er zurück, greift mich an meinen Oberarmen und schlägt mich einmal mit dem Rücken so fest gegen die Tür, dass diese aufspringt und wir nach hinten in die Kabine stolpern. Ich weiche aus, damit es mich nicht direkt aufs Maul haut, beziehungsweise in die Toilette, finde mich allerdings erneut gegen die Wand gepresst wieder. Daniels warmer Atem streift unangenehm meinen Hals. Ein heißer Schauder läuft mir über den Rücken und am liebsten würde ich ihm die Hand abbeißen.

»Lass mich los«, sage ich und verenge die Augen. »Du hast nicht das Recht –«

»Halt deinen Mund, Mikael!«, unterbricht er mich. Tatsächlich bekomme ich Angst, dass er gleich etwas Dummes macht, das in erster Linie ich mein Leben lang bereuen könnte. »Wenn ich wollen würde, könnte ich dich jetzt einfach an mich binden und niemand würde mich aufhalten! Du am allerwenigsten!«

»Das wagst du nicht!« Ich stemme meine Hände gegen ihn, weil ich ihn an meinem Hals nicht haben will, da fängt er sie ein, schiebt sie zur Seite und demonstriert mir erneut, wie überlegen er mir ist. Einmal mehr weiß ich, warum ich diesen Bastard so hasse.

»Stimmt, das wäre zu einfach.« Er lacht allen Ernstes leise, während er mit einer Hand über meine Brust und meinen Bauch streicht, sie langsam unter mein Shirt schiebt. »Irgendwann wirst du zurückkommen.«

»Werde ich nie und selbst wenn, dann ganz bestimmt nicht zu dir«, sage ich und drehe den Kopf weg, starre stur auf die Wand. Er wird mir hier nichts tun, das weiß ich. »Du bist ein beschissener Alpha. Jemandem wie dir würde ich mich nie unterordnen.«

»Das werden wir ja noch sehen.« Er kratzt mir über den Bauch und beißt mir dann fest in den Hals, als Zeichen der Dominanz. Reflexartig stoße ich ihn weg, hole aus und schlage ihm mit voller Wucht die Faust ins Gesicht. Er taumelt zurück. Blut läuft ihm über die Lippen, aber der Bastard wagt es mich anzulächeln, bevor er ohne ein weiteres Wort aus den Toiletten verschwindet.

»Mikael, jetzt warte doch mal!«, ruft Justin, mein dämlicher Cousin, mir nach, während ich auf mein Auto zu stampfe. Ich bin so unglaublich wütend!

Meine Finger zittern, als ich die Tür meines Wagens aufreiße. Blutig sind sie auch, aber dafür hat der blöde Penner namens Daniel eine gebrochene Nase! Und zwar verdient!

»Worauf?«, knurre ich, während ich mich zu ihm umdrehe und ihn anblitze. Soll er es nur wagen, etwas Falsches zu sagen!

»Auf mich, Mann! Bist du eigentlich blöd? Ich hätte das doch klären können! Du kannst doch nicht einfach … Mika!«, schreit er, als ich mich wegdrehe, um einzusteigen.

»Und ich habe dir schon hundert Mal gesagt: Ich brauch keinen scheiß Beschützer! Steck dir deine ganze Fürsorge sonst wohin! Und ichkann Daniel sehr wohl die verfickte Nase brechen, und weißt du was, ich hätte es nicht nur bei der belassen sollen!«

»Ja, aber nein! Ich weiß, dass du das nicht leiden kannst, aber du weißt, wie das hier läuft, und er hat dir doch nur –«

Schnell unterbreche ich ihn. Der soll bloß nicht weiterreden, sonst hat er gleich auch eine sitzen! Und zwar schneller, als er reagieren kann, der verdammte Alpha!

»Nur was? Hm?! Er hat mir in den Hals gebissen! Verstehst du?! Er wollte mich unterwerfen! Oh nein, warte! Du bist auch ein blöder Alphawolf, du hast gar keine Ahnung, wie das ist, wenn plötzlich so ein Vollidiot von dir Besitz ergreifen will, ohne auch nur zu fragen oder daran zu denken, dass das nicht okay ist! Das ist ein beschissenes Gefühl! Da hätte er auch anfangen können, mich zu vergewaltigen!«, schnauze ich Justin weiter an, ohne ihn zu Wort kommen zu lassen.

Ich bin unfassbar wütend und mir ist richtig schlecht.

Dieses widerliche Gefühl, als ich seine Zäh