Er würde sich beschränken müssen. Missmutig wanderte Julius Wondraschek im Wohnzimmer auf und ab. Die Dielen seiner Altbauwohnung knarrten und knarzten bei jedem Schritt. Ein großer Koffer lag aufgeklappt auf dem riesigen Tisch in der Mitte des Raumes, daneben häuften sich Berge jener Dinge, die er mitzunehmen gedachte. Das Missverhältnis war offensichtlich. Das zweite Paar Schuhe, die Hausschuhe und die paar Kleidungsstücke waren kein Problem. Auch die Medikamente nicht: Blutdruckmittel, Vitamine, etwas gegen die Gicht, Mittelchen für und gegen Durchfall und ein paar Salben für etwaige Eventualitäten benötigten kaum Platz. Und er war eben nicht mehr der Jüngste.
Aber die Bücher! Völlig ausgeschlossen. Die würden niemals in den Koffer passen, vom Gewicht einmal ganz abgesehen.
Julius setzte sich in seinen bequemen Lehnstuhl und dachte nach. Er hatte die Dinge zusammengetragen, um einen ersten Überblick zu gewinnen. Und die Botschaft war klar: Er durfte kaum Literatur mitnehmen. Sieben bis acht Bücher gingen sich aus, mehr war nicht möglich. Das müsste eben ausreichen. Zwar würde er vor Ort keine Auswahl haben, aber zum Lesen war es genug. Damit gäbe es auch etwas Platz für etwaige Einkäufe. In zwei Wochen ging es los. Er würde mit Maria für knapp zehn Tage nach Marrakesch fliegen.
Noch vor einem Jahr wäre Julius einer derartigen Reise ausgesprochen kritisch gegenüber gestanden. Aber kurz nach Beginn seines Ruhestands war sein bester Freund gestorben. Die Polizei war von einem Suizid überzeugt, was für ihn unvorstellbar gewesen war. Und so hatte er, der immer noch voller Tatendrang war und dem die Arbeit fehlte, zu recherchieren begonnen. Lebensgefährlich zwar, aber letzten Endes erfolgreich, wie sich herausgestellt hatte.1
Dank der gewonnenen Erkenntnis, dass ihm auch seine gemütliche Altbauwohn