: Wilhelm R. Vogel
: Verschollen in Marrakesch Julius Wondraschek und die Freuden einer Gruppenreise
: Morawa Lesezirkel
: 9783990933145
: 1
: CHF 7.00
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 336
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Julius Wondraschek reist mit seiner Freundin Maria nach Marrakesch. Beide sind durch und durch Individualisten, aber nachdem sie kürzlich die Pension angetreten haben, wollen sie es einmal mit einer Gruppenreise versuchen. Anders als Maria interessiert sich Julius, obwohl ungläubig, für Religion. Er hat mehrere Bücher über den Islam gelesen und kurz vor dem Abflug sogar die große Moschee in seiner Heimatstadt Wien besucht. In Marrakesch angelangt begibt er sich erst einmal alleine in die Souks, verliert völlig die Orientierung, macht erste Erfahrungen und bekommt langsam eine Vorstellung von dieser Stadt, die für ihn den Orient verkörpert. Auch seinen Mitreisenden gilt sein Interesse. Eine alte Dame, die mit ihrer Tochter reist, findet ebenso seine Beachtung wie zwei Frauen und ein Mann, die in einer pikanten Konstellation zu stehen scheinen. Auch die anderen erweisen sich als anregende Begleiter. Dann geschieht etwas Unerwartetes: Eine Person aus der Reisegruppe verschwindet plötzlich! Ein krimineller Hintergrund ist nicht auszuschließen. Julius kann nicht umhin, sich dieses Falles anzunehmen. Er beginnt zu recherchieren. Marokko fasziniert ihn. Aber er merkt sehr bald, wie schwer es für ihn ist, das Land und seine Menschen zu verstehen.

Wilhelm R. Vogel ist in Baden aufgewachsen und lebt in Wien Floridsdorf. Nach dem Studium der Biologie arbeitete er im Bereich der Forschung und Lehre an der Universität Wien und später in der öffentlichen Verwaltung. Im Juli 2018 veröffentlichte er mit"Der Lockruf des Pirols" seinen ersten Roman. Mit"Unerwartetes" präsentierte er eine erste, mit dem"Ultimativen Risotto" seine zweite Sammlung von Kurzgeschichten. Weitere Informationen zum Autor finden Sie unter www.wrvogel.eu

Er würde sich beschränken müssen. Missmutig wanderte Julius Wondraschek im Wohnzimmer auf und ab. Die Dielen seiner Altbauwohnung knarrten und knarzten bei jedem Schritt. Ein großer Koffer lag aufgeklappt auf dem riesigen Tisch in der Mitte des Raumes, daneben häuften sich Berge jener Dinge, die er mitzunehmen gedachte. Das Missverhältnis war offensichtlich. Das zweite Paar Schuhe, die Hausschuhe und die paar Kleidungsstücke waren kein Problem. Auch die Medikamente nicht: Blutdruckmittel, Vitamine, etwas gegen die Gicht, Mittelchen für und gegen Durchfall und ein paar Salben für etwaige Eventualitäten benötigten kaum Platz. Und er war eben nicht mehr der Jüngste.

Aber die Bücher! Völlig ausgeschlossen. Die würden niemals in den Koffer passen, vom Gewicht einmal ganz abgesehen.

Julius setzte sich in seinen bequemen Lehnstuhl und dachte nach. Er hatte die Dinge zusammengetragen, um einen ersten Überblick zu gewinnen. Und die Botschaft war klar: Er durfte kaum Literatur mitnehmen. Sieben bis acht Bücher gingen sich aus, mehr war nicht möglich. Das müsste eben ausreichen. Zwar würde er vor Ort keine Auswahl haben, aber zum Lesen war es genug. Damit gäbe es auch etwas Platz für etwaige Einkäufe. In zwei Wochen ging es los. Er würde mit Maria für knapp zehn Tage nach Marrakesch fliegen.

Noch vor einem Jahr wäre Julius einer derartigen Reise ausgesprochen kritisch gegenüber gestanden. Aber kurz nach Beginn seines Ruhestands war sein bester Freund gestorben. Die Polizei war von einem Suizid überzeugt, was für ihn unvorstellbar gewesen war. Und so hatte er, der immer noch voller Tatendrang war und dem die Arbeit fehlte, zu recherchieren begonnen. Lebensgefährlich zwar, aber letzten Endes erfolgreich, wie sich herausgestellt hatte.1

Dank der gewonnenen Erkenntnis, dass ihm auch seine gemütliche Altbauwohn