: Rainer Sachse
: Persönlichkeitsstile Wie man sich selbst und anderen auf die Schliche kommt
: Junfermann Verlag
: 9783955719418
: 1
: CHF 26.20
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: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 208
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Komplex psychische Strukturen einfach und unterhaltsam erklärt Jeder Mensch weist aufgrund seiner Biografie bestimmte Persönlichkeitseigenarten oder 'Persönlichkeitsstile' auf. Sie sind etwas völlig Normales und umfassen Ressourcen, persönliche Möglichkeiten und Kompetenzen, aber auch - je nach Kontext - Nachteile und Risiken. In starker Ausprägung stellen sie sogar 'Störungen' dar, weil die persönlichen Probleme überwiegen. Dieses Buch - stellt wissenschaftlich fundiert die in der Psychologie bekannten Persönlichkeitsstile und -Störungen vor, - vermittelt ein Verständnis für die eigenen Persönlichkeitsmuster, - hilft dabei, das eigene Handeln und Denken zu verändern, und - ermöglicht es, Verhaltensweisen anderer Menschen einzuordnen und adäquat damit umzugehen.

Rainer Sachse ist Psychologischer Psychotherapeut und Direktor des Instituts für Psychologische Psychotherapie in Bochum.

2. Wie „funktionieren“ Persönlichkeiten


In diesem und im nächsten Kapitel sollen die wesentlichen psychologischen Aspekte erläutert werden, die einen Persönlichkeitsstil ausmachen: Motive, Annahmen, Erwartungen und Manipulationen.

2.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Persönlichkeitsstilen


Alle Persönlichkeitsstile unterscheiden sich voneinander: Auf diese Weise lassen sie sich gut voneinander abgrenzen. Ein histrionischer Stil „funktioniert“ anders als ein paranoider Stil: Ein wesentliches Anliegen einer Person mit histrionischem Stil ist es, von anderen Aufmerksamkeit zu bekommen; ein wesentliches Anliegen einer Person mit einem paranoiden Stil ist es, die eigenen Grenzen zu schützen und sich nicht kontrollieren zu lassen. Die Menschen mit den jeweiligen Stilen haben auch ganz unterschiedliche Annahmen über sich selbst: Die Person mit histrionischem Stil glaubt von sich, für andere nicht wichtig zu sein, und meint daher, dass sie selbst dafür sorgen muss, dass andere ihr Aufmerksamkeit geben. Eine Person mit paranoidem Stil nimmt dagegen an, dass sie ihre eigenen Grenzen schlecht schützen kann und dass sie deshalb besonders aufmerksam und misstrauisch sein muss, damit es nicht zu Grenzverletzungen kommt.

Die Beispiele zeigen jedoch nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten: Jeder Stil hat bestimmte überdauernde Anliegen, sogenannte Motive, also Zustände, die angestrebt werden, für deren Erreichung die Person einiges tut, weil sie ihr wichtig sind.Alle Persönlichkeitsstile weisen zentrale Motive auf. Sie unterscheiden sich aber in derArt der jeweiligen Motive.

Alle Persönlichkeitsstile weisen auch bestimmte Annahmen über sich selbst auf, sogenannteSelbstschemata, z. B. Annahmen über eigene Fähigkeiten, Kompetenzen, Wichtigkeiten, Attraktivitäten usw. Und wiederum unterscheiden sich die Persönlichkeitsstile in der Art der jeweiligen Annahmen. Es soll hier im Buch von Schemata gesprochen werden, wenn die psychologische Funktion vorrangig gemeint ist, und von Annahmen, wenn vor allem auf dieInhalte der Schemata Bezug genommen wird.

Auf einem übergreifenden Niveau haben also alle Persönlichkeitsstile Gemeinsamkeiten: Sie beinhalten Motive und Annahmen über sich selbst und, wie wir noch sehen werden, weitere p