: Lauren K. Denton
: Sweet Bay Das Versprechen einer großen Liebe - Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641254469
: 1
: CHF 3.60
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein altes Bed& Breakfast in den Südstaaten beherbergt eine herzzerreißende Liebesgeschichte ... Die Geschichte zweier starker Frauen von den 50er-Jahren bis in die Gegenwart

Als Sara Jenkins das Bed& Breakfast „The Hideaway“ von ihrer Großmutter erbt, ahnt sie nicht, dass das alte Haus in Sweet Bay, Alabama, mehr beherbergt als eine Handvoll exzentrischer Dauergäste. Doch bei Renovierungsarbeiten entdeckt sie eine Schatulle mit Hinweisen auf die Vergangenheit ihrer Großmutter. Sara findet heraus, dass Mags nicht immer die selbstbewusste, unkonventionelle Frau war, die sie kannte. Sondern dass eine große und tragische Liebe Mags‘ Leben prägte. Und dass die Spuren dieser Liebe überall im Hideaway zu finden sind – und mit Saras eigenem Schicksal verbunden sind …
Große gefühlvolle Frauenunterhaltung mit Südstaatenflair.
»B zaubert die Leser mit dem idyllischen Schauplatz und wundervollen Charakteren – man träumt sich sofort nach Sweet Bay!« Booklist

Lauren K. Denton ist in Mobile, Alabama, geboren und aufgewachsen. Schon als Kind liebte sie Bücher, sodass es vielleicht kein Wunder ist, dass sie selbst Schriftstellerin wurde. Neben Romanen verfasst sie monatliche Zeitungskolumnen über Fragen des Alltags und ihr Leben als Mutter. »Sweet Bay«, ein Bestseller in den USA, ist ihr erstes auf Deutsch veröffentlichtes Buch. Lauren Denton lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in der Nähe von Birmingham, Alabama.

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

SARA

April

Ich liebe den Geruch von New Orleans am Morgen. Kritische Stimmen behaupten ja, die Stadt würde nach dem Abfall des Vorabends und den unangenehmen Ausdünstungen aus den Kanalschächten riechen, dochich weiß es besser. Es ist der Fischgeruch direkt aus dem Golf – und der stinkt nicht, sondern riecht herrlich salzig und frisch. Es ist das Aroma von frisch gebackenem Baguette, das aus der Frenchman Street durch das French Quarter zieht. Es ist der Puderzuckerduft, der vom Café du Monde herüberweht. Klar, ein Hauch von Bier, Rauch und der ganzen Sündhaftigkeit der Bourbon Street schwingt mit, aber insgesamt ist der Duft einfach berauschend.

Um Viertel nach neun verließ ich mein Loft und atmete tief die frische Luft ein. Es war April, was inNew Orleans alles von vier bis siebenundzwanzig Grad bedeuten kann, je nach Lust und Laune der Götter und der Windverhältnisse. Dieser Tag hatte kühl und sonnig begonnen.

Anstatt in meinen Audi zu steigen, marschierte ich zur Canal Street, wo die Haltestelle des Busses lag, der mich zu meinem Laden in der Magazine Street bringen würde. Mit Keilschuhen war das gar nicht so ohne, aber Allyn redete mir immer zu, ich solle mal aus meiner Routine ausbrechen und »etwas Unerwartetes« tun. Ich lächelte. Er wäre stolz auf mich gewesen, dass ich auf den Zeitaufwand – und meine schmerzenden Füße – pfiff und den Morgen genoss. Wen störte es schon, wenn ich meinen Shop erst etwas später öffnete? In dieser Stadt machten Läden aus dem einen oder anderen Grund grundsätzlich spät auf oder schon früh zu. Ich machte das zwar ungern, hatte mich inzwischen aber an den Way of Life in New Orleans gewöhnt.

»Hey, hübsche Lady!«, rief eine Männerstimme aus den schattigen Tiefen des Schmuckgeschäfts ThreeGeorges Jewelers. Dieser von den drei Georges versuchte immer, ahnungslosen Touristen Juwelenimitationen und anderen unechten Kram anzudrehen. Zwar fiel ich nie auf seine Werbesprüche herein, seinem Charme konnte ich trotzdem nicht widerstehen.

»Hallo, George, hast du vor, wieder jemandem seine schwer verdienten Dollars abzuluchsen?«

»Den ganzen Tag lang, meine Liebe. Eines schönen Tages wird auch an deinem Finger eine meiner Schönheiten funkeln. Schick deine Verehrer zu mir, und sie verlassen den Laden mit dem perfekten Schmuckstück für dich.«

»Das glaube ich gern. Fehlen nur noch die Verehrer.«

»Was, einer hübschen Lady wie dir? Ich fass es nicht!«

Er bezeichnete jede Frau als hübsche Lady. Und sogar ein paar Männer.

Ich setzte meinen Weg durchs Quarter bis zur Bushaltestelle fort. Dabei begegnete ich nur gut gelaunten Leuten, und mir wurde wieder einmal klar, warum ich mich in New Orleans verliebt hatte.

Gerade als ich meinen Laden, das Bits and Pieces, aufsperren wollte, kam Allyn auf seiner Harley angerattert.

»Na, du hast dich ja verspätet!« Elegant stieg er von der Maschine. »Etwa die Nacht durchgemacht wie ich?« Seine Hollywood-Starlet-Sonnenbrille verdeckte sein halbes Gesicht. Heute war sein Haar orangefarben.

»Nein, habe ich nicht, vielen Dank. Und witzig, dass ausgerechnet du das sagst – du bist doch selbst spät dran.«

»Ich käme ja gar nicht rein, wenn ich immer pünktlich wäre«, konterte er.

Ich schob die Tür auf, und sofort umwehte uns der angenehme Duft von Gardenien. Wir führ