: Sarah Breen, Emer McLysaght
: OMG, diese Aisling! - Back to the Roots Roman
: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
: 9783423437240
: OMG, diese Aisling-Reihe
: 1
: CHF 6.20
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Einmal Aisling, immer Aisling! So schnell kann's gehen: Gerade noch hatte Aisling eine coole Wohnung, einen sicheren Job und eine feste Beziehung, da schlägt das Schicksal gleich mehrfach zu: Nicht nur, dass sie sich wegen der LGBTQ-Hochzeit ihrer Mitbewohnerin Elaine eine neue Wohnung suchen muss - die arme Aisling wird auch noch gefeuert. Und ihre gerade wieder aufgeflammte Beziehung zu John fühlt sich irgendwie ... nun ja, eben langweilig an. Es ist Zeit, das Leben in neue Bahnen zu lenken! Kurzerhand zieht Aisling zurück nach Ballygobbard, um ein Brunchcafé zu eröffnen. Doch ihr Versuch, das urbane Leben aufs Land zu bringen und nebenbei noch ihr Glück zu finden, birgt mehr Stolpersteine, als sie je geahnt hätte.

Sarah Breen ist eine irischeJournalistin, die gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Emer McLysaght den Character Aisling erschaffen hat. Ihre Aisling-Storys teilen sie seit 2006 auf der von ihnen erstellten Facebook-Site »Oh My God, What a Complete Aisling«. 10 Jahre später veröffentlichten die beiden ihre gesammelten Aisling-Storys als Roman und schufen damit eine der erfolgreichsten irischen Romanfiguren der letzten Jahre.

KAPITEL 1


Mir läuft eine Schweißperle den Nacken hinunter, als ich noch mal auf alle viere gehe, um nachzuzählen. Vielleicht habe ich mich ja die ersten drei Male vertan.

»Achtundvierzig, neunundvierzig, fünfzig, einundfünfzig.« Wie eine Lehrerin, die ihre Schüler im Bus durchzählt und betet, keinen im Clara-Lara-Vergnügungspark vergessen zu haben, rattere ich die Zahlen runter. Vielleicht bleibe ich einfach unter dem Weihnachtsbaum sitzen und komme nie wieder raus. Oder zumindest erst, wenn dieser Nachmittag vorbei ist.

Einundfünfzig Geschenke. Dreiundfünfzig Leute, und nur einundfünfzig Wichtelgeschenke. Zwei nichtsnutzige Idioten haben es offenbar nicht für nötig befunden, heute ihren Hintern ins Büro zu bewegen, um etwas unter den Baum zu legen. Sie haben sich wahrscheinlich einen Tag zu Hause gegönnt, da die heutige Weihnachtsfeier allgemein als Ausrede dient, es im Büro eher langsam angehen zu lassen. Außer man leitet die Projektgruppe Weihnachtsfeier und hat die Aufgabe übernommen, das Wichteln zu organisieren. Früher hat Donna das gemacht. Und obwohl ich es bestimmt nicht vermisse, wie sie morgens immer bei jedem Bissen Haferbrei mit ihren Zähnen am Löffel entlangscharrte, fehlt sie mir gerade jetzt doch sehr. Anstatt es einfach »Wichteln« zu nennen, ist sie immer zwischen »Christeln«, »Wichten« und »Julklapp« wild hin- und hergewechselt, was mich beinahe in den Wahnsinn getrieben hat. Aber sie hat militant dafür gesorgt, dass alle, die beim Wichteln mitmachen wollten, ihr Geschenk auch rechtzeitig unter den Baum legten. Dass die Firma jetzt auf sie und ihr außergewöhnliches Festorganisationstalent verzichten muss, ist wohl der größte Verlust, zu dem der kürzliche Skandal bei RentenPlus geführt hat. Na ja, abgesehen von den Millionen von Euro, die bei der verfluchten Transaktion verschwunden sind. Aber mir fehlen gerade nicht Millionen von Euro, sondern zwei Geschenke. Und wenn nach der Mittagspause der große Päckchenaustausch stattfindet, werden alle Blicke auf mich gerichtet sein. Was soll ich bloß tun?

Ich stehe ganz lässig neben dem Baum wieder auf und schaue mich verstohlen im Büro um, ob irgendwas herumliegt, das ich als Ersatzgeschenk einpacken könnte. Eigentlich wollte ich mir in der Mittagspause für die Feier nachher die Haare stylen lassen. Ich habe ein wunderschönes Spitzenkleid von Dorothy Perkins, und gestern habe ich noch daran gedacht, mir passend zu meinen Stöckelschuhen eine hautfarbene, zehenfreie Feinstrumpfhose zu besorgen. (Acht Euro für eine Strumpfhose! Wenn nicht Weihnachten wäre, hätte ich mich geweigert, sie zu kaufen.) Jetzt muss ich wohl meinen Friseurtermin sausen lassen, um noch zwei Geschenke zu besorgen, damit niemand mit leeren Händen dasteht. Taugt vielleicht irgendetwas, das hier rumliegt?

Mein Blick fällt auf ein Basecap mit einem Werbeschriftzug auf einem derIT-Schreibtische. Würde das als Geschenk durchgehen? Wenn ich mit Tipp-Ex den Schriftzug überpinsele? Und was ist mit der Flasche Ouzo, die einer aus der Buchhaltung von einer Woche Urlaub auf Mykonos mitgebracht hat? Warum man nicht einfach diese riesigen Milka-Tafeln mitbringt, ist mir übrigens schleierhaft. Meine Toblerone- und Milka-Mitbringsel besorge ich immer hier im Supermarkt. Ich zahle doch nicht die horrenden Preise am Flughafen! Eine klebrige Flasche mit untrinkbarem Gift würde ich allerdings nie mitbringen. Dann wenigstens Pinot Gris oder Weinschorle im Doppelpack, wenn man keine Schokolade kaufen will. Jedenfalls geht die Flasche Ouzo wohl kaum als Weihnachtsgeschenk durch. Also muss ich gleich zur Mittagspause losrasen und panisch ein paar Sachen unter zehn Euro besorgen. Ich wei