: Sue Johnson
: Halt mich fest Sieben Gespräche über lebenslange Liebe
: Junfermann Verlag
: 9783955718862
: 1
: CHF 40.70
:
: Partnerschaft, Sexualität
: German
: 256
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der erfolgreiche Weg zu einer besseren Partnerschaft Die weltweit bekannte Paartherapeutin Sue Johnson hat eine einfache Botschaft: Um eine glückliche Liebesbeziehung zu führen, muss niemand lernen, besser zu argumentieren, besser zu verhandeln, die frühe Kindheit zu analysieren oder dem Partner etwas zu beweisen. Worauf es ankommt ist, die emotionale Verbundenheit anzuerkennen, am Leben zu erhalten und zu stärken. Wie das gelingt, zeigt dieses Buch an gut verständlichen Beispielgesprächen aus der paartherapeutischen Praxis. Sue Johnson lehrt uns, wie wir Schlüsselmomente unserer Beziehung so aufarbeiten, dass die Partnerschaft wachsen kann. 'Dieses fabelhafte Buch wird allen Paaren von großem Nutzen sein, denen an einer besseren Kommunikation und an einem tieferen, erfüllenderen Miteinander gelegen ist.' - Daniel J. Siegel Weltweit wurden von diesem Buch inzwischen mehr als eine Million Exemplare verkauft.

Susan M. Johnson ist Professorin für Psychologie an der Ottawa University und Leiterin des Ottawa Couple and Family Institute. Sie ist international für ihre Workshops und Vorträge zur Praxis, Theorie und Erforschung der Paartherapie sowie zur Bindung bei Erwachsenen und allgemein zur Rolle der Emotion in der Psychotherapie bekannt. Sie lebt und arbeitet in Ottawa, Kanada.

Einführung


Beziehungen haben mich seit jeher fasziniert. Ich bin in England aufgewachsen und habe in dem Pub, den mein Vater betrieb, viel Zeit damit verbracht, die Gäste zu beobachten, die sich dort miteinander unterhielten, tranken, stritten, tanzten und flirteten. Die Hauptrolle in meinem jungen Leben aber spielte letztlich die Ehe meiner Eltern, denn ich musste hilflos mit ansehen, wie sie ihre Beziehung und sich selbst zerstörten. Dennoch wusste ich, dass sie einander trotz allem innig liebten. In seinen letzten Lebensjahren weinte mein Vater bitterliche Tränen um meine Mutter, obwohl sie seit mehr als 20 Jahren getrennt waren.

Meine Reaktion auf das Leid meiner Eltern bestand darin, dass ich schwor, niemals zu heiraten. Ich glaubte erkannt zu haben, dass Verliebtheit und Liebe nichts als Illusion sind und den Menschen in eine Falle locken. Mir würde es allein, unabhängig und jeder Fessel ledig besser ergehen. Doch natürlich habe ich mich verliebt und auch geheiratet. Die Liebe, vor der ich davonlief, holte mich ein.

Was hat es mit dieser geheimnisvollen, starken Emotion auf sich, an der meine Eltern scheiterten, die mein eigenes Leben kompliziert machte und die sich für so viele Menschen als ein wesentlicher Quell der Freude und des Leidens erweist? Gibt es, so fragte ich mich, einen Weg, der durch dieses Labyrinth hindurch zu dauerhafter Liebe führt?

Mein fasziniertes Interesse an Liebe und Verbundenheit veranlasste mich zum Studium der Psychologie und zur therapeutischen Ausbildung. In diesem Zusammenhang studierte ich das Drama der Liebe, wie es von Dichtern beschrieben und von Wissenschaftlern analysiert wird. Ich unterrichtete psychisch gestörte Kinder, die nie Liebe erfahren hatten. Ich beriet Erwachsene, die am Verlust der Liebe verzweifelten. Ich arbeitete mit Familien, deren Mitglieder einander liebten, es aber weder miteinander noch getrennt voneinander aushielten. Die Liebe blieb mir ein Rätsel.

Kurz bevor ich an der University of British Columbia in Vancouver meine Dissertation über psychotherapeutische Beratung abschloss, begann ich, mit Paaren zu arbeiten. Augenblicklich faszinierten mich die Intensität ihrer Auseinandersetzungen und die Art und Weise, wie sie über ihre Beziehung sprachen – es ging für sie um Leben und Tod.

Ich hatte durchaus erfolgreich Therapien mit Einzelpatienten und Familien durchgeführt, die Beratung streitender Ehepaare aber überforderte mich. Weder die Bücher aus der Bibliothek noch die Behandlungstechniken, die ich erlernt hatte, schienen mir weiterzuhelfen. Meine Paare interessierten sich nicht für Einsichten in ihre Kindheitsbeziehungen. Sie wollten nicht vernünftig sein und lernen, wie man miteinander verhandelt. Und erst recht wollten sie keine Regeln lernen, um sich dann erfolgreicher streiten zu können.

Die Liebe drehte sich offenbar ausschließlich um Dinge, die nicht verhandelbar sind. Man kann sich Mitgefühl oder Verbundenheit nicht „erhandeln“. Es sind keine intellektuellen, sondernemotionale Reaktionen. Infolgedessen begann ich, mich voll und ganz auf das Erleben der Partner einzulassen und von ihnen etwas über die emotionalen Rhythmen und Muster im Tanz der Paarliebe zu lernen. Außerdem beschloss ich, meine Paarsitzungen auf Video aufzunehmen und die Filme immer wieder zu studieren.

Während ich die Paare beobachtete, die sich anschrien und weinten, sich stritten und „dichtmachten“, begann ich zu begreifen, dass es negative und positive emotionale Momente gibt, die eine solche Bedeutung erlangen, dass sie eine ganze Beziehun