: DDr. Elisabeth Manndorff
: Das Hermann Hesse - I Ging Die Würde des Geistes und der Sinn der Welt
: Morawa Lesezirkel
: 9783990932605
: 1
: CHF 2.60
:
: Geisteswissenschaften allgemein
: German
: 192
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Hermann Hesse hat sich mit großem Interesse und Verständnis dem alten chinesischen Ratgeberwerk 'Buch der Wandlungen' zugewandt. Er entdeckte darin wichtige Wurzeln zum Wirklichkeitserleben und Wahrheitsempfinden mit dem Erkennen von verborgenen und sichtbaren Ordnungen der Welt. Das I Ging macht mit den scheinbaren Gegensätzen vertraut und zeigt in seiner Lauterkeit das Ganze - die ersehnte sowie gesuchte Einheit. Das vorliegende Buch gibt aus langjähriger Forschungsarbeit den Blick auf eine noch weitgehend unbekannte Quellensituation frei, aus der Hesse wesentliche Gedanken schöpfte. Hesses Studien zur chinesischen Philosophie sind weit tiefer, als das im Allgemeinen gewußt wird - er konnte sie mit bester abendländischer Geistestradition verbinden. Im verständlich geschriebenen Buch 'Das Hermann Hesse - I Ging' werden nicht nur Hesse-Leser und an seinem Lebenslauf Interessierte Neues finden: Es führt auch in jene Bereiche von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die auf breiter Ebene den Zugang zu einem höherwertigen wissenden Sein eröffnen, denn es macht das I Ging auf allgemeiner Ebene nutzbar und zugänglich.

DDr. Elisabeth Manndorff (geb. 1948) hat sich schon in frühen Jahren, angeregt durch die Lektüre von Hermann Hesses Roman 'Das Glasperlenspiel', für das I Ging interessiert und beschäftigt sich seit vier Jahrzehnten mit der Vertiefung in die Gedanken dieses alten chinesischen Weisheitsbuches. Über zwanzig Jahre hat sie dazu Vorträge und Seminare gehalten. Die Verbindung zur Sprachphilosophie mit Methoden der Wahrheitssuche im Wort, sowohl bei Ramon Llull als auch bei Gottfried Wilhelm Leibniz, und die Mustersuche zu Erfahrungen der Wirklichkeit bildeten ein Forschungsthema neben dem Studium der Geschichte (Schwerpunkt Mittelalter und christlicher Transkaukasus) sowie Volkskunde (Institut für Europäische Ethnologie) an der Universität Wien.

1. Zeittafel

Im vorliegenden Buch sollen Angaben zu Daten und Ereignissen im Leben von Hermann Hesse das Vergleichen mit Ergebnissen erleichtern, die im Bewußtseinscode dargestellt sind.

1877: Geboren am 2. Juli in Calw im Königreich Württemberg. Vater und Mutter waren im Auftrag der evangelischen Basler Mission tätig.

Der Vater war Johannes Hesse (1847-1916), Sohn eines Kreisarztes und Staatsrates. Die Mutter war Marie Hesse (1842-1902), in Indien geborene Marie Gundert, Tochter des Indologen und Sprachwissenschafters Dr. phil. Hermann Gundert (1814-1892). Vor ihrer Ehe mit Johannes Hesse war sie mit dem Missionar Charles Isenberg verheiratet. Als dessen Witwe kehrte sie aus Indien nach Calw zurück und brachte zwei Söhne (Theodore und Karl) mit in ihre zweite Ehe mit Johannes Hesse.

1881: Die Familie übersiedelte für fünf Jahre nach Basel, wo der Vater in der „Basler Mission“ unterrichtete. 1886 zog die Familie wieder nach Calw und Hermann trat in die zweite Klasse der Calwer Lateinschule ein. 1890 wechselte er auf die Lateinschule in Göppingen zur Vorbereitung auf das württembergische Landexamen. Nach 1891 besuchte er das evangelisch-theologische Seminar im Kloster Maulbronn. 1892 entwich er von dort und bekannte, Dichter werden zu wollen. Der Konflikt mit den Eltern hat durch das geradezu herkömmliche verbale Mißverstehen zwischen den Generationen eine Adoleszenzkrise ausgelöst.

1892: Hermann Hesse war vorübergehend betreuter ‚Gast’ im Kurhaus Bad Boll, das von Christoph Friedrich Blumhardt (1842-1919), einem württembergischen evangelischen Theologen, Seelsorger und Pfarrer geleitet wurde. Blumhardt, mit der Familie Hesse in Calw gut bekannt, konnte auf Hermann Hesse keinen ‚bessernden’ Einfluß geltend machen. Er empfahl den Eltern, ihren Sohn nach dessen Selbstmorddrohung in der Nervenheilanstalt Stetten bei Stuttgart unterzubringen. Die Verkennung der geistigen und seelischen Bedürfnisse von Hermann Hesse ist in seinen erschütternden Briefen aus Stetten an seine Eltern dokumentiert46.

Im November wird Hermann am Gymnasium