1. Zeittafel
Im vorliegenden Buch sollen Angaben zu Daten und Ereignissen im Leben von Hermann Hesse das Vergleichen mit Ergebnissen erleichtern, die im Bewußtseinscode dargestellt sind.
1877: Geboren am 2. Juli in Calw im Königreich Württemberg. Vater und Mutter waren im Auftrag der evangelischen Basler Mission tätig.
Der Vater war Johannes Hesse (1847-1916), Sohn eines Kreisarztes und Staatsrates. Die Mutter war Marie Hesse (1842-1902), in Indien geborene Marie Gundert, Tochter des Indologen und Sprachwissenschafters Dr. phil. Hermann Gundert (1814-1892). Vor ihrer Ehe mit Johannes Hesse war sie mit dem Missionar Charles Isenberg verheiratet. Als dessen Witwe kehrte sie aus Indien nach Calw zurück und brachte zwei Söhne (Theodore und Karl) mit in ihre zweite Ehe mit Johannes Hesse.
1881: Die Familie übersiedelte für fünf Jahre nach Basel, wo der Vater in der „Basler Mission“ unterrichtete. 1886 zog die Familie wieder nach Calw und Hermann trat in die zweite Klasse der Calwer Lateinschule ein. 1890 wechselte er auf die Lateinschule in Göppingen zur Vorbereitung auf das württembergische Landexamen. Nach 1891 besuchte er das evangelisch-theologische Seminar im Kloster Maulbronn. 1892 entwich er von dort und bekannte, Dichter werden zu wollen. Der Konflikt mit den Eltern hat durch das geradezu herkömmliche verbale Mißverstehen zwischen den Generationen eine Adoleszenzkrise ausgelöst.
1892: Hermann Hesse war vorübergehend betreuter ‚Gast’ im Kurhaus Bad Boll, das von Christoph Friedrich Blumhardt (1842-1919), einem württembergischen evangelischen Theologen, Seelsorger und Pfarrer geleitet wurde. Blumhardt, mit der Familie Hesse in Calw gut bekannt, konnte auf Hermann Hesse keinen ‚bessernden’ Einfluß geltend machen. Er empfahl den Eltern, ihren Sohn nach dessen Selbstmorddrohung in der Nervenheilanstalt Stetten bei Stuttgart unterzubringen. Die Verkennung der geistigen und seelischen Bedürfnisse von Hermann Hesse ist in seinen erschütternden Briefen aus Stetten an seine Eltern dokumentiert46.
Im November wird Hermann am Gymnasium