: Karim Fathi
: Das Empathietraining Konflikte lösen für ein besseres Miteinander
: Junfermann Verlag
: 9783955718671
: 1
: CHF 29.80
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: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 256
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Empathie - eine Universalkompetenz für erfolgreiche Konfliktklärung Konflikte sind in unserem Leben unvermeidbar. Überall und jederzeit können sie auftreten. Dabei vergessen wir oft, dass Krisen und Konflikte auch Chancen bergen. Doch wie stellen wir es an, dass keiner verliert und wir sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen? Der Schlüssel zu dieser Frage lautet: (Selbst-)Empathie. Empathie ist eine in uns allen angelegte Universalkompetenz. Egal ob es darum geht, mit belastenden Emotionen umzugehen, Meinungsverschiedenheiten optimal zu lösen oder generell gute Beziehungen zu pflegen - jede Art des funktionierenden Miteinanders setzt ein gewisses Maß an Empathie voraus. Dieser Ratgeber vermittelt bewährte Konzepte aus den Bereichen Coaching und Beratung und richtet sich an alle Menschen, die ihre Empathiefähigkeit verbessern möchten, um sich fit für Krisen und Konflikte zu machen. Dabei spielt der Umgang mit Stress, dem Empathiekiller Nr. 1, eine zentrale Rolle.

Dr. Karim Fathi ist zertifizierter Konfliktberater, Doktor der Philosophie zum Thema 'Integrierte Konfliktbearbeitung im Dialog', M.A. Friedens- und Konfliktforscher und an der Akademie für Empathie in Berlin tätig.

Einführung


„Hey, du studierst doch Friedens- und Konfliktforschung! Davon ist gerade nichts zu sehen! Du solltest viel friedlicher sein!“, pflegte mir vor vielen Jahren meine damalige Ehefrau zu sagen, wenn wir miteinander stritten. Ich entgegnete ihr dann meistens: „Moment mal, das ist unfair! Ich bin jetzt gerade kein neutraler Mediator, sondern in einem Konflikt mit dir! Ich bin sauer auf dich und ich habe ein Recht darauf, das zum Ausdruck zu bringen!“

Noch Jahre später, als Konfliktberater, kamen mir diese Situationen immer wieder in den Sinn. Ich fragte mich: Ist es nicht legitim, die eigenen Interessen in einem Streit zu verteidigen? Was meinte meine damalige Ehefrau eigentlich mit „friedlich“? Bedeutet das, immer nachzugeben oder so weit Zugeständnisse zu machen, bis wir uns „irgendwo in der Mitte“ treffen? Ist es überhaupt möglich, in emotional aufwühlenden Situationen seinen Standpunkt so zu vertreten, dass es nicht weiter eskaliert? Auf der anderen Seite fragte ich mich, ob ich es mir damals nicht etwas zu leicht gemacht hatte. Sicher, als Konfliktpartei bin ich „parteiisch“. In solchen Fällen vertrete ich meine Position gegenüber jemand anderem. Als Mediator bin ich hingegen nicht direkt in die Situation involviert. Da bin ich „allparteilich“ und habe die Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten im Blick. Dies führte mich letztlich zur Kernfrage, die mein Wirken als Konfliktberater und Mitbegründer der Akademie für Empathie wesentlich mitbestimmen sollte: Kann ich als Konfliktpartei meine Interessen gegenüber jemand anderem vertretenund zugleich die Bedürfnisse meines Gegenübers im Blick haben? Mit anderen Worten: Ist es möglich, in emotional aufwühlenden und ausweglos erscheinenden Situationen dennoch zu Lösungen zu kommen, von denen alle profitieren und in denen keiner verliert?

Diese Frage ist durchaus relevant – erfahrungsgemäß begegnet sie uns jeden Tag. Denn: Krisen und Konflikte sind in unserem Leben unvermeidbar. Ob mit den eigenen Lebenspartnern1, Verwandten, Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen oder wildfremden Menschen. Überall und jederzeit können in unserem Alltag Konflikte auftreten. Zugleich bergen Krisen und Konflikte auch Chancen und das Potenzial, voneinander zu lernen. Ohne Konflikte können wir uns nicht über problematische Muster in unserem Verhalten und Denken bewusst werden, sie überdenken und uns entwickeln. Außerdem geben uns Krisen und Konflikte die Möglichkeit, zu erfahren, was unserem Gegenüber – und auch uns selbst – wirklich wichtig ist. Daher sind Konflikte und Krisen durchaus sinnvoll, wenn wir sie intelligent und achtsam austragen. Die Kunst eines friedlichen und harmonischen Privat- und Berufslebens besteht also weniger in der Abwesenheit von Krisen und Konflikten, sondern eher in der Frage, wie wir mit ihnen umgehen.

Wie können wir Krisen und Konflikte so lösen, dass keiner verliert und wir sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen? Aus der Praxis weiß ich, dass es nicht einfach, aber durchaus möglich ist. Doch der Erfolg hängt von einer entscheidenden Kompetenz ab: Empathie. Ein wesentlicher Aspekt von Empathie ist die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisseund die Bedürfnisse meines Gegenübers wahrzunehmen und in der Lösungssuche zu berücksichtigen. Ist Empathie eine Universalkompetenz? Tatsächlich machen wir von der Akademie für Empathie seit Jahren die besondere Erfahrung, dass unsere Kunden und Mitstreiter mit Empathie sehr unterschiedliche Hoffnungen verbinden: eine f