: Franz Dobler
: Ein Schuss ins Blaue Kriminalroman
: Tropen
: 9783608191820
: 1
: CHF 9.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Franz Dobler schreibt wie einst Raymond Chandler - hart, präzise, zärtlich und poetisch.« Stern »Bleib ruhig, sagte er zu sich selbst. Bleib ruhig und gedenke derer, die du getötet. Bleib ruhig und bedenke, dass du nicht töten sollst. Bleib ruhig und bedenke, dass du aus Dreck bist. Bleib ruhig und bedenke, dass alle Dreck sind.« Ex-Polizist Fallner würde sich lieber aus der Sicherheitsfirma seines Bruders verabschieden - und landet im Labyrinth deutscher Probleme. Mit seinem jüdischen Partner Landmann soll er einen islamistischen Attentäter aufspüren, auf den ein Kopfgeld von zwei Millionen ausgesetzt ist. Der Gesuchte hält sich angeblich in München auf. Dabei ist nicht mal klar, von wem der Hinweis eigentlich kommt. Könnte es sein, dass die private Sicherheitsfirma nur benutzt wird? Von rechtsradikalen Seilschaften in staatlichen Sicherheitsbehörden vielleicht? Wenn ja, warum? Zum Glück hat Fallner besten Polizeikontakt: seine Frau Jaqueline, Hauptkommissarin. Die sich allerdings lieber um die Vierzehnjährige aus einer kaputten deutschen Familie kümmern würde, die bei ihnen Asyl gesucht hat. Sie stellt »Vater« Fallner tausend Fragen pro Minute, und er muss mit ihr sogar in die Kirche gehen. Du sollst nicht töten, sagt der liebe Gott. Aber zwei Millionen für einen miesen Killer, das bedeutet einen Sonderfall. »Dobler schreibt Kriminalromane wie kein Zweiter in Deutschland.«  Marcus Müntefering, Spiegel Online »Franz Dobler schreibt wie einst Raymond Chandler - hart, präzise, zärtlich und poetisch.«  Stern

Franz Dobler lebt in Bayern und hat seit 1988 neben Romanen und Gedichtbänden, für die er u. a. mit dem Bayerischen Literaturförderpreis ausgezeichnet wurde, auch Erzählungen und Musikbücher veröffentlicht. Für seine Kriminalromane Ein Bulle im Zug und Ein Schlag ins Gesicht erhielt er jeweils den Deutschen Krimi Preis. Letzterer wurde von Nina Grosse als Nicht tot zu kriegen mit Iris Berben und Murathan Muslu verfilmt.

Und dieser Gott hilft ihnen?


Sie standen vor der Kirche und warteten auf nichts. Sie waren am frühen Abend durch das Viertel gestreunt, nur um draußen zu sein, und dann ragte der Kirchturm über ihnen auf. Der Koloss warf seinen Schatten auf sie, was wie ein Überfall oder eine Ermahnung auf sie wirkte, und sie blieben stehen und sahen hoch.

Leute gingen auf das Portal zu, als würden sie magnetisch angezogen, und das Mädchen fragte ihn, warum die Leute das taten und was sie dann in diesem riesigen Haus machten. Sie wusste nicht, was eine Kirche war. Nicht genau jedenfalls. Beten war für sie nur so ein Spruch – sprich dein letztes Gebet, Zombie, denn jetzt hilft nur noch beten!

Kirchen waren für Fallner schon lange kein Thema mehr – außer dass er sich gelegentlich reinsetzte, um die Ruhe zu genießen und sich zu Erinnerungen verleiten zu lassen; nein, das stimmte nicht, er konnte sich manchmal nicht gegen den Wunsch wehren, wieder beten zu können – und deshalb verblüffte es ihn, dass ihm in diesem Jahr, seitdem Nadine bei ihm und seiner Frau Jaqueline wohnte, noch nie aufgefallen war, dass sie keine Ahnung hatte, warum Menschen in Kir