: Emily Esfahani Smith
: Die vier Säulen eines erfüllten Lebens Was wirklich zählt
: Goldmann Verlag
: 9783641253301
: 1
: CHF 2.70
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was ist wahres Glück? Emily Esfahani Smith verdeutlicht, dass wir dem falschen Ziel hinterherjagen. Nicht Glück macht das Leben lebenswert, sondern ein tieferer Sinn. Gestützt auf Erkenntnisse der Psychologie, Philosophie und Literatur sowie Geschichten von Menschen, die ein erfülltes Leben führen, beschreibt sie die vier Säulen des Sinns: sich zugehörig fühlen, die eigene Bestimmung finden, die Welt durch Geschichten verstehen und sich als Teil eines größeren Ganzen erfahren. Ihre kluge Analyse zeigt, was im Leben wirklich zählt.

Dieses Buch erschien 2018 als Hardcover unter dem Titel »Glück allein macht keinen Sinn« im Mosaik Verlag.

Emily Esfahani Smithmachte ihren Master in angewandter Positiver Psychologie an der University of Pennsylvania und schreibt heute über Kultur und Psychologie, etwa für »The Atlantic, »The New Criterion«, »New York Times« und »Wall Street Journal«. Sie lebt in Washington, DC.

Einleitung

Die Suche nach dem Sinn

Als Teenager führte mich die Suche nach dem Sinn zur Philosophie. Die Frage, wie man ein sinnerfülltes Leben führt, war einst die zentrale Antriebskraft dieser Disziplin, in der Denker von Aristoteles bis Nietzsche ihre eigenen Vorstellungen von einem guten Leben darlegten. Am College musste ich jedoch bald erfahren, dass die akademische Philosophie dieses Thema weitestgehend ad acta gelegt hatte.1Stattdessen befasste man sich mit esoterischen oder technischen Fragen wie der Natur des Bewusstseins oder der Computerphilosophie.

Allgemein zeigte man auf dem Campus nur wenig Interesse für die Fragen, die mich überhaupt zur Philosophie geführt hatten. Viele meiner Kommilitonen strebten in erster Linie nach beruflichem Erfolg. Von klein auf hatten sie erbittert um Auszeichnungen gekämpft, mit denen sie sich einen Platz an einem angesehenen College sichern konnten, der wiederum ein Studium an einer Eliteuniversität oder einen Job an der Wall Street versprach. Auch bei ihren Kursen und Aktivitäten an der Uni hatten sie stets im Hinterkopf, welche Ziele sich damit erreichen ließen. Zudem spezialisierten sich diese blitzgescheiten Köpfe zumeist auf einen bestimmten Bereich ihrer jeweiligen Studienfächer, sodass sie mit dem Abschluss bereits erstaunliche Fachkenntnisse vorweisen konnten. Ich lernte Leute kennen, die mühelos erläuterten, wie sich die öffentliche Gesundheitsversorgung in der Dritten Welt verbessern ließe, wie man mit statistischen Modellen Wahlergebnisse vorhersagt und wie man einen literarischen Text »zerlegt«. Allerdings hatten sie so gut wie keine Ahnung davon, was dem Leben einen Sinn verleiht oder welches größere Ziel es neben einer Menge Geld oder einem prestigeträchtigen Job noch geben könnte. Abgesehen von gelegentlichen Gesprächen im Freundeskreis gab es an der Uni kein Forum, in dem man solche Fragen erörtern oder sich damit auseinandersetzen konnte.

In den letzten Jahren ist jedoch eine interessante Entwicklung eingetreten. An unseren Universitäten befasst man sich wieder mit dem Sinn des Lebens2: Seit geraumer Zeit beschäftigt sich eine Gruppe Sozialwissenschaftler mit der Frage, was ein gutes Leben ausmacht.

Viele von ihnen sind in der sogenannten Positiven Psychologie3tätig– einer Disziplin, die wie die Sozialwissenschaften aus der Forschungsuniversität hervorgegangen ist und sich auf e