Erste Nächte
Bei der Verabschiedung wirkt Herr Barthels fast so erschöpft wie wir. »Morgen fahren Sie einfach wieder auf den Hof, dann regeln wir in aller Ruhe den Papierkram.« Gott sei Dank, Papierkram ist wirklich das Letzte, an das wir jetzt denken mögen.
Bevor er sich auf den Weg in seinen Feierabend macht, zeigt Herr Barthels uns noch, wie die beiden Stecker des Stromkabels in die Säule auf dem Platz und in das Wohnmobil gesteckt werden. Das muss einem Dummerchen wie mir tatsächlich gezeigt werden! Zuerst klappt man die Schutzkappe des Steckers auf und rastet danach den Anschluss so in die Steckdose ein, dass die Klappe locker darauf zu liegen kommt. Als Nächstes kontrolliert er den sicheren Anschluss der Aluminium-Gasflasche. Zu guter Letzt holt er aus seinem Wagen ein altes Handtuch und lässt sich halb kniend, halb liegend darauf nieder. Die Heckstützen müssten noch heruntergefahren werden. Welche Heckstützen?
»Damit Sie eine ruhige Nacht haben, Sie wollen sich doch nicht wie auf einem Boot fühlen.« Da kennt er mich schlecht, für mich gibt es nichts Besseres zum Einschlafen als das sanfte Wiegen eines Bootes in ruhigem Wasser. Die Stützen sind zu beiden Seiten fest unter dem Heck angebracht und werden mit einer Kurbel heruntergelassen.
Eine dichte Wolkendecke hängt schwer über dem Platz in einheitlichem Grau, ohne jede Schattierung von hell und dunkel. Das Gras ist feucht und quietscht unter jedem Schritt. Die Nässe verdunkelt den Sand auf den Wegen und lässt die Steine darauf hell schimmern. Aber immerhin regnet es nicht mehr, es nieselt noch nicht einmal. Es ist schon weit nach sieben, aber immer noch hell.
Wenige Meter neben dem Eingang zum Campingplatz haben wir an der Straße ein Restaurant gesehen und brauchen nicht eine Silbe darüber auszutauschen, dass wir heute ganz gewiss nicht mehr die Küche im Wohnmobil einweihen werden. Noch nicht einmal für eine Schnitte Brot. Wir räumen unsere Kleidung ein; das geht fix, viel ist es nicht. Jeder hat auf seiner Bettseite einen schmalen Schrank zum Aufhängen. Die drei Staufächer über dem Kopfende des Bettes füllen wir mit allem, was gefaltet oder gerollt werden kann (zwei Fächer für mich und eines für Gabriel).
Gemeinsam beziehen wir das Bett. Für das Wohnmobil haben wir ein französisches Bett ausgewählt, das hier Queensbett heißt; einen Meter fünfzig breit und zwei Meter lang. Das Fußende der Matratze ist abgerundet für einen leichteren Zugang zu Toilette und Dusche; am Kopfende ist ein Teil abgetrennt und herausnehmbar.
Wieder freue ich mich, dass mein Auserwählter körperlich kein Hüne ist. Das knapp zwanzig Zentimeter breite Stück verschwindet sofort in der Garage. Wir lernen, wie viel Einfluss ein paar Zentimeter mehr oder weniger auf Wohlbefinden und Bewegungsfreiheit haben. Der Verlust von 20 Zentimeter Bettlänge schmerzt in unserem Fall überhaupt nicht, aber der entsprechende Raumgewinn zwischen Bett und Toilette auf meiner Seite und Bett und Dusche auf der von Gabriel befreit uns von Turnübungen schon beim Verlassen der Schlafstatt.
Jetzt noch schnell die Badezimmerutensilien verstauen, Hände waschen und mit dem Kamm durchs Haar – das muss genügen für heute und für dieses Restaurant.
Seit dem F