: Minnie Darke
: Unter einem guten Stern Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641240615
: 1
: CHF 15.30
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: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sie glaubt nicht an das Schicksal. Doch dieser Mann ist für sie bestimmt ...

Als Justine (Journalistin, Realistin, Schütze) ihrem Sandkastenfreund Nick (Romeo-Darsteller im Theater, Träumer, Wassermann) wiederbegegnet, wird ihr eines sofort klar: Eigentlich war sie schon immer in ihn verliebt. Und als sie erfährt, dass er sich stets nach dem Horoskop der Zeitschrift richtet, bei der Justine arbeitet, beschließt sie, ihm ein Zeichen zu senden. Heimlich nimmt sie Änderungen am Wassermann-Horoskop vor, um ihm zu zeigen, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch Nick missversteht ihre Hinweise völlig – und er ist nicht der Einzige, der sich von den Sternen leiten lässt …

Minnie Darke – Sternzeichen Zwillinge, Aszendent Jungfrau, skrupellose Scrabble-Meisterin, Strickprofi, Liebhaberin von Büchern, frisch angespitzten Stiften und Russischem Karawanentee – arbeitet am liebsten an ihrem Küchentisch oder im kleinen Schreibstudio in ihrem Garten in Tasmanien. Ihr Debüt »Unter einem guten Stern« erscheint in 22 Ländern.

Nicholas Jordan wurde nicht etwa unter dem sternenklaren Himmel von Edenvale geboren, sondern im Krankenhaus – in einem unscheinbaren Backsteingebäude am Rand eines Städtchens, in dem es vier Pubs gab, keine Bank, ein öffentliches Schwimmbad, sechs Wohltätigkeitsvereine und jeden Sommer zutiefst verhasste Wasserrestriktionen. Das Krankenhaus war umgeben von farbenprächtigen Blumenbeeten mit rosaroten Bougainvilleen und durstigen Rasenrechtecken, und in dem Moment, als Nick geboren wurde, strahlte der Himmel über dem heißen Blechdach im gleißenden Blau eines Südhalbkugel-Februarnachmittags.

Und doch waren die Sterneda. Jenseits der wolkenlosen Hitze der Troposphäre, jenseits der Ozondecke der Stratosphäre, jenseits der Mesosphäre und der Thermosphäre, der Ionosphäre, der Exosphäre und der Magnetosphäre funkelten die Sterne. Millionen und Abermillionen, die wie Sprenkel die Dunkelheit durchsetzten und sich zu eben jener Konstellation zusammenfügten, die sich für alle Zeiten wie eine Landkarte in die Seele von Nicholas Jordan einprägen sollte.

Joanna Jordan – Widder, Inhaberin des von ihr betriebenen FriseursalonsDer Goldene Schnitt in Edenvale, beängstigend treffsichere Angreiferin der Edenvale-Stars-Korbballmannschaft und zweimalige Titelträgerin der Miss Eden Valley – verschwendete in den Stunden nach der Geburt ihres Sohnes keinen Gedanken an die Sterne. Glückselig entrückt und erschöpft lag sie im einzigen Kreißsaal des Krankenhauses, versunken in den Anblick von Nicks kleinem Gesichtchen, und versuchte Einflüsse weitaus irdischerer Natur auszumachen.

»Die Nase hat er von dir«, raunte sie ihrem Ehemann zu.

Und recht hatte sie. Das Baby trug die perfekte, winzig kleine Kopie jener Nase im Gesicht, die ihr so lieb und vertraut war. Die von Mark Jordan – Stier, breitschultriger ehemaliger Australian-Football-Verteidiger, jetzt Poloshirt-tragender Finanzberater, Käsekuchenliebhaber und hoffnungsloser Bewunderer langbeiniger Frauen.

»Und die Ohren von dir«, entgegnete Mark, dem es vorkam, als seien seine Hände unvermittelt zu grotesker Größe angewachsen, als er Nick ein paar federzarte Härchen auf dem Neugeborenenköpfchen zurückstrich.

Und so betrachteten Joanna und Mark hingerissen ihren kleinen Sohn und versuchten die Form von Wangen, Stirn, Fingern und Zehen zurückzuverfolgen. Aus den weit auseinanderstehenden Augen ihres Babys, so fanden die frischgebackenen Eltern, blitzte Marks Bruder, und Joannas Mutter erkannten sie in den vollen, ausdrucksvollen Lippen wieder.

Nirgendwo jedoch fanden sie einen Hinweis auf Beta Aquarii, den gelben Überriesen, der gut 537 Lichtjahre von der Erde entfernt strahlte. Oder den etwas weniger offensichtlichen Einfluss des Helixnebels oder diverser anderer Himmelskörper, die die ausgedehnte Konstellation des Wassermanns ausmachen, in der die Sonne in der Geburtsstunde des Babys gestanden hatte.

Ein Astrologe, der sich die winzigen Nadelstiche des Schicksals genauer anges