HORCH, WIE DER RHYTHMUS durch das Ginsterlabyrinth rollt. Der Abend dämmert schon, es ist die Zeit zwischen dem letzten Rest Sonne und dem ersten Stern, die Tür des Tages schließt sich; bald wird die Nacht sie endgültig versiegeln. Hämmernde Schritte hallen durch die gewundenen Tunnel im Ginster, Herzen klopfen im Takt dazu, alles überlagert vom Keuchen und Schnaufen der Jungen. Ihre Atemwölkchen verlieren sich über ihnen im Dornendickicht. Sie tragen Ärmel aus Ochsenhaut, haarig und schwarz. Das Leder stinkt. Die Ellenbogen schwitzen. Die weißen Hemden kleben an der Haut, ungeschützt wippen die frisch geschorenen Köpfe zwischen den stacheligen Büschen auf und ab.
Vier Wachstumszeiten, in denen der Ginster seine Stacheln verdoppelt, Kammern und Durchgänge, ja ganze Räume aus Dornen gebildet hat. So grausam hat er sein Labyrinth verwoben und verflochten, dass sich keiner der Jungen den Weg hindurch merken konnte.
Inmitten des Fußgetrappels rennt Crab, dass ihm die lockere Erde unter den Sohlen wegrutscht. Er ist ein schmächtiges Kerlchen und nimmt zum ersten Mal am Ginsterlauf teil. Unter seiner blassen Kopfhaut zeichnet sich der Knochen ab. Er mag der Kleinste sein, aber er ist auch der Schnellste. Wo die letzten gelben Blüten prangen, prescht er schlitternd durch spitze Kurven und vorbei an Hügeln und Buckeln. Im dunkelnden Blau dieser Stunde wirbelt er am Ende der Sackgassen herum, duckt sich durch kratzende Bögen. Hier und da begegnet er anderen Jungen, die ihre lederbewehrten Arme in den Ginster strecken und mit den ungeschützten Fingern darin herumtasten, unter den Stichen der Dornen zusammenzuckend.
Crab hat sich noch nicht ins Dickicht gestürzt. Mit den Augen sucht er die dunkelsten Stellen des Ginsters ab. Wenn er findet, was er begehrt, wird er kopfüber hineinspringen, kühner als alle anderen.Ginstermutter, stößt er mit heißem Atem flüsternd hervor.
Schau jetzt bergab, wo die Mädchen warten, unterhalb des stacheligen Waldes mit den flirrend gelben Blüten. Sie trampeln mit ihren Stiefeln im Heidekraut. Sie lassen die Sehnen ihrer langen Bögen schnalzen, als hätten sie Pfeile eingelegt, und dehnen die Sehnen, bis sie reißen. Mit diesen Bögen haben sie echte Pfeile tief in den Ginster geschossen, bis ins dunkelste Dickicht. Die bunt gemusterten Bänder, die daran hängen, heben sich flatternd von den schwarzen Nadeln des Ginsters ab. Manche Mädchen haben ihre Pfeile mit Nägeln beschwert, damit sie weiter fliegen. Alle Mädchen haben ihre Namen auf die Stoffstreifen gestickt. Einige haben noch einen roten Punkt hinzugesetzt, den Faden immer wieder an derselben Stelle eingestochen, bis ein Knötchen entstand, das dem Jungen, der ihren Pfeil findet, verrät, dass ihn bei seiner Rückkehr nicht nur ein Kuss auf den Mund erwartet.
Jedes Mädchen wünscht sich den rötesten Kuss, den Kuss eines Jungen, der sich für ihren Pfeil so tief in die Dornen gewagt hat, dass seine Lippen einem blutigen Nadelkissen gleichen.
Werrity Prowd sammelt die anderen um sic