: Simone Kriebs
: Resilienz in der Schule Wie Kinder stark werden
: Junfermann Verlag
: 9783955718060
: 1
: CHF 25.30
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: Pädagogik
: German
: 208
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
So werden Kinder stark - und Sie zu ihrem Vorbild Resilienz, also die psychische Widerstandsfähigkeit, ist unerlässlich, um schwierige Situationen und Herausforderungen im Leben bewältigen zu können. Für Lehrerinnen und Lehrer ist Resilienz im Schulalltag eine wichtige Kompetenz, die dabei hilft, gelassener mit individuellen Verhaltensauffälligkeiten einzelner Kinder und mit klassendynamischen Prozessen umzugehen. Resilienz setzt sich unter anderem aus den Aspekten Optimismus und Fehlerfreundlichkeit, Lösungsorientierung, persönliche Verantwortungsübernahme, Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenzen zusammen. Pädagogen, die ihren Schülern diese Werte vorleben, unterstützen sie in einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung - und vermitteln über das reine Schulwissen hinaus grundlegende Ressourcen für ein selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Leben. Mit neurobiologischem Hintergrundwissen und vor allem praktischen Übungen unterstützt dieses Buch Sie in der Entwicklung Ihrer Resilienz und bietet Ihnen Ideen und Anregungen für die Resilienzförderung Ihrer Schüler und Schülerinnen.

Simone Kriebs ist Diplom-Pädagogin, Anti-Aggressivitäts-Trainerin Ausbilderin, Systemische Familientherapeutin (IFS/DGSF), CTW®-Hypnosetherapeutin und Heilpraktikerin Psychotherapie. Sie arbeitet deutschlandweit als Referentin und Ausbilderin von Pädagogen und Lehrkräften und bietet Einzel- und Teamcoaching an. (www.simone-kriebs.de)

Einleitung


„Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“

(Astrid Lindgren)

Seit 17 Jahren begleite ich Schüler1, Lehrer und Eltern und erlebe, dass sich die Bedingungen an staatlichen Schulen in dieser Zeit stark verändert haben. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen finden meist zu wenig Berücksichtigung. Das System Schule ist selten wirklich aus Sicht der Schülerinnen und Schüler gedacht und nicht ausreichend auf die Bedingungen und Anforderungen einer guten Lernumgebung ausgelegt. Anstatt die Stärken des Einzelnen zu sehen und zu fördern, wird der Fokus auf die Schwächen gelegt. Erfolgreich ist, wer die curricularen Ziele schnell und effizient erreicht und die vorgegebenen Anforderungen entlang einheitlicher Parameter erfüllt. Der gesellschaftliche Leistungsdruck macht auch vor den Schulen, Lehrkräften, Schülern und Eltern nicht halt!

Nicht zuletzt durch Qualitätsanalysen, Vergleichsarbeiten, Inklusion, Turbo-Abi und Pisa wird der Schwerpunkt zunehmend auf die überprüfbaren Ergebnisse und Standards gerichtet. Doch sehr viele Kinder haben immer wieder Probleme mit den Anforderungen des Bildungssystems. Das ist nicht nur an den Noten abzulesen, sondern auch an Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsproblemen, Prüfungsängsten und anderen besorgniserregenden Phänomenen.

Bei der Frage, wer für die zunehmenden Schwierigkeiten verantwortlich ist, erlebt man ein regelrechtes Pingpongspiel. Jeder möchte den ungeliebten Pokal der Verantwortung schnell weiterreichen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit mit Schulen besteht darin, allen Beteiligten die eigenen Spiel- und Verantwortungsräume aufzuzeigen und sie zu animieren, diese aktiv zu gestalten. Dazu gehört mit Sicherheit eine Menge Mut vonseiten aller, bedeutet es doch nicht selten, entgegen allgemeiner Vorgaben und Vorstellungen anderer neue Wege einzuschlagen. Veränderungen benötigen ein starkes Team, das sich gegenseitig anspornt und beflügelt, und vor allem braucht es eine Vision davon, wie es seinkönnte. In meiner Vision sehe ich Schulen, in denen sich Menschen begegnen und unterstützen. Menschen, die sich nicht hinter einer Rolle verstecken, sondern authentisch sind, sich Mut machen und spüren, dass sie Einfluss haben. Welche Vision verfolgen Sie? (Und haben Sie Ihre Vision überhaupt noch vor Augen?)

Die Sorge der Eltern um die Zukunft ihrer Kinder ist verständlich, Maßnahmen, die aus dieser Sorge heraus getroffen werden, sind jedoch ein weiterer Faktor, der Unsicherheit und Unruhe verbreitet. Speziellen „elitären“ Schulformen und guten Noten wird ungesund viel Bedeutung beigemessen, sodass viele Kinder bereits ab der zweiten Klasse Nachhilfe bekommen, um nur ja auf das Gymnasium zu kommen. Ein Kind ohne zusätzliche Förderung in irgendeinem Bereich ist heutzutage fast undenkbar. Lehrkräfte werden kritisiert und unter Druck gesetzt, den Schülern die von den Eltern erwarteten Noten zu geben. Dadurch sitzen viele Lehrer zwischen zwei Stühlen: Einerseits sollen sie den Anforderungen der Bildungspolitik gerecht werden und andererseits den Erwartungen der Eltern.

Was dabei vergessen wird: Eine unauffällige und erfolgreiche Schulkarriere ist noch lange nicht gleichzusetzen mit einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Häufig zeigen sich Stress- und Überforderungssymptome bei sehr angepasst