1.
Sascha kaute an einem ihrer selbst gebackenen Lebkuchen, während sie stoisch aus dem Küchenfenster blickte und sich die Ereignisse des gestrigen Tages zum wiederholten Mal in Erinnerung rief. Draußen wirbelte der Wind die Schneeflocken durch die Luft. In Wien schneite es nicht oft.
Ein gelber Lieferwagen fuhr vors Haus und bremste rasant ab. Kurze Zeit später ertönte ein Klingeln an der Tür. Sascha war erst vor wenigen Tagen in dieses Haus gezogen. Zum ersten Mal erhielt sie Post! Aufgeregt machte sie sich auf den Weg und öffnete eifrig dem freundlichen Mann, der ein Paket für sie bereithielt.
»Sascha Wieland?«, fragte der Postbote.
»Ja, das bin ich.« Sie lugte neugierig auf die riesige Sendung. Schnell krakelte sie ihren Namen auf das Unterschriftenpad und bedankte sich.
Das Paket war über einen Meter lang und fast genauso breit. Als sie es entgegennahm, stellte sie überrascht fest, dass es federleicht war. Schnurstracks ging sie zurück in die Küche. War ein Bild darin? Hatte ihre Freundin Emily ihr vielleicht etwas zum Einzug geschenkt? Eine Leinwand oder einen Kunstdruck? Emily kündigte derartige Geschenke aber meist theatralisch an und konnte zudem nichts für sich behalten. Sie hatte vor wenigen Monaten für Sascha eine Überraschungsparty zum Geburtstag geschmissen und ihr das dummerweise schon Tage vorher verraten. Sascha hatte sich dennoch große Mühe gegeben, äußerst überrascht zu tun.
Neugierig spähte sie auf den Absender. In Schönsc