6. Kapitel
Vom Meer her blies ein kräftiger Morgenwind und heulte um das Haus am Strand von Lundsiel. Sven saß in der blitzsauberen Essküche. Er stocherte abwesend in seinem Frühstücksbrei, während er versuchte, sich Daten und Grafiken für den heutigen Unterricht einzuprägen, aber es ging ums Verrecken nichts in seinen Schädel. Es war, als hätte er wieder eine Million fremder Stimmen in seinem Kopf, die wie spitze Nadeln in sein Gehirn bohrten.
Die sieben Augenpaare seiner Geschwister beobachteten ihn schweigend über ihre leergegessenen Teller hinweg und sein Vater, der am Kopfende des langen Esstischs saß, trommelte mit den Fingern auf der Tischplatte herum. »Du hast eine wertvolle Gabe, Sven, aber irgendetwas scheint damit nicht zu stimmen.« Er lehnte sich vor und sah Sven prüfend in die Augen. »Wir sollten noch ein paar PSI-Tests mit dir machen lassen. Vielleicht können die Oktoftewiltabinen den Grund für deine Kopfschmerzen finden.«
Sven sah seinen Vater misstrauisch an. Schwang da nicht ›Halluzinationen‹ zwischen den Worten? Sven wünschte, er hätte diese blöde Gabe nicht. Warum ausgerechnet er? Warum nicht einer seiner Geschwister? Oder überhaupt ein anderer! So blieb alles an ihm hängen! Er sollte dem Beispiel seines Vaters folgen und sein Talent zur Verbesserung des Zusammenlebens der Menschen und Squids auf Nitsituaan nutzen. »Wenn ich es länger in ihrer Nähe aushalten könnte, würde ich mich zum Raumpiloten ausbilden lassen und nichts anderes!«
Jake schüttelte den Kopf.
»Du bist doch auch eins ihrer Beiboote geflogen!«
Sein Vater nickte. »Aber das war etwas anderes. Wenn wir erst eine Heilung für dich gefunden haben und duAmbassador geworden bist, werden sie dich bestimmt das eine