: Ruediger Dahlke
: Jetzt einfach atmen! Atemtechniken für mehr Energie und Ruhe
: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783898839327
: 1
: CHF 12.60
:
: Entspannung, Yoga, Meditation, Autogenes Training
: German
: 128
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mithilfe des Atems die Lebensenergie finden, befreien und genießen: Dr. Ruediger Dahlke gibt in seinem neuen Ratgeber zahlreiche Tipps, wie dies möglich ist. Wie wir atmen, ist ein Spiegel unserer körperlichen und seelischen Verfassung. Wer ein bewussteres Leben führen möchte, sollte bewusst atmen. Denn dem entspannten Atem folgt ein entspannter Geist. Sich bewusst auf die Atmung zu konzentrieren, hilft Ihnen, ganz in der Gegenwart anzukommen, die Umgebung bewusster wahrzunehmen und kann Ihr Leben nachhaltig verändern. Zudem führt richtiges Atmen dem Körper mehr Sauerstoff zu, massiert die inneren Organe und kann selbst Schmerzen regelrecht auflösen. Ruediger Dahlke stellt verschiedene Atemtechniken, -übungen, und -meditationen für körperliche Entspannung und eine achtsame Geisteshaltung vor. Da ist der Frischekick am weit geöffneten Fenster, das Pranayama aus der Yoga-Praxis, hilfreiche Übungen zum Einschlafen, der sogenannte Verbundene Atem sowie Partner-Übungen, um miteinander den wohltuenden Atem zu erspüren. So haben Stress und Anspannung keine Chance mehr. Atmen Sie tief ein, breiten Sie die Lungenflügel aus und lassen Sie alles los, was belastet und verspannt. Dieses Buch lässt Sie im wahrsten Sinne des Wortes Aufatmen.

'Du bist so schnell zornig, das muss sich ändern', sagte Großvater Dahlke einst zu seinem Enkel Ruediger und drückte ihm ein Buch über Yoga und Meditation in die Hand. Und der 11-Jährige begann zu meditieren. Mit 18 fastete der gebürtige Berliner dann erstmals in einem indischen Meditationskreis. Wieso er nicht Ernährungswissenschaften studiert hat? 'Hat mich nicht interessiert', sagt der Bestsellerautor. Aus einer Arztfamilie stammend, entschied er sich für Humanmedizin. Als Kind der 68er musste er dennoch ein wenig rebellieren, verabschiedete sich von der klassischen Schulmedizin und wandte sich der Psychotherapie und alternativen Heilmethoden zu. Heute verfasst er vor allem Bücher und arbeitet als Seminarleiter und Trainer. Zehn bis zwölf Wochen pro Jahr lebt er in seinem Fasten- und Seminarzentrum in der Südsteiermark. Ansonsten in der Schweiz oder immer wieder auf Bali. Oder auf der Autobahn - wenn er von Vortrag zu Vortrag reist.

Von Zazen, Vipassana und Alltagsachtsamkeit


Seit nunmehr fast 40 Jahren ist der verbundene Atem wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit – ähnlich wie die Psychosomatik von„Krankheit als Symbol, Fasten, die„Peace Food“-Ernährung, die„Schicksalsgesetze“ und dieZen-Meditation. Von keiner Übung und keinem Exerzitium habe ich aber auch nur annähernd so viele positive Rückmeldungen erhalten wie vom verbundenen Atem. Dabei ist das Vorgehen so denkbar einfach – als einzigen Nachteil könnte man erachten, dass er anfangs nicht allein, sondern bevorzugt mit Betreuung zu erleben ist.

Der Atemvorgang spiegelt sich schon im Namen: Ein- und Ausatem verbinden sich zu einem ruhigen, gleichmäßigen Atemfluss, fließen also ohne Pause ineinander. Das Geheimnis dabei ist, ganz bewusst bei diesem Atem(fluss) zu bleiben, wo immer er auch hinführen mag. Insofern ähnelt das Wesen des verbundenen Atems dem derZazen- und Vipassana-Meditation, bei denen es ebenfalls vor allem darum geht, den Atem bewusst zu beobachten und zu zählen. Man sitzt – bevorzugt im Meditationssitz auf dem Boden – und zählt die Atemzüge bis zehn, um anschließend wieder von vorn zu beginnen … Ein Unterschied: Bei der Zazen- und Vipassana-Meditation wird der Atem nicht verbunden. Er wird überhaupt nicht verändert, sondern soll möglichst natürlich erfolgen. Dies ist allerdings auch schon eine Herausforderung – jedenfalls für viele westliche Menschen, die gerne mit ihrer Macher-Mentalität dazu neigen, alles Beobachtete auch gleich zu verändern und zu beeinflussen.

Zazen- und Vipassana-Meditation


Sowohl Zazen als auch Vipassana sind seit Jahrhunderten, vermutlich sogar noch länger, bewährte Methoden der Atemmeditation. Ersterer kommt aus demZen-Buddhismus, Letztere aus dervedischen Tradition Indiens.

Meditieren auf den Atem mit offenen Augen (Zazen) fördert eher die Wachheit, das mit geschlossenen Augen (Vipassana) eher das Träumen und das Entwickeln von Visionen. Zen-Meditierende lassen sich daher kaum bei der Meditation irritieren, während Vipassana-Meditierende aufschrecken, wenn sie gestört werden. Persönlich habe ich mit beiden Atemmeditationen Erfahrung. Zazen mache ich seit über 40 Jahren, im Frühjahr und Herbst gebe ich jeweils neuntägige Fasten-Schweigen-Meditieren-Seminare im Sinne dieser Tradition. Dafür ist TamanGa (wie) gemacht: Es liegt ruhig inmitten der Natur, hat einen schönen Meditationssaal und auch ringsum im Freien finden sich weitere Meditationsplätze. Vipassana-Meditationskurse dagegen sind in TamanGa eher schwierig, weil Männer und Frauen dabei nicht nur getrennt im Saal sitzen müssen, sondern auch draußen verschiedene Wege benutzen sollen, um sich nicht zu begegnen. Das würde sie nämlich aus ihrer Achtsamkeit und Bewusstheit reißen. Ein Problem, das es bei Zazen mit seiner Betonung der Wachheit nicht gibt.

Hier scheinen natürlich auch die beiden verschiedenen Herkunftstraditionen durch: der sehr diesseitige Zen-Buddhismus und der eher weltabgewandte Hinduismus. Typischerweise neigen dann auch Manager, die in dieser Welt etwas bewegen wollen, zu Zen-Retreats, während sich religiös motivierte Sucher eher zu indischen Meditationen hingezogen fühlen, die rascher in spirituelle Erfahrungen münden. Aber beide Richtungen zeigen, wie zentral dieAtembeobachtung beziehungsweiseMeditation ist und wie sie verschiedene Traditionen verbindet.

Einatem- und Ausatemqualität


Mit demEinatmen holen wir Sauerstoff beziehungsweise Luft oder eben auch Prana,Lebensenergie, in unseren Körper, füllen uns also mit Lebenskraft und Energie und werden damit wacher und aufgeweckter. Und Erwachen ist ja das große Ziel aller Meditationen, nicht umsonst nennen wir den historischen Gautama Buddha, den Erwachten.

Die Betonung des Einatems mit Bewusstheit führt zu einer vermehrtenwachen Aufmerksamkeit und Energiefülle. Das können wir bei Meditationen wie Zazen oder Vipassana nutzen, indem wir auf den Einatem zählen. Auch beim Tai-Chi, Qigong und Yoga werden wir die Unterschiede zwischen beiden Atemphasen deutlich spüren.

DerAusatem dag