Geschmeidige Kost. Essen ohne Barriere
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Boban M. Erovic, Piero Lercher, Claudia Braunstein
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Geschmeidige Kost. Essen ohne Barriere
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MANZ Verlag Wien
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9783214014889
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1
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CHF 16.80
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Ernährung
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German
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180
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Wasserzeichen
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Essen ohne Barriere und mit Genuss!
Geschmeidi e Kost ist nicht nur ein Thema für Babys und Kleinkinder sowie ältere Menschen, es gibt auch zahlreiche Erkrankungen, die mit Schluckstörungen assoziiert sind. Ungeeignetes, lieblos zubereitetes Essen macht für Betroffene die Nahrungsaufnahme zu einem Stressfaktor. Es gibt eine Alternative – die im wahrsten Sinne des Wortes „geschmeidige Kost“. Das Prinzip ihrer richtigen Zubereitung besteht in der Verwendung der geeigneten Nahrungsbestandteile, Gewürze und Zutaten – von würzigen Gemüsesuppen bis hin zu fruchtigen Smoothies.
Zwei Experten und eine Betroffene präsentieren in diesem Buch das neuartige Ernährungskonzept. Zudem bieten sie Tipps und Tricks im richtigen Umgang mit Schluckstörungen. Eine umfangreiche Rezeptsammlung komplettiert das Buch, das positive Emotionen zum Essen wecken und einen kompetenten Umgang mit der Einschränkung körperlicher Funktionen vermitteln möchte.
KAU- UND SCHLUCKSTÖRUNGEN IM ALLTAG
Kau- und Schluckstörungen können sehr mannigfaltig sein. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie beeinträchtigen den Alltag. Je selbstverständlicher man diese Einschränkungen annimmt, desto leichter lassen sie sich in den Alltag integrieren. So ist es sehr wichtig, der Nahrungsaufnahme große Aufmerksamkeit zu schenken. Aufgrund der großen Gefahr, sich zu verschlucken, sollte man während der Nahrungsaufnahme stets sehr konzentriert sein. Weiters ist es wichtig, genügend Zeit für die Mahlzeiten einzuberechnen. Dyspaghie-Betroffene benötigen im Schnitt deutlich mehr Zeit für jede einzelne Mahlzeit als Normalesser.
Empfehlenswert ist es auch, für das Essen einen passenden Rahmen zu gestalten und die Speisen nicht lieblos einfach auf einen Teller zu legen. Auch die Umgebung spielt eine Rolle. Tischdekorationen im Alltag – und nicht nur zu besonderen Anlässen – können dabei sehr hilfreich sein.
Nach Möglichkeit sollte man versuchen, nicht durch Fernsehen, Zeitung, Handy und andere Dinge abgelenkt zu werden. Dennoch ist es in gewissem Rahmen verständlich, wenn man aufgrund der langen Essenszeit nebenbei eventuell einen Blick in die Tageszeitung wirft. Das Hauptaugenmerk sollte aber immer auf das Essen gerichtet bleiben.
Es ist sehr förderlich, wenn man nicht alleine bei Tisch sitzt, sondern in Gesellschaft essen kann. Aus Betroffenensicht ist es unangenehm, wenn man nicht nur vom Verzehr normaler Gerichte ausgeschlossen ist, sondern zudem auch alleine essen muss. Besonders gefordert sind hier pflegende Personen: Bewahren Sie stets die Geduld und versuchen Sie, einen angenehmen Rahmen zu schaffen!
Für Familienmitglieder oder andere Nahestehende gilt es hier viel Langmut aufzubringen. Manchmal hilft es, wenn man sich als „Gesellschafter“ abwechselt. Dabei sollten alle Gerichte so gestaltet sein, dass sie für Normalesser ebenfalls in Frage kommen.
AUSWÄRTS ESSEN GEHEN
Für viele Betroffene bedeutet auswärts zu essen ein sehr großes Hindernis und sie gehen daher oft nur noch sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr in Gastronomiebetriebe. Häufig scheitert es an dem vermeintlich zu geringen An-gebot auf den Speisekarten oder an Unsicherheit und Scham der Erkrankten. Hier empfiehlt es sich, sich bereits im Vorfeld Speisekarten im Internet genauer anzusehen. Es ist auch sinnvoll, vor dem ersten Besuch eines Restaurants dort anzurufen oder eine E-Mail mit der Erklärung der Problematik zu schicken und nachzufragen, ob Speisen bedarfsgerecht zubereitet werden können. Die Erfahrung zeigt, dass dies in den meisten Fällen möglich ist. Je genauer das Bedürfnis erklärt wird, desto größer ist die Chance auf eine sehr gute Umsetzung und Unterstützung durch die Restaurantbesitzer und Küchenchefs.