: Franziska Steinhauer
: Spreewaldmord Peter Nachtigalls 12. Fall
: Gmeiner-Verlag
: 9783839260029
: Hauptkommissar Peter Nachtigall
: 1
: CHF 9.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 341
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine kopflose Leiche in den Armen einer verwirrten alten Dame! Was wollte Hiltrud Manecke, nur mit einem Nachthemd bekleidet, mitten im Novemberregen auf dem Feld nahe dem Spreewaldort Burg? Wie ist sie dorthin gelangt? Kannte sie das Opfer? Kommissar Peter Nachtigall steht vor einem Rätsel. Doch als der Kopf geborgen werden kann, nehmen die Ermittlungen Fahrt auf. Der junge Mann sollte offensichtlich zum Schweigen gebracht werden. Ist die Mordmethode eine Warnung an andere potenzielle Opfer?

Franziska Steinhauer lebt seit 25 Jahren in Cottbus. Bei ihrem Pädagogikstudium legte sie den Schwerpunkt auf Psychologie sowie Philosophie. Ihr breites Wissen im Bereich der Kriminaltechnik erwarb sie im Rahmen eines Master-Studiums in Forensic Sciences and Engineering. Diese Kenntnisse ermöglichen es der Autorin den Lesern tiefe Einblicke in pathologisches Denken und Agieren gewähren. Mit besonderem Geschick verknüpft Franziska Steinhauer dabei mörderisches Handeln, Lokalkolorit und Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Ihre Romane zeichnen sich vor allem durch gut recherchierte Details und eine besonders lebendige Darstellung der jeweiligen Figuren aus. »Spreewaldmord« ist ihr 25. Kriminalroman.

4. Kapitel


Michael Wieners Navi fand problemlos die eingegebenen Daten. »Naja, das hätten wir auch ohne die Hilfe der GPS-Daten gefunden. Im letzten Jahr hatten wir Freunde in dem Hotel untergebracht, und die konnten von dort aus den Spreewald erkunden. Hatten viel Spaß, die beiden.«

Um diese Zeit waren die Straßen wie leergefegt. Wiener fädelte sich über mehrere Kreisverkehre auf die Bundesstraße nach Burg ein. Der heftige Regen erschwerte die Sicht, der Asphalt warf das Scheinwerferlicht grell zurück wie ein Spiegel. Der junge Kollege kniff die Augen zusammen.

»In Burg müssen wir nach rechts. Das kenn ich, ist ein schönes Spaziergängergebiet. Mit den Kindern immer ein Erlebnis.«

»Ich glaube, du kannst nicht wirklich nah an den Fundort ranfahren. Wenn ich mich richtig erinnere, stehen da Poller im Weg. Da müssen wir ein ziemliches Stück zu Fuß gehen.«

»Was macht eine alte Dame um diese Zeit im dunklen Wald? Bei dem Regen? Ein Rendevous wird sie nicht gehabt haben – oder sind die neuen Alten jetzt so jung geblieben, dass wir das nicht ausschließen können?«, feixte der junge Ermittler.

»Sie ist dement. Wir werden wohl alles selbst rausfinden müssen. Wahrscheinlich werden ihre Erklärungen schwer verständlich sein. Aber wer weiß, vielleicht ist es ja nur ein frühes Stadium.« Nachtigall seufzte schwer.

»Burg ist nicht gerade ein Hotspot des Verbrechens. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand in der Nacht anderen auflauert, ihnen die Köpfe abtrennt und diese mitnimmt. Surreal.«

»Aber ist es nicht manchmal gerade der kleine Ort, das entlegene Dorf, in dem solche Verbrechen begangen werden?«, hakte Wiener ein.

»Oh, wie im Fernsehen. Dann werden sich die Menschen hier schweigend abwenden, wenn wir Fragen stellen, keinerlei Auskünfte geben. Laut granteln und den Wassermann als Täter anbieten?« Nachtigall lachte leise.

»Na, schau’n mer mal!« Wiener parkte den Wagen beim Hotel Leineweiber. »Dort hinten endet die Straße. Da stehen schon die Wagen der Kollegen. Besser wir parken etwas abseits. Kommen wir schneller wieder weg.«

Er stieg aus und beschwerte sich: »Mann! Es schüttet!«, schlug den Kragen des schwarzen Mantels bis zu den Ohren und zog die Schultern hoch. »Bloß gut, dass ich die knöchelhohen Schuhe anhabe. Der Schlamm würde sonst über den Rand suppen.«

»Mist! Das ist richtig ungünstig. Da finden die Kollegen nur noch aufgeweichtes Erdreich und keine verwertbaren Spuren mehr. Der Kopf muss geborgen werden, vielleicht liegt er in der Nähe des Tatorts.« Nachtigall schob die Hose in die Gummistiefel, zurrte den Schal fester und stapfte neben Wiener los. Zwei schwarze Gestalten im Nebel. Ein gewichtiger Riese, ein schmaler Großer.

»Wir hatten ja schon mal einen Trophäensammler, weißt du noch?«, fragte Wiener. »In unserem ersten gemeinsamen Fall.«

Nachtigall nickte.

Auch dieser Fall würde ihn für den, hoffentlich noch langen, Rest seines Lebens begleiten, zu sehr war er persönlich vom Täter in den Fortgang verstrickt worden.

»Damals ha