Freier Wille
Es ist fast unmöglich, über freien Willen zu sprechen, ohne über Wahnsinn zu sprechen. Die meisten von uns sind inzwischen natürlich fast völlig verrückt.
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Gewalt ist eine teure und ineffiziente Art der Ausbeutung. Das gilt auf der grossen gesellschaftlichen Ebene ebenso wie auf der familiären. Aus der Sicht der Machthaber ist es wünschenswerter, diejenigen, die Sie ausnutzen, an ihrer eigenen Opferrolle teilhaben zu lassen.
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Eine Möglichkeit ist die Mystifizierung, bei der ein Täter die Opfer davon überzeugt, dass sie Schuld an der Gewalt haben. Der missbrauchende Vater zum Beispiel könnte seinen Kindern sagen, dass er sie nicht geschlagen hätte, wenn sie das Geschirr ausreichend gespült hätten. Dies dient dazu, die Kinder zu veranlassen, sich auf das Abwaschen zu konzentrieren, anstatt sich über die unentschuldbare Gewalt ihres Vaters Gedanken zu machen. Vielleicht noch wichtiger ist, sie davon zu überzeugen, dass sie die sich ständig ändernden Bedürfnisse des Täters nur gut genug erkennen und darauf regieren müssen, um nicht geschlagen zu werden. Die Frage, die dies auf den freien Willen bezieht, lautet: Wenn sie das Geschirr obsessiv reinigen und jede andere Huldigung ausführen, ohne dass er sie weiterhin schlägt, tun sie dies dann aus freiem Willen?
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Wir können ähnliche Fragen über schwarze Menschen stellen, die der Gefahr des Lynchens ausgesetzt sind. Wenn du ein armer schwarzer Farmer bist, der seinen Nachbarn an der Brücke aufgehängt gesehen hat und anschliessend seine Ernte oder sein Stück Land an weisse Farmer abgibt, tust du das dann aus freien Stücken?
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In Montgomery, Alabama, entführten 1957 vier Ku Klux Klan Mitglieder Willie Edwards Jr., schlugen ihn, brachten ihn zu einer Brücke und zwangen ihn mit vorgehaltener Waffe zum Sprung. Angesichts der Wahl zwischen zweifellos erschossen zu wer