: Nika S. Daveron
: Bedford Hope (Bedford Band 1)
: Amrûn Verlag
: 9783958693616
: 1
: CHF 2.70
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 325
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als Hadriane nach ihrem Selbstmord in der Hölle erwacht, bleibt ihr nur ein Pakt mit dem Teufel, um der ewigen Verdammnis zu entkommen. Fortan wandelt sie als Dämon auf der Erde, um die Menschen vom rechten Weg abzubringen. Ihr Dasein erscheint aussichtlos, zudem scheint Hadriane die Einzige unter den Dämonen zu sein, die sich nicht an ihr Ableben erinnern kann. Das ändert sich, als sie auf den Engel Amaranth trifft, ihren mysteriösen Retter. Amaranth beschert Hadriane fortan schlaflose Nächte und das, obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Doch wie viel kann eine Liebe überwinden? Teil 1 der Trilogie.

Nika S. Daveron stellte bereits im frühen Alter von 8 Jahren fest, dass das Beste am PC die Tastatur war - neben dem väterlichen Gratisvorrat an leeren Blättern. Geboren 1985 im schönen Köln, lebt sie derzeit in Neuss und ist als Bürokauffrau tätig. Wenn sie sich nicht gerade im Sattel oder auf den deutschen Galopprennbahnen herumtreibt, glüht die Xbox oder die Maus; Computerspiele können auch schon mal den Schlaf kosten. Krach geht bei ihr durchaus als Musik durch, wenn sie sich auf Industrial-Partys die Nacht um die Ohren schlägt.

Kapitel 2


Der Tod wohnt auf dem Dachboden

 

»Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.«

 

Arthur Schopenhauer –

Die Welt als Wille und Vorstellung

 

 

Das Leben in Bedford war, wie ich bald feststellen musste, kurios, auf viele verschiedene Weisen. Zum einen waren da die Gesetze der Physik, die nicht immer konstant blieben, denn im Badezimmer floss das Wasser manchmal aufwärts. Und es kam vor, dass ich ganze Räume nur in Schwarz-Weiß wahrnahm, obwohl ich sie zuvor noch in all ihrer bunten Hässlichkeit hatte bewundern können.

Und dann waren da noch die Bewohner, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Da gab es die vorhin erwähnte Torwächterin Linfai, eine Frau mit schriller Stimme und null Manieren. Das Halbkind, Sagitaria, bedurfte keiner weiteren Erklärung und ich war ehrlich froh, wenn ich sie nicht sah, denn ihr Hang zu überraschenden Auftritten war wirklich erschreckend.

Hattuscha, eine Dämonin, so wie sie sich mir vorgestellt hatte, war ebenfalls eine merkwürdige Person und musterte mich stets kritisch, obwohl sie nie ein böses Wort sprach.

Dann gab es da noch Rivendell: die einzige Person, die durch die Haustür ins Innere von Bedford kam. Er erinnerte mich auf eigentümliche Weise an eine Echse, denn er hatte starre grüne Augen und keinerlei Haare am Körper. Und er trug stets einen knarrenden Ledermantel.

Das Seltsamste an all diesen Gestalten war jedoch, dass sie mir kaum Beachtung schenkten. Sie betrieben Small Talk mit mir. Mehr nicht. Ich bekam nicht heraus, was sie hier taten, sie fragten mich nie, warum ich hier war, und sie erklärten mir nur drei Dinge.

Erstens: »Guck auf das Ablaufdatum der Lebensmittel« – kannte ich schon.

Zweitens: »Trag dich in die Einkaufsliste ein, sonst gehst du leer aus« – ich trug mich ein, ohne zu wissen, wofür.

Drittens: »Warte« – tat ich.

Ich wusste nur nicht, worauf. Ich schlief oben in Zimmer 83, was wohl höchstens noch als Wohnstätte für eine Milbenkolonie durchgegangen wäre, und ging hinunter in die Küche, um meine Zeit dort abzusitzen. Meist schweigend, während sich Torwächterin, Dämonin und merkwürdiger Gast gegenseitig in die Haare bekamen und lautstark stritten. Manchmal kam Sagitaria dazu, manchmal nicht.

Was mich außerdem verwunderte: Cortez kam nie. Nicht ein einziges Mal sah ich ihn außerhalb seines Zimmers, so dass ich ihn auch nicht mehr fragen konnte, was genau ich da unterschrieben hatte. Wahrscheinlich hätte er mir sowieso keine Auskunft gegeben.

Ich versuchte die Sache analytisch anzugehen: Angeblich war ich tot – was Unsinn war, denn ich lebte ja noch. Nur eben an diesem Ort. Doch ansonsten sah ich aus wie immer und verspürte nach wie vor Hunger und Durst. Also war ich irgendwo gefangen. Vielleicht entführt. Ob meine Eltern nach mir suchten? Bestimmt!

Erschreckenderweise wollte sich keinerlei Heimweh oder Niedergeschlagenheit einstellen, nein, ich saß lediglich da und wartete. Auf was auch immer. Um die Wahrheit zu sagen, fühlte ich eigentlich gar nichts. Ic