: Theresia Arbia
: Elfentanz und Waldgeflüster Zeit für Wunder und Geschichten
: Begegnungen - Verlag für Natur und Leben
: 9783946723387
: 1
: CHF 8.90
:
: Märchen, Sagen, Legenden
: German
: 149
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Buch enthält eine Rahmenhandlung und darin eingebunden neun abgeschlossene Märchen/Erzählungen, die auch sehr gut zum Vorlesen geeignet sind. Ebenfalls in die Rahmenhandlung (die den Verlauf des Jahres wiedergibt) eingebunden, sind 29 vegetarische/vegane Rezepte mit Zutaten aus der Natur - vom Frühlings-Wildpflanzensalat, über Sommergemüse, Obstkuchen und Herbstleckereien bis zum Winterschokoladenkuchen und Omas Lebkuchen. Eine mehrseitige Liste veganer Zutaten und viele Informationen über die Heil- und Nährkraft vieler natürlicher Nahrungsmittel vervollständigen die Rezepte.

Über die Autorin Theresia Arbia absolvierte ein Studium der Diplom-Pädagogik, leitete ein eigenes vegetarisches Restaurant, arbeitete in der Veranstaltungsorganisation (Erlebnisgastronomie und Hotelbranche) und ist mit Leib und Seele Mutter. Nach Wanderungen durch die Sahara und der Begegnung mit Galsan Tschinag, Tuwa-Häuptling, Schamane des Altai und begnadeter Schriftsteller, führte sie ihre künstlerische Arbeit in spirituelle Bereiche. Ihr Weg kreuzte den von Pamela Feil in der Freiburger Heilpflanzenschule, wo sie ihre Liebe zu den Kräutern und den Baumelfen entdeckte. Gemeinsam mit Pamela Feil schrieb sie ihr erstes Buch 'Kräutersommer - Zeit für Geschichten', das ebenfalls im Verlag Begegnungen erschienen ist. Theresia Arbia malt spirituelle Bilder, bemalt Zauberhölzer aus Buchenholz, schreibt Gedichte und veranstaltet Achtsamkeitsseminare, Baummeditationen und Kräuterspaziergänge.

Wie die Hasel zu ihrer Nuss kam


Sie hatte einen wundervollen Platz im wilden Garten der jungen Frau, die immer so schön sang, wenn sie des Morgens die Haustür öffnete und den jungen Morgen und die laue Frühlingsluft hereinließ.

Neben dem duftenden Flieder und dem ehrwürdigen Holunderstrauch stehen zu dürfen, war ja schon eine Ehre. Trotzdem war sie nie richtig glücklich gewesen in ihrem bisherigen Leben. Leise nagte der Neid an ihr, wenn sie den prachtvollen Apfelbaum betrachtete, der mitten auf der großen Blumenwiese stand.

Wie konnte jemand nur so viele traumhafte Blüten ganz ungeniert zur Schau stellen. Und dann die vielen Bienen, die in Scharen den Apfelbaum besuchten und um ihn herumschwirrten. Wie beneidenswert, den ganzen Tag lang so begehrt zu sein.

Die Hasel schaute betrübt an sich hinab. Kerzengerade standen ihre Äste, und statt tausender Blüten hingen grau-grün-gelbliche Zäpfchen von den Ästen herunter. Und wer besuchte sie schon? Ja, sie war sehr traurig.

Auch die junge Frau hatte anscheinend nur Augen für den Apfelbaum, der aussah wie eine Braut im Hochzeitskleid. Sie tanzte um ihn herum und sang dazu die schönsten Frühlingslieder, und der Apfelbaum nickte ihr zu und ließ zum Dank seine herrlichsten Blüten auf sie niederschweben.

Als die Kinder aus der Schule heimkamen, fanden auch sie Gefallen an einem ausgelassenen Tanz um den glücklichen Baum. So war es ja Tradition seit langer Zeit, denn es durfte nicht in Vergessenheit geraten, die Natur zu ehren und sich für all ihre Gaben zu bedanken.

Einzig und allein die jungen Männer und auch die Knaben kamen zur Hasel, wenn sie einen neuen Wanderstock brauchten, oder sie schnitten die Äste, weil sie so schön biegsam waren und deshalb zum Hausbau gebraucht wurden.

Ein Engel hatte die Traurigkeit der Hasel bemerkt, und da Engel ein gutes Gespür dafür haben, warum jemand glücklich oder traurig ist, wusste der Engel auch gleich, wie er der Hasel fürs Erste helfen konnte.


Bei seinem Gang durch den Garten hatte er eine winzig kleine Maus mit großen Kulleraugen entdeckt, und diese bat er nun, der Hasel so lange Gesellschaft zu leisten, bis er die Traurigkeit von ihr nehmen konnte.

Die kleine Maus spielte von nun an den ganzen Tag in den Ästen der Hasel; sie kletterte bis in die Spitze des Baumes und ließ sich dann herunterrutschen. Dies machte ihr so viel Spaß, weil die Äste ja ganz glatt waren. Wenn sie schließlich müde war, kuschelte sie sich an die Wurzeln der Hasel und erzählte ihr, was sie bereits so alles erlebt hatte im großen wilden Garten.

Unversehens stand der Herbst vor der Tür und die Obstbäume hatten alle Hände voll zu tun, denn die Erntezeit nahte und die Bäume wollten ihre Früchte so schön wie nur irgend möglich präsentieren.

Den ganzen Sommer über hatte die Hasel nicht mehr an ihr Geschick gedacht und war recht glücklich mit der kleinen Maus gewesen, d