: Michaela Huber
: Der innere Ausstieg Transgenerationale Gewalt überwinden
: Books on Demand
: 9783752826340
: 1
: CHF 16.20
:
: Psychologie
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wer eigene Schreckenserfahrungen nicht verarbeitet hat, gibt sie direkt oder indirekt weiter an die nächste Generation. Traumatisierte Mütter etwa können sich oft nicht gut um ihre Kinder kümmern; wie geht es ihnen damit, wenn sie sich der Wahrheit stellen - und wie geht es den Kindern damit? Die Psychotraumatologin Michaela Huber hat Kolleginnen und von Gewalt betroffene Menschen befragt, um Antworten u.a. auf folgende Fragen zu finden: Wie kann man verstehen lernen, was einem wirklich angetan wurde, und wie schafft man es, sich von traumatisierenden Bindungspersonen zu lösen? Was hilft beim äußeren und inneren Ausstieg aus destruktiven Bindungen? Wie können sich Überlebende mit ihren inneren unterschiedlichen"Seelen in ihrer Brust" auseinandersetzen, und wozu lohnt sich das?

Michaela Huber, Jahrgang 1952, ist eine international bekannte und mehrfach ausgezeichnete Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung. Sie war zunächst Wissenschaftsjournalistin, bevor sie sich der Psychotraumatologie hauptberuflich zuwandte, und ist Autorin zahlreicher Bücher zu den Themen Trauma, Psychotherapie und Bindung, u.a."Viele Sein","Der Feind im Innern" und (als Mitherausgeberin)"Integr tion des Fremden?!" (alle Junfermann-Verlag). Seit 1995 leitet sie als 1. Vorsitzende die Fachgesellschaft für Komplextrauma und dissoziative Störungen, die 2008 umbenannt wurde in"Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation" DGTD e.V.

Gebt mir Antwort!
Transgenerationale Fragen


Mit brüchiger Stimme hat Hildegard Knef als 74Jährige 1999 eines ihrer letzten Lieder eingesungen, und es klang, als würde sie sowohl ihre Eltern im Nachhinein, als auch sich selbst auffordern:

Gib mir Antwort! (Aus der CD: 17 Millimeter)

In diesem Lied heißt es unter anderem:

„Versuche keinen Trick. Du lügst dir keinen Fluchtweg frei ins Grab…

Die Gesichter deiner Lieben durch die Zeit

Verdunkelt und umwölkt von Traurigkeit.

Gib mir Antwort!

Wer war froh, dass es dich gab?

Was du hinterlässt

War nur ein schales Fest

Du bestehst ihn nicht

Den großen Abschlusstest.

Gib mir Antwort!“

Wer dieses Lied je gehört hat, das Rufen dieser brüchigen Stimme vernommen hat, spürt: Diese Frau ist bitter und auch bitterböse. Sie hadert mit ihrem Schicksal, dass sie keine Antwort bekommen hat, jedenfalls bislang (das „Gib mir Antwort!“ hallt immer wieder nach in diesem Chanson.)

Ja, wir brauchen Antworten. Lebenslang. Von unseren Vorfahren, und von uns selbst. Damit wir lernen aus der Geschichte. Denn am Ende wollen wir uns doch nicht belügen, nicht wahr?

Wir haben fast alle nette Familien-Anekdoten gespeichert. Über unsere Familienmitglieder und über uns selbst. Was aber ist mit den bitteren, den traurigen, den schlimmen, den bösen Geschichten? Wieviel haben wir davon erfahren, was haben wir erspürt vom Leid, das unsere Eltern und Großeltern etc. durchgemacht haben? Was davon haben wir wie selbstverständl