Gebt mir Antwort!
Transgenerationale Fragen
Mit brüchiger Stimme hat Hildegard Knef als 74Jährige 1999 eines ihrer letzten Lieder eingesungen, und es klang, als würde sie sowohl ihre Eltern im Nachhinein, als auch sich selbst auffordern:
Gib mir Antwort! (Aus der CD: 17 Millimeter)
In diesem Lied heißt es unter anderem:
„Versuche keinen Trick. Du lügst dir keinen Fluchtweg frei ins Grab…
Die Gesichter deiner Lieben durch die Zeit
Verdunkelt und umwölkt von Traurigkeit.
Gib mir Antwort!
Wer war froh, dass es dich gab?
Was du hinterlässt
War nur ein schales Fest
Du bestehst ihn nicht
Den großen Abschlusstest.
Gib mir Antwort!“
Wer dieses Lied je gehört hat, das Rufen dieser brüchigen Stimme vernommen hat, spürt: Diese Frau ist bitter und auch bitterböse. Sie hadert mit ihrem Schicksal, dass sie keine Antwort bekommen hat, jedenfalls bislang (das „Gib mir Antwort!“ hallt immer wieder nach in diesem Chanson.)
Ja, wir brauchen Antworten. Lebenslang. Von unseren Vorfahren, und von uns selbst. Damit wir lernen aus der Geschichte. Denn am Ende wollen wir uns doch nicht belügen, nicht wahr?
Wir haben fast alle nette Familien-Anekdoten gespeichert. Über unsere Familienmitglieder und über uns selbst. Was aber ist mit den bitteren, den traurigen, den schlimmen, den bösen Geschichten? Wieviel haben wir davon erfahren, was haben wir erspürt vom Leid, das unsere Eltern und Großeltern etc. durchgemacht haben? Was davon haben wir wie selbstverständl