2.Definition
Im folgenden Kapitel wird es darum gehen, den allgemeinen BegriffHorror, Horror als allgemeines Genre undHorrorfilm im Unterkapitel als Arbeitsbegriff im Rahmen dieser Arbeit zu definieren. Ziel soll zunächst die Erarbeitung einer Definition von Horror sein, die für Horrorliteratur, -Filme bis hin zu -Computerspielen Gültigkeit haben kann, aber sich vor allem auf Horrorfilme und -literatur, den beiden wichtigsten Horrormedien, bezieht. Darauf aufbauend werden dann weiterführende spezifische Merkmale des Horrorfilms aufgezeigt. Die Unterkapitel zum Horrorfilm zeigen filmtechnische Aspekte, wiederkehrende Handlungsorte, Arten von Protagonist*innen, Antagonist*innen und Nebencharakteren sowie Subgenres.
2.1Was ist Horror?
Der BegriffHorror leitet sich aus dem lateinischen Substantivhorror ab, das mitSchauer, Grauen oderEntsetzen übersetzt werden kann.[12] Kaum ein allgemeines Literatur- oder Kulturlexikon setzt sich mit dem BegriffHorror beziehungsweiseHorrorliteratur auseinander, und wenn, dann oft in nicht neutraler, um Objektivität bemühter Weise. So beschreibt zum Beispiel von Wilpert imSachwörterbuch der Literatur dieHorrorliteratur folgendermaßen: »Sammelbz. für lit. Werke aller Gattungen, die betont Unheimliches, Entsetzliches und Gräßliches darstellen und damit nicht mit dem Abscheu, sondern der primitiven Sensationsgier der Leser rechnen«.[13] Im Rahmen der Recherche fand sich nur imMetzler Lexikon Kultur der Gegenwart ein neutraler und ausführlicher Eintrag zuHorrorliteratur, dasHandbuchder literarischen Gattungen kennt lediglich den historischen VorläuferSchauerroman undDer Brockhaus, Literatur beschreibt Horrorliteratur nur als »literarische Werke aller Gattungen, die Unheimliches, Verbrechen und andere Entsetzen oder Abscheu erregende Gräueltaten und Zustände gestalten«,[14] Deswegen ist es an dieser Stelle nötig und sinnvoll, auch populärwissenschaftliche beziehungsweise Definitionen aus essayistischen Texten zu berücksichtigen, um so mit Hilfe mehrerer bedingt wissenschaftlicher Quellen eine intersubjektive und damit zumindest relativ allgemeingültige Definition herauszuarbeiten.
Erwähntes Lexikon vonMetzler definiertHorrorliteratur als »ein nur unscharf begrenzbares literarisches Genre«,[15] bei dem »die Verarbeitung kollektiver, individueller und sexueller Ängste im Vordergrund«[16] steht. Formal-ästhetisch zeigt Horrorliteratur »das Bizarre, Grausame und Blutige, oftmals versetzt mit einer gewissen humoristischen Note und berücksichtigt in verstärktem Maße trivial- und populär-kulturelle Bereiche«.[17] Außerdem betont der Artikel die Wechselwirkung zwischen Horrorfilm und -literatur.[18]
DasHorror-Lexikon definiert Horror als Kunstform folgendermaßen im Vorwort:
All die Geschichten, Filme und Bilder, die das Horrorgenre ausmachen, bemühen sich einzig darum, ob in Schrift, Bild oder Ton, einen Ausschnitt der Hölle abzubilden.